Aue-Kicker Breitkreuz nach Verletzung gegen Hamburg zurück: "Unbeschreibliches Gefühl!"

Aue - Dass der FC Erzgebirge im Corona-Nachholer beim Hamburger SV ein verdientes 0:3 bezog, darin waren sich nach Abpfiff alle einig. Zu deutlich war Mittwochabend der Unterschied. Die "Rothosen" hatten die Partie von Anfang bis Ende im Griff. Das grämte die Lila-Weißen, ließ sich aber nicht im Ansatz unterbinden.

Er stand wieder auf dem Platz und seinen Mann! Steve Breitkreuz (v.) musste 535 Tage verletzungsbedingt pausieren. Am Mittwochabend beim HSV gab er sein Comeback - er war der einzige Lichtblick!
Er stand wieder auf dem Platz und seinen Mann! Steve Breitkreuz (v.) musste 535 Tage verletzungsbedingt pausieren. Am Mittwochabend beim HSV gab er sein Comeback - er war der einzige Lichtblick!  © picture point/Sven Sonntag

Immerhin ließ der FCE gegen den HSV "nur" neun Torschüsse zu (Aue kam auf zwei), davon sechs direkt aufs Tor, von denen jedoch die Hälfte saß.

"Die Qualität war teilweise nicht zu verteidigen. Trotzdem können wir in den Spiegel schauen", befand Innenverteidiger Steve Breitkreuz nach intensiven 90 Minuten. Beim 0:1 ließ ihn Sonny Kittel per Hackentrick ins Leere laufen und legte so für Vorlagengeber Khaled Narey auf.

Aber spulen wir nochmal zurück. Stand da gerade wirklich Steve Breitkreuz geschrieben? Ja, richtig gelesen. Der 28-Jährige bestritt gegen den HSV seine erste Zweitliga-Partie seit dem 5. Mai 2019! 

Dass es nach 535-tägiger Zwangspause sofort für die komplette Spielzeit gereicht hat, imponierte auch FCE-Coach Dirk Schuster, wie dieser auf TAG24-Nachfrage in seiner Einschätzung zum Breitkreuz-Comeback kundtat: "Ich finde, es ist noch Potenzial nach oben vorhanden, aber fürs erste, nach so langer Zeit, bin ich zufrieden."

"Vor allem, wenn man bedenkt, dass er diese lange, schwierige Knieverletzung hatte und erst seit Anfang August wieder im Mannschaftstraining ist, die Akklimatisierung dadurch relativ kurz war."

Aue-Kicker Steve Breitkreuz: "Es war eine mega lange Leidenszeit"

Sein letztes Punktspiel bestritt Steve Breitkreuz (M.) am 5. Mai 2019 beim 3:1-Sieg in Regensburg.
Sein letztes Punktspiel bestritt Steve Breitkreuz (M.) am 5. Mai 2019 beim 3:1-Sieg in Regensburg.  © imago images/Eibner

Anhaltende Knieprobleme nach Knorpelschaden warfen Breitkreuz immer wieder zurück, auch ein vorzeitiges Karriereende stand im Raum. Der gebürtige Berliner belehrte alle eines Besseren und schaffte, was er selbst nicht mehr für möglich hielt.

Nichts verdeutlicht das mehr, als seine erste Reaktion nach Abpfiff im Volksparkstadion: "Das war unbeschreiblich. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Das kommt erst auf der Busfahrt nach Hause."

Die sechsstündige Rückreise bot ihm genügend Zeit dafür, alles nochmal zu rekapitulieren. Aber die ersten Eindrücke, die emotionalsten, sind immer die besten. "Es war eine mega lange Leidenszeit. Ich bin stolz, dankbar und freue mich, trotz der Niederlage", meint Breitkreuz.

Sein Coach bewertet das Comeback ebenfalls positiv. "Steve hat versucht Sicherheit auszustrahlen. Auch das Zweikampfverhalten war ordentlich", zieht Schuster ein positives Fazit: "Das hat Appetit auf mehr gemacht."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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