400 Mal für Aue! Ikone Männel ist treuester Zweitliga-Profi, aber ein Ziel fehlt noch

Aue - Sie sind die Ikonen ihrer Vereine: Aues Martin Männel und der Heidenheimer Marc Schnatterer spielen seit zwölf Jahren, drei Monaten und 16 Tagen für ein und denselben Club. Am Sonntag treffen die treuesten Zweitliga-Profis mal wieder aufeinander.

Marc Schnatterer vom FC Heidenheim.
Marc Schnatterer vom FC Heidenheim.  © Picture Point/Gabor Krieg

Was zeichnet die beiden aus? "Ich schätze, eine gewisse Bodenständigkeit, aber auch Kontinuität und Qualität, die wir für unsere Vereine unter Beweis gestellt haben", meint Männel.

Hätte der FCE-Kapitän 2008 bei seinem Wechsel von Energie Cottbus II. ins Lößnitztal gesagt bekommen, du spielst 2020 noch immer für die Veilchen, was hätte er entgegnet, gefühlt? "Wahrscheinlich wäre ein lachendes und weinendes Auge dabei gewesen", erklärt Männel.

"Ich hätte mich glücklich geschätzt, so lange einen der nur 36 Plätze zwischen den Pfosten in den ersten beiden Ligen zu besetzen. Das ist schon ein Privileg. Aber ich hatte damals auch die Ambition, irgendwann 1. Liga zu spielen. Das hat sich bislang nicht ergeben", räumt der 32-Jährige ehrlich ein.

Martin Männel wohnte in WG mit Marc Hensel, Jan Hochscheidt und Arne Feick

Keeper Martin Männel hat allen Grund zum Lächeln: Der Kapitän des FCE bestreitet am Sonntag sein 400. Spiel für die Veilchen - heutzutage im Fußball eine Seltenheit.
Keeper Martin Männel hat allen Grund zum Lächeln: Der Kapitän des FCE bestreitet am Sonntag sein 400. Spiel für die Veilchen - heutzutage im Fußball eine Seltenheit.  © Picture Point/Roger Petzsche

Als er vor mehr als einem Jahrzehnt ins Erzgebirge kam, bezog er zunächst eine WG mit Marc Hensel, Jan Hochscheidt und Arne Feick. 

"Das hat uns allen geholfen, im Verein Fuß zu fassen und sofort unsere Leistung abzurufen. ,Janni' und Marc haben gerne den Kochlöffel geschwungen. Arne und ich waren aber auch nicht untätig", erinnert sich Männel zurück.

Ein Jahr hielt die Fußballer-WG, dann wechselte Feick zu Arminia Bielefeld. "Danach bin ich mit Marc zusammengezogen und ein Jahr später mit meiner jetzigen Ehefrau Doreen", erzählt Männel. 

"Ich habe nicht nur sportlich mein Glück gefunden, sondern auch privat", betont der zweifache Familienvater.

Berührender Instagram-Post von Doreen Männel

Kuss für die Liebste bzw. den Liebsten: Martin Männel und Ehefrau Doreen.
Kuss für die Liebste bzw. den Liebsten: Martin Männel und Ehefrau Doreen.  © picture point/Sven Sonntag

Was seine Vereinstreue für die Familie Männel bedeutet, unterstrich seine Doreen vor zwei Wochen in ihrem Instagram-Post

"Ich musste in 10 Jahren mit dir nie in eine andere Stadt ziehen, beruflich von vorn anfangen oder mir einen neuen Freundeskreis aufbauen. Wir haben hier zwei Kinder bekommen, die dieses Glück auch haben. Das ist alles andere als selbstverständlich in dieser Branche und ich weiß das sehr zu schätzen", heißt es dort.

Dass Martin Männel am Sonntag sein 400. Pflichtspiel für den FC Erzgebirge Aue bestreitet - vor ihm haben das nur Jörg Weißflog, Holger Erler und Volker Schmidt geschafft -, ist in der Branche Fußball eine Hausmarke, ringt dem Keeper allerdings nur ein müdes Lächeln ab: "Es soll ja nicht das letzte Spiel sein, von daher ist es nur eine Zahl."

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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