Klewin ist die neue Nummer 2 im FCE-Tor: "Ich stelle mich hintenan"

Opalencia - Die Tinte war gerade erst am Trocknen, da befand sich Philipp Klewin auch schon im FCE-Mannschaftsbus auf dem Weg ins Polen-Camp. Quasi auf den letzten Drücker sprang der 26-jährige Torhüter am Mittwochmorgen auf. Es war aber kein Hauruckverfahren.
Philipp Klewin macht sich vor Dimitrij Nazarov ganz breit. Klewin feierte im Oktober 2018 ausgerechnet gegen Aue sein Zweitliga-Debüt im Bielefelder Tor.
Philipp Klewin macht sich vor Dimitrij Nazarov ganz breit. Klewin feierte im Oktober 2018 ausgerechnet gegen Aue sein Zweitliga-Debüt im Bielefelder Tor.  © imago images/Eibner

Denn Klewin und der Kumpelverein einigten sich auf einen langfristigen Dreijahresvertrag. "Gegen 7.30 Uhr stieß ich dann erstmals zur Mannschaft und bin sofort top aufgenommen worden. Das spricht schon eine eigene Sprache", berichtet der Neuzugang.

Obwohl alles fix ging, wusste er schon sehr genau, was ihn im Erzgebirge erwartet: "Aue ist ein richtiger Arbeiterverein. Jeder versucht alles reinzuwerfen. Das war mir schon immer ein Begriff."

Mit Rot-Weiß Erfurt traf er zweimal auf die Veilchen. Für seinen letzten Arbeitgeber Bielefeld feierte er am elften Spieltag der Saison 2018/19 sein Zweitliga-Debüt gegen Aue. Auf der Gegenseite stand jeweils Martin Männel zwischen den Pfosten. 

Nun stehen beide auf einer Seite und sind dennoch Konkurrenten - oder?

Familienvater Klewin sucht im Erzgebirge eine Wohnung

Philipp Klewin am Donnerstag beim Training im Polen-Camp.
Philipp Klewin am Donnerstag beim Training im Polen-Camp.  © FC Erzgebirge

"Ich bin als Nummer 2 gekommen. Das wurde klar so kommuniziert. Außerdem weiß ich um die Bedeutung von Martin hier im Verein. Vollkommen zurecht stelle ich mich da erstmal hintenan", zeigt sich Klewin betont demütig. Er weiß, worauf er sich einließ, doch die "ewige" Nummer zwei ist ihm nicht auf den Leib geschneidert. "Es gibt das Leistungsprinzip. Deswegen möchte ich zeigen, was ich mittlerweile kann, wenn ich gebraucht werde."

Dass er liefern kann, bewies er in Erfurt. Für seinen Jugendverein bestritt der gebürtige Friedrichrodaer zwischen 2012 und 2018 177 Drittliga-Einsätze. Im Zuge der Planinsolvenz und des Abstiegs der Thüringer schloss sich Klewin für zwei Spielzeiten Arminia Bielefeld an. "Dort bin ich gereift, beim Torwartspiel und auch als Mensch", berichtet der Schlussmann. "Ich habe jetzt zwei Kinder."

Gemeinsam mit Ehefrau Lara sucht der junge Familienvater im Erzgebirge nun eine geeignete Wohnung - und eine Kindertagesstätte für Sohnemann Jonathan und Töchterchen Amalia. 

Philipp Klewin (M.) mit Martin Männel (r.) und Probetorwart Kevin Harr.
Philipp Klewin (M.) mit Martin Männel (r.) und Probetorwart Kevin Harr.  © FC Erzgebirge

"In Bielefeld war das nicht so einfach. Zum Glück hält mir meine Frau den Rücken frei und kümmert sich derzeit um alles, sodass ich mich rein auf Fußball konzentrieren kann", setzt Klewin auch abseits des Platzes auf Teamarbeit.

Titelfoto: FC Erzgebirge

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