Aue ist praktisch schon durch: Bockstarke Bilanz gegen Kellerkinder

Aue - Vor der Saison, wenn Absteiger getippt werden, ist der FC Erzgebirge Aue bei den "Experten" immer mit dabei. Sie hatten nur zweimal (2008 und 2015) Recht. Sonst nie. Sie vertippen sich auch in dieser Saison wieder. Rechnerisch ist Aue noch nicht durch, praktisch kann nichts mehr passieren.

FCE-Coach Dirk Schuster (53) bedankt sich bei Keeper Martin Männel (33).
FCE-Coach Dirk Schuster (53) bedankt sich bei Keeper Martin Männel (33).  © picture point/Sven Sonntag

Mit 14 Punkten Vorsprung auf den 17. Sandhausen und 13 Zählern vor dem 16. Osnabrück ist der Drops gelutscht. Selbst wenn der VfL seinen Nachholer gewinnen sollte, wären es noch zehn Punkte Vorsprung. Und: Es stehen sieben Mannschaften zwischen dem FCE und dem VfL!

Dass bei den Veilchen keiner etwas davon hören will, ist klar und auch gut so. Das hält die Spannung hoch. "Der Relegationsplatz ist noch in Reichweite. Wir sollten nur auf uns schauen, dann werden wir die Sache schnell klarmachen", sagt Stürmer Pascal Testroet (30), der mit seinem elften Saisontreffer die Marke von Andrzej Juskowiak (50) eingestellt hat. "Paco" steht jetzt wie der Pole bei 33 Treffern. Nur Jan Hochscheidt (38) hat mehr.

Schon nach 26 Partien so sicher zu stehen, ist eher selten. Im Vorjahr hatte der FCE zum gleichen Zeitpunkt sogar einen Zähler mehr, da hatten aber auch die Kellerkinder deutlich mehr Punkte auf ihrem Konto.

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Der Blick in den Keller zeigt auch, was die Erzgebirger in dieser Saison so stark macht. Gegen die letzten vier - Würzburg, Sandhausen, Osnabrück und Braunschweig - holte der FCE die volle Punktzahl, gewann gegen die Kickers und den SVS zweimal, siegte in den Hinspielen in Osnabrück und gegen Braunschweig. Diese 18 Zähler machen genau die Hälfte aus und sorgen eben für die Fahrt durch den sicheren Hafen.

Ein weiterer Fakt ist die erneut starke Heimbilanz mit bisher 25 Zählern aus 13 Spielen. Nur Regensburg und Düsseldorf konnten in Aue gewinnen, alle anderen - darunter die Top-Teams - mussten Federn lassen. Im Vorjahr stellte das Schuster-Team einen Rekord auf, holte 36 Zähler daheim.

Um diese Marke zu überbieten, muss der FCE die verbleibenden vier Heimspiele gegen St. Pauli, Nürnberg, Paderborn und Osnabrück gewinnen. Und das ist möglich.

Apropos Dirk Schuster (53): Er saß am Sonnabend zum 56. Mal auf der Veilchen-Bank und ist damit auf Rang zwei aller Auer Zweitliga-Trainer gesprungen. Um Gerd Schädlich (68) einzuholen (153 Spiele), müsste er allerdings noch knapp drei Jahre bleiben.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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