Heute vor zehn Jahren stieg Marc Hensel mit Aue in die 2. Liga auf

Aue - Manche Tage vergisst man nicht, egal wie lange sie her sind. Der 30. April 2010 ist ein Datum, das sich bei Marc Hensel ins Gedächtnis eingebrannt hat. Der "Pistolero" traf mit Pierre le Beau gegen Eintracht Braunschweig zum 2:1-Heimsieg und ließ alle Dämme brechen. Der FC Erzgebirge kehrte nach dem Abstieg 2008 zurück in die 2. Bundesliga.

Pierre le Beau (l.) und Marc Hensel (M.) schossen Aue vor zehn Jahren zurück in die 2. Liga.
Pierre le Beau (l.) und Marc Hensel (M.) schossen Aue vor zehn Jahren zurück in die 2. Liga.  © dpa/Jan Woitas

"Zugetraut hatten uns das wohl die Wenigsten, weil wir im Vorjahr mit einer neu zusammengewürfelten Truppe ordentlich auf die Waffel bekamen und die 3. Liga als Zwölfter abschlossen", erinnert sich Hensel: "Mit Tomasz Kos, Thomas Paulus und Skerdilaid Curri gab es drei Alteingesessene, um die in zwei Jahren ein neues Team aufgebaut wurde."

Zu diesen "Neuen" gehörten mit Hensel, Martin Männel und Jan Hochscheidt drei, die im Erzgebirge mittlerweile Institutionen sind. Heiko Weber lotste das Trio 2008 von Energie Cottbus II. ins Erzgebirge, außerdem auch noch Arne Feick. 

Sein Nachfolger Rico Schmitt formte daraus eine verschworene Gemeinschaft. Hensel: "Wir sind immer mittendrin im Geschehen geblieben. Weil der Winter ziemlich streng war und es mehrere Spielausfälle gab, hat sich durch die vielen englischen Wochen eine Eigendynamik entwickelt. Wir haben zuhause praktisch nichts abgeschenkt."

15 (!) Heimsiege fuhr der Kumpelverein seinerzeit ein, bei lediglich drei Remis und einer Niederlage. "Diese Symbiose zwischen Mannschaft und Fans hat uns stark gemacht. So etwas habe ich danach erst einmal wieder erlebt", kommt Hensel auf die laufende Spielzeit zu sprechen: "Man geht ins Stadion und spürt einfach, hier geht was."

Für die Aufstiegsparty nach Malle!

Aufsteiger! Damals waren Marc Hensel (l.) und Martin Männel noch richtige Jung-Veilchen.
Aufsteiger! Damals waren Marc Hensel (l.) und Martin Männel noch richtige Jung-Veilchen.  © Igor Pastierovic

Damals ging was und danach der Party-Flieger nach Mallorca. "Wir sind einen Tag vor dem Sachsenpokalfinale gegen Chemnitz zurückgekehrt. Das Spiel haben wir in den Sand gesetzt, aber das haben uns auch die Fans nicht krumm genommen."

In Corona-Zeiten ist ein kurzer Trip zum Ballermann undenkbar. Für Hensel sowieso. Wegen einer Wadenverletzung, die sich der 34-Jährige 2014 zuzog, hing er früh die Töppen an den Nagel, sattelte auf Gymnasiallehrer um und ist momentan am Auer Clemens-Winkler-Gymnasium bei den Abiturprüfungen eingespannt. 

"Heute sind die schriftlichen Deutschprüfungen, die ich danach mit korrigiere. In Geschichte sitze ich im Prüfungsausschuss", berichtet Hensel.

Aktuell ist Marc Hensel (r.) Co-Trainer von Dirk Schuster. Und ganz "nebenbei" noch Gymnasiallehrer.
Aktuell ist Marc Hensel (r.) Co-Trainer von Dirk Schuster. Und ganz "nebenbei" noch Gymnasiallehrer.  © picture point/Sven Sonntag

Dass er trotzdem fast täglich auf dem Trainingsplatz steht, ist der helle Wahnsinn, kommt aber nicht von ungefähr. "Helge Leonhardt und Michael Voigt wollten mich im Nachwuchs einbinden. Vor dieser Saison bin ich zu den Profis gekommen, wofür ich sehr dankbar bin. Unter Dirk Schuster gibt es einen Zusammenhalt, wie ich ihn von früher kenne. Das gibt Kraft und schweißt zusammen!"

"Die wenigsten können sowas nachvollziehen, aber dafür steht man gerne 4 Uhr auf und geht 22 Uhr ins Bett. Wenn dem nicht so wäre, würde ich es nicht machen", erzählt Hensel.

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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