Hammer-Liga und endlich wieder Derbys? Aue-Boss Leonhardt: "Mit Fans wäre das grandios!"

Aue - Zweimal stieg der FC Erzgebirge Aue nach fünf Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit ab - 2008 und 2015. Nun war wieder dieses ominöse fünfte Jahr. Es wurde gemeistert. Daher strahlen alle im Schacht, ganz besonders Präsident Helge Leonhardt (62) hat sein Siegerlächeln aufgesetzt.

Zum dritten Mal in Folge sicherte sich Aue vorzeitig den Klassenerhalt - und das im ominösen fünften Jahr. Da freut sich Präsident Helge Leonhardt (62, M.) zusammen mit Dimitrij Nazarov (31) und seinem Juwel Florian Krüger (22, r.).
Zum dritten Mal in Folge sicherte sich Aue vorzeitig den Klassenerhalt - und das im ominösen fünften Jahr. Da freut sich Präsident Helge Leonhardt (62, M.) zusammen mit Dimitrij Nazarov (31) und seinem Juwel Florian Krüger (22, r.).  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Herr Leonhardt, wie halten Sie es mit dem Aberglauben? Angst gehabt vor dieser Saison?

Leonhardt: "Nein! Es wurde uns ja von allen Seiten zugetragen, dass wir dazu neigen, nach fünf Jahren abzusteigen. Ich halte mich lieber an die Realität, und die haben wir trotz aller Probleme bravourös gemeistert. Wir haben in Pandemie-Zeiten geliefert, die Mannschaft hat das Ziel Klassenerhalt vorzeitig erreicht."

TAG24: Aber in den letzten Wochen waren Sie aufgrund der gezeigten Leistungen dennoch ungehalten.

Leonhardt: "Wenn du zwei Matchbälle leichtfertig durch zwei Heimniederlagen in den Sand setzt, darf der Präsident schon einmal Kritik üben. Die ist dann bei mir halt auch etwas lauter und präziser. Da baue ich auch mal Druck auf. Das ist im Profisport so. Wichtig war, dass die Jungs in Braunschweig und Karlsruhe geliefert haben. Fertig ist die Laube."

TAG24: Was war das Schwierigste an dieser Saison?

Leonhardt: "Ganz klar die Pandemie. Geld, mit dem du sicher geplant hast, floss nicht im erwarteten Umfang. Das mussten wir in den Griff bekommen, haben brutal restruktuiert. Es ist noch nicht alles gelöst, aber wir sind auf dem Weg. Wichtig war, dass alle mitgezogen haben und weiter mitziehen werden."

Aue-Boss Leonhardt: "Das Geld sitzt derzeit nicht so locker wie vor Corona"

FCE-Präsident Helge Leonhardt hätte nichts dagegen, wenn es in der kommenden Saison wieder ein Sachsenderby geben würde.
FCE-Präsident Helge Leonhardt hätte nichts dagegen, wenn es in der kommenden Saison wieder ein Sachsenderby geben würde.  © Lutz Hentschel

TAG24: Mitziehen heißt auch, die Spieler verzichten weiter auf Gehalt?

Leonhardt: "Alle! Die Spieler leben auf keiner Insel. Wir sind ein eingetragener Verein, keine GmbH oder AG. Unser Verein hat 13 Abteilungen, alle haben verzichtet. Und wenn wir ehrlich sind: Es gibt Berufszweige, die es bedeutend härter getroffen hat, denen die Einbußen mehr weitaus mehr schmerzen. Wir erhielten das Privileg zu spielen."

TAG24: Nächste Saison gibt es eine Hammer-Liga. Schalke steht als Absteiger fest, ein Großer könnte noch herunterkommen. Ost-Traditionsclubs wie Dresden und Rostock könnten aufsteigen. Wie sehr freuen Sie sich darauf?

Leonhardt: "Das ist noch gemischt. Wenn wir es hinbekommen, mit Fans zu spielen, wird das grandios. Ohne ist das doch alles nur die Hälfte wert. So allein im Stadion zu sitzen, kotzt mich ehrlicherweise ganz schön an. Wir müssen es endlich schaffen, dass unsere gut entwickelten Hygienekonzepte Anwendung finden. Falls man das Impfen zahlenmäßig bis Sommer in den Griff bekommt, wird es sich schlagartig bessern. Dann wird auch die Wirtschaft enorm profitieren und es die Konjunktur beflügeln, kommen Sponsoren dazu, ist das richtig gut. Wenn nicht, naja, wird's für alle irgendwann eng."

TAG24: Gehört Florian Krüger (22) nächste Saison noch zum Kader?

Leonhardt: "Es kommt, wie es kommt. Das ist wie vor einigen Jahren bei Pascal Köpke (25). ,Flo' hat Vertrag, wird aber in einigen Notizbüchern stehen. Doch er kostet auch den einen oder anderen fetten Euro. Das Geld sitzt derzeit nicht so locker wie vor Corona. Ich denke, es wäre für alle Seiten besser, wenn er noch mindestens ein Jahr bleibt. Aber wenn er gehen sollte, werden wie adäquaten Ersatz für ihn finden. Ich lasse das auf mich zukommen."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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