Aue-Trainer Schuster: "Hatten nicht die Mentalität"

AUE - Der FC Erzgebirge Aue hat die Patzer der Ligaspitze nicht ausgenutzt und den möglichen Sprung auf den zweiten Tabellenplatz durch das 0:2 gegen Jahn Regensburg verpasst.

Martin Männel (32, r.) war mal wieder Aues Bester, streckt sich hier beim Elfmeter von Sebastian Stolze aber vergeblich.
Martin Männel (32, r.) war mal wieder Aues Bester, streckt sich hier beim Elfmeter von Sebastian Stolze aber vergeblich.  © Frank Kruczynski

Stattdessen ging es runter von sechs auf acht. Der Rückstand auf den ersten direkten Aufstiegsplatz beträgt drei Zähler. Der Vorsprung auf Rang 14 ist genauso groß.

Das zeigt, wie eng alles beieinander ist - nicht nur tabellarisch. Das Mittelfeld der 2. Liga ist so weit gespannt, weil in den direkten Duellen Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen.

Der Jahn hat es am Sonntag vorgemacht. Während die Oberpfälzer von Beginn an präsent waren, die Zweikämpfe für sich entschieden und ihre Möglichkeiten - abgesehen vom ersten Elfmeter, den Martin Männel (32) parierte - eiskalt ausnutzten, fand Aue erst nach der Pause statt.

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Dirk Schuster (52) wechselte doppelt, stellte damit Schwachstellen ab und plötzlich waren die Veilchen da. Einziges Manko: Wo die Gäste vor dem Seitenwechsel trafen, vergaben die Gastgeber.

"Gott sei Dank hatten sie bei der Chancenverwertung keinen guten Tag, sodass wir zu null spielen und den Sieg über die Zeit bringen konnten", schätzte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic auf der Pressekonferenz nach der Begegnung realistisch ein.

Dirk Schuster: "Die Kompaktheit hat gefehlt"

Zwei, die sich gut verstehen: Jahn-Coach Mersad Selimbegovic (l.) und Aue-Trainer Dirk Schuster (52).
Zwei, die sich gut verstehen: Jahn-Coach Mersad Selimbegovic (l.) und Aue-Trainer Dirk Schuster (52).  © Picture Point/Gabor Krieg

Ben Zolinski, Florian Krüger, Clemens Fandrich und Steve Breitkreuz ließen Bretter aus. Solche Möglichkeiten müssen sitzen, dann kippt das Spiel nochmal. "Bis zur letzten Sekunde hatte ich das Gefühl, dass es nochmal brenzlig wird, wenn Aue das Tor macht", atmete Selimbegovic tief durch.

Ganz anders die Gefühlswelt bei FCE-Coach Dirk Schuster: "Wir sind von Beginn an nicht so präsent und zweikampfstark gewesen, hatten auch nicht die Mentalität, wie wir uns das vorstellten. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir das an den Tag gelegt, was uns auch auszeichnet, zu versuchen, nochmal alles ins Wackeln zu bekommen."

Vor der Partie hatte er noch vor der Griffigkeit der Regensburger Elf gewarnt. Gegen deren Restraumverteidigung taten sich die Lila-Weißen aber schwer.

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"Die Kompaktheit hat gefehlt und die zweiten Bälle gingen gefühlt zu 90 Prozent an Regensburg", meint ein leicht resignierter Schuster: "Wir haben es einfach nicht geschafft dagegenzuhalten und dann kommt so eine erste Halbzeit zustande."

Und das entschied letztlich die Partie.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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