Geben Geisterspiele dem aufblühenden FC Erzgebirge Aue einen Knacks?

Aue - Geisterspiele. Man konnte sich nie daran gewöhnen, ist froh gewesen, dass dieses Unwort mit Saisonbeginn im Giftschrank verschwand. Die vierte Corona-Welle sorgte für die Rückkehr der im Fanlager unpopulären Maßnahme, die Zuschauer auszusperren. Der FC Erzgebirge Aue bestreitet damit gefühlt jeden Spieltag auswärts.

Da hilft kein Verbiegen: FCE-Teamchef Marc Hensel (35) muss mit seiner Mannschaft bei den Heimspielen ohne Fanunterstützung auskommen.
Da hilft kein Verbiegen: FCE-Teamchef Marc Hensel (35) muss mit seiner Mannschaft bei den Heimspielen ohne Fanunterstützung auskommen.  © Picture Point / Sven Sonntag

Einziger Unterschied: Jedes zweite Wochenende entfällt die Busfahrt. Dagegen gibt es paradoxerweise auswärts Support durch die eigenen Fans, wie zuletzt in Rostock, als 800 Schlachtenbummler mit an die Ostseeküste gereist waren.

"Fühlt sich befremdlich an", antwortet FCE-Teamchef auf die Frage, wie er dem neuerlichen Zuschauer-Lockdown begegnet: "Das sind politische Entscheidungen, die wir alle hinnehmen und akzeptieren müssen. Trotzdem ist es ein großer Nachteil."

Betroffen sind in der 2. Liga bisher nur die sächsischen Klubs Aue und Dynamo Dresden. Ansonsten gilt: andere Bundesländer, andere Sitten. Hensel: "In Rostock spielten wir vor über 21.000 Zuschauer. Nächste Woche in Bremen erwartet uns sicher eine ähnliche Kulisse", mutmaßt Hensel.

"Berechtigtes Dasein": Darmstadt-Coach Lieberknecht lobt FC Erzgebirge Aue
FC Erzgebirge Aue "Berechtigtes Dasein": Darmstadt-Coach Lieberknecht lobt FC Erzgebirge Aue

Vergangenes Wochenende verfolgten 42.000 Besucher das Duell der Bundesligaabsteiger mit Schalke 04. Hensel: "Das Fehlen der Zuschauer, die uns in den letzten Wochen so sehr unterstützt haben, trifft uns ganz, ganz hart. Damit müssen wir umgehen und uns bestmöglich auf die geänderten Rahmenbedingungen vorbereiten. Ich hoffe inständig, dass es keine negativen Auswirkungen auf die guten Entwicklungen der letzten Wochen hat, gerade jetzt, wo wir uns mit drei Siegen unten etwas herausgearbeitet haben."

Das Wort Wettbewerbsverzerrung kommt dem 35-Jährigen dabei nicht über die Lippen. "Die anderen Klubs können nichts für von oben angeordnete Maßnahmen. Das sind Debatten, die die gesamte Gesellschaft und nicht allein den Profifußball angehen", begründet Hensel.

Das wird's so schnell nicht mehr geben: Marc Hensel (35) feiert mit dem Veilchen-Anhang auf der Tribüne.
Das wird's so schnell nicht mehr geben: Marc Hensel (35) feiert mit dem Veilchen-Anhang auf der Tribüne.  © Picture Point / Gabor Krieg

Bis vorerst 12. Dezember fehlt dem FCE der wichtige Support. Bleibt es dabei, würde das Sachsenderby (12.12.) vor leeren Rängen stattfinden. Morgen gegen Darmstadt 98 sind die Traversen definitiv verwaist.

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: