Zu selbstsicher, zu sorglos: Aue-Coach Schuster moniert fehlende "geistige Frische"

Aue - Da hing der Haussegen beim FC Erzgebirge gehörig schief. Coach Dirk Schuster war nach dem 1:3 gegen seinen Ex-Klub Darmstadt 98 angefressen.

Der Anfang vom Ende: Serdar Dursun (l.) köpfte unbedrängt zum 2:1 für Darmstadt ein. Aue kam nicht mehr zurück, Dursun traf sogar noch ein zweites Mal.
Der Anfang vom Ende: Serdar Dursun (l.) köpfte unbedrängt zum 2:1 für Darmstadt ein. Aue kam nicht mehr zurück, Dursun traf sogar noch ein zweites Mal.  © imago images/Sven Sonntag

Der 52-Jährige sprach von einer "selbstverschuldeten Niederlage". 

Aue führte 1:0 und blieb ohne Dreier. Das wird langsam zur Regelmäßigkeit. 19 Zähler büßte der FCE so bereits ein.

Wer Schuster auf die Gründe anspricht, macht sich nicht gerade beliebt: "Weil wir danach bestimmt noch ein oder zwei Gegentore bekommen haben. Ich bin mir aber nicht so ganz sicher ..."

Dass sich Aue so oder so warm anziehen musste, war vom Anpfiff weg klar. Darmstadt, das am Sonnabend St. Pauli mit 4:0 abgeschossen und einen Tag weniger Regenerationszeit hatte, zeigte mehr Elan, wirkte frischer und auch galliger.

Lilien-Coach Dimitrios Grammozis hatte gegenüber der letzten Partie fünf Wechsel vorgenommen, wie schon eine Partie zuvor. 

Schuster ließ jeweils exakt die gleiche erste Elf auflaufen. An mangelnder Fitness wollte er die zweite Heimpleite aber nicht festmachen: "Die Problematik war nicht die körperliche, sondern die geistige Frische. Wir sind zu selbstsicher und sorglos gewesen, haben dadurch nicht die absolute Leistungsbereitschaft abgerufen." Das saß!

Maskenball: Das Auer Trainer-Trio Dirk Schuster (M.) und seine Co-Übungsleiter Sascha Franz (l.) und Marc Hensel. Am Ende standen die drei im Regen.
Maskenball: Das Auer Trainer-Trio Dirk Schuster (M.) und seine Co-Übungsleiter Sascha Franz (l.) und Marc Hensel. Am Ende standen die drei im Regen.  © imago images/Sven Sonntag

Aue verteilte Präsente

Klarer Sieger im Bruderduell: Darmstadts Tobias Kempe (r.) mit Dennis Kempe.
Klarer Sieger im Bruderduell: Darmstadts Tobias Kempe (r.) mit Dennis Kempe.  © imago images/Sven Sonntag

Erschwerend hinzu kamen die individuellen Fehler. 

Aue bekam das 1:0 von Florian Krüger durch Lilien-Verteidiger quasi geschenkt, verteilte selbst aber gleich drei Präsente.

"Wir haben den Gegner zurückgeholt mit Fehlern in der eigenen Hälfte und im eigenen Sechzehner, wo wir einen Elfmeter fabrizieren", geht Schuster auf den Ausgleich durch Tobias Kempe ein. 

Vorausgegangen war ein Lapsus von Louis Samson und Sören Gonther sowie ein ungestümes Einsteigen von Keeper Robert Jendrusch.

Serdar Dursun bestrafte die weiteren Defensiv-Schnitzer eiskalt. Schuster: "Das alles passte ins Bild. Wir hätten mehr investieren müssen. Das macht mich unzufrieden und nachdenklich."

Was ebenfalls zu denken gibt: Fehlt Martin Männel, fehlt der Lautsprecher. Im ersten Durchgang war es der gesperrte Kapitän, der den Antreiber gab - von der Haupttribüne aus. Nach dem Seitenwechsel versuchte immerhin Gonther das Geschehen zu ordnen. Der Rest schien mehr mit sich selbst beschäftigt.

Titelfoto: imago images/Sven Sonntag

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