Aue-Kicker Fandrich nach Remis gegen den HSV: "Mit Fans wäre das Dach abgeflogen!"

Aue - Die Schneewalze war erst fürs Wochenende angekündigt, doch über dem FC Erzgebirge Aue brach die Lawine bereits Freitagabend herein. Sie hieß: HSV. Doch die Veilchen schaufelten sich frei. Aus 0:2 und 1:3 wurde ein verdientes 3:3. Was für ein denkwürdiger Abend!

Clemens Fandrich (r.) im Duell mit David Kinsombi. Der Auer kann den Schuss des Hamburgers nicht verhindern.
Clemens Fandrich (r.) im Duell mit David Kinsombi. Der Auer kann den Schuss des Hamburgers nicht verhindern.  © picture point/Sven Sonntag

"Da hätte die ganze Kurve gestanden", findet Clemens Fandrich (30): "Vielleicht wäre dann sogar noch der Lucky Punch gelungen, wie letzte Saison beim 4:3 gegen Nürnberg. Trotzdem fühlt es sich wie ein Sieg an. Gegen den HSV so zurückzukommen, schafft nicht jeder!"

Vor fast vier Jahren, am 5. März 2017 gelang es dem FCE beim 2:2 in Bielefeld letztmals nach einem Zwei-Tore-Pausenrückstand zu punkten.

Danach sah es diesmal wahrlich nicht aus. In der ersten Halbzeit lief wirklich alles gegen die Lila-Weißen. Dazu zählte auch der Strafstoß zum 1:3, weil Clemens Fandrich zuvor Sonny Kittel zu Fall gebracht haben soll. So zumindest sah es der sonst gute Schiedsrichter Florian Badstübner

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"Ich spiele klar den Ball. Das gab Kittel selbst zu - aber eben erst danach. Trotzdem hätte ich erwartet, dass der Schiedsrichter selbst nochmal auf den Videobeweis schaut und sich nicht nur auf Köln verlässt", vermutet der vermeintliche Übeltäter, dass es sich um eine Konzessionsentscheidung handelte, weil Badstübner vorzeitig pfiff, obwohl Tim Leibold bereits das 1:3 auf dem Fuß hatte.

"Wenn es als Foul gewertet, muss ich eigentlich Gelb sehen, was nicht passiert ist. Wird dagegen erst das Tor zugunsten des Strafstoßes weggepfiffen und das danach korrigiert und es bleibt beim 1:2, will ich nicht wissen, wie der Gegner ausgetickt wäre", meint Fandrich.

Glück im Unglück für den FCE: Es hatte keine negativen Auswirkungen auf den Spielverlauf. Fandrich: "Zur Pause sprach uns der Trainer ins Gewissen und stellte auf 4-5-1 um, wodurch wir die Seite zubekommen und Druck auf die Ballführenden ausübt haben. Das ist uns davor gar nicht gelungen. So viel Zeit, wie die bekamen, sich die Bälle zurechtzulegen, da hätte auch mein Papa an dem Abend solche Bälle gespielt." Klar, schließlich war Holger Fandrich Mitte der 1980er mit dem BFC Dynamo zweimal DDR-Meister.

Der Sohn bekam einiges mit in die Wiege gelegt und leitete mit dem 2:3 die Aufholjagd ein. "Mit Zuschauern wäre glatt das Dach abgeflogen", meinte Fandrich Jr.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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