Gegen kommende Pandemien absichern: Aue zieht Lehren aus Corona-Krise

Aue - Das Coronavirus traf die DFL-Clubs und damit auch den FC Erzgebirge wie ein Asteroid. Von jetzt auf gleich versiegten durch Lockdown und Geisterspiele wichtige Einnahmequellen. Ohne Zuschauer zum Beispiel keine Ticket- und Catering-Erträge. Weil der Spielbetrieb am 16. Mai fortgesetzt wurde, fließen wenigstens die TV-Gelder.

Die Veilchen jubeln nach dem geschafften Klassenerhalt. Sollte es nochmals zu einer Pandemie kommen, könnte ihnen das Lachen vergehen. Boss Helge Leonhardt möchte Schutzklauseln in die Verträge einbauen lassen.
Die Veilchen jubeln nach dem geschafften Klassenerhalt. Sollte es nochmals zu einer Pandemie kommen, könnte ihnen das Lachen vergehen. Boss Helge Leonhardt möchte Schutzklauseln in die Verträge einbauen lassen.  © picture point/Sven Sonntag

Würde auch dieser Geldstrom versiegen, gingen nicht nur im "Schacht" die Lichter aus. Allerdings soll die geplante TV-Vergütung gekürzt werden, so der aktuelle Stand. 

"'Corona' hat uns vor Augen geführt, wie fragil das Ganze wird, sobald höhere Gewalt im Spiel ist und das Geschäft lahmlegt", wertet FCE-Boss Helge Leonhardt die Covid-19-Pandemie als den berüchtigten Schuss vor den Bug.

"Wir sind gefordert, aus der Krise die richtigen Lehren zu ziehen und unsere Vorkehrungen zu treffen", meint der 61-jährige Unternehmer.

Was ihm vorschwebt: "Ich lasse gegenwärtig rechtlich prüfen, inwiefern wir bei künftigen Profiverträgen eine Pandemie-Klausel - ich nenne es auch Schutzklausel für Proficlubs - einfügen können, die uns erlaubt, im Extremfall Kürzungen vorzunehmen."

"Wenn notwendig werde ich damit bis in die höchsten Kreise unseres Rechtssystems und der Politik gehen"

Helge Leonhardt denkt schon einen Schritt weiter.
Helge Leonhardt denkt schon einen Schritt weiter.  © picture point/Sven Sonntag

Helge Leonhardt argumentiert damit, dass die Profi-Verträge bei Spielern und Trainern Zeitverträge, das heißt, befristete Arbeitspapiere seien, die von Jahr zu Jahr bei den meisten gewisse Steigerungsraten im Grundlohn und den Prämien enthielten. 

"Darin liegt ein zusätzliches Dilemma, wenn Ereignisse eintreten, wie jetzt bei Corona, wo man aber niemandem einen Vorwurf machen kann. Trotzdem ergibt sich aus diesem Sachverhalt heraus für mich als Klubpräsident eine Pflicht, dieses arbeitsrechtliche Thema aufzurufen. Wenn notwendig werde ich damit bis in die höchsten Kreise unseres Rechtssystems und der Politik gehen. Dies allein zum Schutz unseres Clubs und damit zum Erhalt der Arbeitsplätze", erklärt Leonhardt.

Am Hungertuch werde deswegen kein Profi nagen. 

"Selbstverständlich wird niemand schlechter, als bei Kurzarbeit gestellt. Deswegen müsste es eine 'Schallgrenze' geben. Und man muss immer herausstellen, dass es lediglich für einen befristeten Zeitraum gilt, bis die alten Rahmenbedingungen der Finanzierungsbausteine wieder gegeben sind", so Leonhardt.

Vielleicht macht diese Idee sogar Schule. Leonhardt jedenfalls will sein Ansinnen auch der DFL vortragen: "Das ist im Interesse des Erhaltes des Profifußballs. Ehe man sich über Gehaltsobergrenzen Gedanken macht, sollte man sich parallel diesem Thema widmen, als Lehre aus der Krise."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0