George unter Tage: Der Auer Neuzugang weiß jetzt, was malochen bedeutet

Aue - Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Jann George (29) verließ Jahn Regensburg nach sechseinhalb Jahren, um sich dem FC Erzgebirge Aue anzuschließen. Vom Zweitliga-Achten zum Vorletzten. Ein gewagter Schritt. George tat ihn aus vollster Überzeugung. Der Schacht hat es ihm jedenfalls sofort angetan.

Harte Arbeit unter Tage. Auf die Veilchen wartet diese in der Rückrunde auch, um in der Tabelle von unten hochzuklettern.
Harte Arbeit unter Tage. Auf die Veilchen wartet diese in der Rückrunde auch, um in der Tabelle von unten hochzuklettern.  © FCE

Vor Kurzem fuhren die Veilchen in Schneeberg-Neustädtel unter Tage. Die Maßnahme zum Teambuilding sollte klarmachen, wie hart in der Region seit Jahrhunderten gearbeitet wird. Das hinterließ Eindruck.

"Eine überragende Geschichte", findet George: "Der Gedanke, dass da mehrere Stunden in kompletter Dunkelheit so eine Kraftanstrengung unternommen wurde, um nur Stück für Stück voranzukommen. Das muss man würdigen!"

Nicht vergleichbar, aber auch mühsam wird es für den FCE in der Rückrunde, um nach dem 34. Spieltag über dem Strich zu stehen. Dafür ist George gekommen, wenngleich der Abgang aus Regensburg nicht einfach war.

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"Natürlich fiel der Abschied schwer. Da ich aber schon seit längerer Zeit wusste, dass ich keine Perspektive mehr habe, konnte ich mich darauf vorbereiten", erklärt der gebürtige Nürnberger.

Der 29-Jährige bestritt in der laufenden Saison für den SSV Jahn drei von 18 möglichen Zweitliga-Partien über 43 Minuten. Verletzungspech durch Außenbandprobleme und einen Muskelfaserriss taten ein Übriges. George will das hinter sich lassen und blickt erwartungsvoll nach vorn: "Ich hatte richtig gute Gespräche mit Marc Hensel und Pavel Dotchev. Es hatte sofort gefunkt."

Etwas Neues für den Neuen: George (M.) fuhr mit FCE-Teamchef Marc Hensel (2.v.r.) und den neuen Mannschaftskollegen in den Schacht ein.
Etwas Neues für den Neuen: George (M.) fuhr mit FCE-Teamchef Marc Hensel (2.v.r.) und den neuen Mannschaftskollegen in den Schacht ein.  © Foto-Atelier LORENZ/Zschorlau

George ist optimistisch, dass Aue das Zeug zum Klassenerhalt hat

Jann George (29, r.) läuft im Test bei Dynamo (0:5) an Antonis Aidonis vorbei. Auf sein Können bauen die Veilchen im Abstiegskampf.
Jann George (29, r.) läuft im Test bei Dynamo (0:5) an Antonis Aidonis vorbei. Auf sein Können bauen die Veilchen im Abstiegskampf.  © Picture Point/Gabor Krieg

Dieser Funke muss jetzt nur noch auf den Rasen überspringen, damit der Deutsch-Amerikaner seinen Beitrag zum "Klassenkampf", wie FCE-Teamchef Hensel den schwierigen Weg zum Zweitligaerhalt gern nennt, zu leisten.

An Ehrgeiz mangelt es dem Winterneuzugang nicht. "Es kommt vielleicht nicht immer gut an, wenn man zu ehrgeizig ist, aber in dieser Situation ist das notwendig", findet George.

Die ersten Eindrücke von den neuen Kollegen stimmen ihn optimistisch, dass Aue das Zeug zum Klassenerhalt hat: "Ich sehe, dass alle willig und gierig sind. Dazu haben wir viele erfahrene Spieler, die so eine Situation schon einmal durchgemacht haben."

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Zweifelsohne hilft Erfahrung im Abstiegskampf. Aue muss klar im Kopf bleiben, darf sich durch Rückschläge und -stände nicht sofort aus der Bahn werfen lassen. Das 0:5 in der Generalprobe bei Dynamo Dresden sagte etwas anderes aus und sollte 2022 eine Ausnahme bleiben.

Titelfoto: FCE

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