Ist Aue müde? Ohne Druck fehlt die nötige Konzentration, Kraft schwindet auch!

Aue - Es war ein schmaler Grat, den Klubchef Helge Leonhardt (62) vor Nürnberg (0:1) beschritt, um nicht alles schlechtzureden. Gleichzeitig aber mahnend den Zeigefinger zu heben, damit die bisher so gute Saison nicht einfach dahinplätschert und der FC Erzgebirge Aue im unteren Mittelfeld abschließt.

Aue-Routinier Jan Hochscheidt (33, l.) sprach nach nur einem Sieg in den vergangenen sieben Partien Klartext.
Aue-Routinier Jan Hochscheidt (33, l.) sprach nach nur einem Sieg in den vergangenen sieben Partien Klartext.  © picture point/Sven Sonntag

Genau das droht nach der zweiten Heimniederlage in Serie. Ein Novum.

Überhaupt gab es in dieser Saison noch keine Phase, wo in zwei aufeinanderfolgenden Partien im Erzgebirgsstadion kein Sieg heraussprang.

"Wir müssen langsam wieder punkten", findet Jan Hochscheidt (33). Bei nur einem Sieg in den zurückliegenden sieben Spielen ist es höchste Eisenbahn.

"Gegen die Mannschaften unter uns müssen wir uns straffen", fordert Hochscheidt angesichts der jüngsten Ergebnisse gegen den SV Darmstadt 98 (1:4), SSV Jahn Regensburg (1:1) und Nürnberg, allesamt am jeweiligen Spieltag hinter Aue platziert.

Bröckelt daheim der Putz ab, müsse im Endspurt eben auswärts das Ruder herumgerissen werden. Bestenfalls schon Freitagabend bei Hochscheidts Ex-Klub Eintracht Braunschweig.

"Wir haben die Möglichkeit, es besser zu machen und müssen auswärts wieder etwas holen", so der 33-Jährige.

Aue-Offensivmann Jan Hochscheidt: "Haben uns Druck aufgebaut"!

Schon wieder: Die Veilchen schlichen nach der zweiten Heimniederlage in Folge vom Platz.
Schon wieder: Die Veilchen schlichen nach der zweiten Heimniederlage in Folge vom Platz.  © picture point/Sven Sonntag

"Wir haben uns für die nächsten beiden Auswärtsspiele Druck aufgebaut, wieder zu punkten", stellt Hochscheidt auf die Partie im Eintracht-Stadion und den KSC-Nachholer drei Tage später auf der Baustelle Wildparkstadion an.

Dass es Druck braucht, ist irgendwo nachvollziehbar. Seit dem 2:0 gegen Sandhausen, dem letzten Sieg, ist der Klassenerhalt nahezu sicher. Von ganz unten droht keine große Gefahr und zu ganz oben langt es nicht.

Da fehlte mitunter die letzte Konzentration, wovon die frühen Gegentore gegen Darmstadt, Regensburg oder Pauli zeugten, die teils nach leichtfertigen Ballverlusten im eigenen Spielaufbau fielen.

Auch klar: Der ohnehin auf Kante genähte Kader wurde in den letzten Monaten infolge von Langzeitverletzungen und den Corona-Quarantänen für Clemens Fandrich (30) und Ben Zolinski (28) gebeutelt und zollt dem vielleicht in dieser späten Saisonphase auch Tribut.

Die Veilchen sind wohl einfach ein wenig müde, sollten aber schnell wieder aufwachen.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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