Aue-Verteidiger Gonther: Erst Sieg zum Halali, dann ruft die Bachelorarbeit

Aue - Sonntagnachmittag, kurz nach 17.15 Uhr ertönt in der Begegnung bei Jahn Regensburg der Abpfiff. Damit endet für Sören Gonther und den FC Erzgebirge eine wegen der Corona-Pandemie außergewöhnliche Spielzeit. Speziell für den 33-Jährigen war es eine bewegte Saison.

Hinspiel Aue gegen Regensburg: Fast waagerecht liegt Sören Gonther (r.) in der Luft und köpft zum 1:0-Siegtor für den FCE ein.
Hinspiel Aue gegen Regensburg: Fast waagerecht liegt Sören Gonther (r.) in der Luft und köpft zum 1:0-Siegtor für den FCE ein.  © picture point/Sven Sonntag

Am Sonntag ist es ein Jahr her, dass Gonther von Dynamo Dresden ins Lößnitztal gewechselt ist. Für Aues Klubboss Helge Leonhardt war es rückblickend der "Königstransfer" und für Gonther der richtige Schritt zur richtigen Zeit: "Ich freue mich, dass es für beide Seiten zu einer Win-win-Situation geworden ist."

Während sein Ex-Verein den bitteren Gang in die 3. Liga antreten muss, hielt der FCE recht souverän die Klasse. 

"Dass Aue vor der 15. Zweitliga-Saison steht ist für die Region sensationell. Ich bin aber auch traurig über den Weg, den Dynamo gehen muss. Das war vor einem Jahr so nicht absehbar und tut mir sehr leid", fühlt Gonther mit den Schwarz-Gelben.

Doch zurück zu Lila-Weiß. Dort ist der zweikampfstarke "Gonni" gesetzt. Vor Regensburg steht der Innenverteidiger bei 30 Einsätzen, in denen er zwei Tore erzielte - darunter den 1:0-Siegtreffer im Hinspiel. 

"Ich habe bisher nur drei Partien verpasst - wegen einer Gelbsperre und zwei Blessuren. Das letzte Mal hatte ich vor zehn Jahren für Paderborn mehr als 30 Einsätze", kramt Gonther tief im Gedächtnis.

Aue-Abwehrspieler Gonther kritisiert "Schwarz-Weiß-Denken"

Als Führungsspieler ist er anerkannt, bringt Erfahrung mit und ist jemand, der nach außen auch mal klare Kante gibt. Etwas hatte ihn zuletzt immer wieder gewurmt: "Momentaufnahmen werden zu schnell überbewertet. Als wir im Herbst Vierter waren, hatten wir alles richtig gemacht. Weil wir diese Position nicht halten konnten, war alles richtig schlecht. Das ist mir zu viel Schwarz-Weiß-Denken!"

Allerdings gibt es auch berechtigte Kritikpunkte - nicht zuletzt die Auswärtsbilanz, mit gegenwärtig nur einem Sieg aus 16 Partien. 

"Dabei standen so viele Spiele Spitz auf Knopf. Aber acht Punkte sind zu wenig. Die Rote Laterne würde ich nur zu gern noch an Sankt Pauli weiterreichen", will Gonther am Sonntag in Regensburg Ergebniskosmetik betreiben.

Und danach die Beine hochlegen? "Das wird nicht passieren - schon alleine weil ich in den nächsten Wochen an meiner Bachelor-Arbeit schreibe." 

Gonther, der an der Uni Oldenburg BWL für Leistungssportler studiert, lässt das runde Leder auch da nicht los. Sein Forschungsthema: "Ist der eingetragene Verein im Profifußball noch zukunftsfähig?"

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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