Aue-Boss Leonhardt-Appell: "Hass und Missgunst nicht zulassen"

Aue - Die Corona-Pandemie hält den FC Erzgebirge seit Mitte März im Würgegriff. Er kann sich nur daraus befreien, wenn der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird. Die DFL-Vollversammlung am Donnerstag brachte noch keinen Durchbruch, sorgte aber dafür, dass die zuvor schwache Funzel den Schacht etwas heller erleuchtet.

18A Schaut etwas skeptisch drein: FCE-Boss Helge Leonhardt. Auch beim FC Erzgebirge hängt Wohl und Weh von der Fortsetzung der Saison ab.
18A Schaut etwas skeptisch drein: FCE-Boss Helge Leonhardt. Auch beim FC Erzgebirge hängt Wohl und Weh von der Fortsetzung der Saison ab.  © picture point/Sven Sonntag

Ziel ist ein frühzeitiger Einstieg in den Spielbetrieb. Je später, desto stärker die Langfristschäden für jeden der 36 DFL-Clubs. Aue-Präsident Helge Leonhardt treibt das um: "Wir müssen vermeiden, dass die Maßnahmen gegen Corona Kollateralschaden für den Fußball nach sich ziehen. Die DFL handelt umsichtig und tut alles dafür, die Voraussetzungen für einen 'Restart' herzustellen."

Hierzu wurde das 41-seitige Papier "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb im Profifußball" erarbeitet, indem auch die Hotelbeherbergung thematisiert wird. Läuft der Spielbetrieb wieder an, ist auch diese Branche mit im Boot. Leonhardt: "Durch den Fußball erhält die Hotelerie einen Anschub und dringend benötigte Einnahmen. Es könnte auch für dieses Gewerbe der erste Schritt zurück in die Normalität sein."

Vorgestern ebenfalls mit auf den Weg gebracht wurde eine finanzielle Unterstützung für die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga - 7,5 Millionen Euro. Aufgebracht wird es von den vier Champions-League-Teilnehmern Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen.

Für FCE-Geschäftsführer Michael Voigt ist der "DFL-Soli" ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Basis. "Die 3. Liga ist der Unterbau für die 1. und 2. Bundesliga. Ihn müssen wir erhalten." Ins selbe Horn bläst auch Leonhardt: "Wir dürfen keinesfalls den Sport vernachlässigen und hängen lassen, der sich, wie die 3. Liga und Regionalliga, vorwiegend aus Zuschauern und Sponsoring und nicht aus Medienkapital finanziert. Es geht um die nachfolgenden Generationen und den Stolz und die Ehre alles zu erhalten. Und vor allem geht es um die Jugend!"

Der Veilchen-Boss weiß auch, dass alles andere nur in einer Neid-Debatte mündet, die den Fußball spaltet. Die da oben dürfen spielen, wir aber nicht. Genau diese Meinungsmache gelte es zu vermeiden. Leonhardt: "Wir dürfen nicht zulassen, dass Missgunst und Hass erzeugt werden. Jeder schaut jetzt auf uns, wie sorgfältig, gewissenhaft und vorbildhaft wir vorgehen."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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