Joker Amenyido rettet dem FC St. Pauli nach schwacher Leistung gegen Erzgebirge Aue einen Punkt!

Hamburg - Das gibt es doch nicht! Der FC St. Pauli ist am Samstag in allerletzter Sekunde gegen den FC Erzgebirge Aue zu einem glücklichen 2:2 (1:1) gekommen.

FCSP-Keeper Nikola Vasilj (2.v.l.) war beim 0:1 der Auer durch Ben Zolinski (r.) machtlos.
FCSP-Keeper Nikola Vasilj (2.v.l.) war beim 0:1 der Auer durch Ben Zolinski (r.) machtlos.  © Picture Point / Sven Sonntag

Vor 1724 Zuschauern brachte Ben Zolinski die Gäste in Führung (17. Minute), doch noch vor der Pause glich Jakov Medic für St. Pauli per Kopf aus (30.). Nach 72 Minuten brachte Nikola Trujic Aue erneut in Führung, ehe Etienne Amenyido in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.

St.-Pauli-Coach Timo Schultz, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte, vertraute nach der 0:3-Pleite bei Holstein Kiel vor der Winterpause auf drei neue Kräfte.

Medic, Christopher Buchtmann und Maximilian Dittgen ersetzten James Lawrence, Igor Matanovic (beide Bank) und Daniel-Kofi Kyereh (Afrika Cup).

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Gäste-Trainer Marc Hensel setzte auf fünf Veränderungen im Vergleich zur 1:3-Niederlage vor Weihnachten gegen den 1. FC Nürnberg.

Erik Majetschak, Dimitrij Nazarov (beide Bank), Sam Schreck, Anthony Barylla (beide krank) und Soufiane Messeguem (Muskelbündelriss) machten Platz für Malcolm Cacutalua, Sören Gonther, Clemens Fandrich, Neuzugang Prince Osei Owusu und Zolinski.

St. Pauli bestimmte mit viel Ballbesitz die Anfangsphase, konnte sich aber keine nennenswerten Chancen erspielen. Aue versuchte durch viel Laufarbeit die Räume eng zu halten und auf Nadelstiche zu setzen.

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FC Erzgebirge Aue begann mit diesen elf Spielern das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli

Jakov Medic gleicht Aues Führung durch Ben Zolinski nach einer halben Stunde per Kopf aus

Jakov Medic (2.v.r.) setzt sich in der Luft gegen Dirk Carlson (r.) durch und köpft zum Ausgleich ein.
Jakov Medic (2.v.r.) setzt sich in der Luft gegen Dirk Carlson (r.) durch und köpft zum Ausgleich ein.  © Picture Point / Sven Sonntag

Einer davon führte in der 17. Minute zur überraschenden Führung der Gäste. Nach einem langen Ball von Antonio Jonjic setzte sich auf der rechten Seite Owusu gegen Philipp Ziereis durch und passte in die Mitte, wo Zolinski vor Ohlsson am Ball war und locker vollendete. Was für ein Nackenschlag für die Kiezkicker!

Die Schultz-Elf tat sich in der Folge weiterhin schwer und so musste nach einer halben Stunde eine Standardsituation herhalten, um den Ausgleich zu erzielen.

Eric Smith brachte einen Freistoß auf den zweiten Pfosten, wo Medic am höchsten stieg und per Kopf nicht nur das 1:1 markierte, sondern auch seinen ersten Treffer im braun-weißen Dress.

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In der vierminütigen Nachspielzeit hatte St. Pauli die beiden einzigen Chancen aus dem Spiel heraus.

Erst prüfte Jackson Irvine Aue-Keeper Martin Männel per Kopf, wenig später zwang Marcel Hartel den Veilchen-Kapitän per Distanzschuss zu einer Flugeinlage. Damit blieb es beim 1:1.

Aues Nikola Trujic schockt den FC St. Pauli, ehe Joker Etienne Amenyido sticht

Nikola Trujic brachte Aue beim FC St. Pauli wieder in Führung, doch die Kiezkicker kamen noch mal zurück.
Nikola Trujic brachte Aue beim FC St. Pauli wieder in Führung, doch die Kiezkicker kamen noch mal zurück.  © Picture Point / Sven Sonntag

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Kiezkicker stürmisch aus der Kabine und hatten durch Irvine die nächste dicke Chance, doch der Australier traf frei vor Männel den Ball nicht richtig.

In der Folge hatten die Hausherren weiterhin viel Ballbesitz, agierten aber viel zu hektisch. Aue beschränkte sich auf ihre solide Defensivarbeit, hätte nach einer knappen Stunde aber in Führung gehen müssen.

Owusu tauchte plötzlich mutterseelenallein für Vasilj auf, sein Schuss zog aber knapp am langen Pfosten vorbei. Während sich St. Pauli weiterhin mühte, trafen die Gäste erneut. Nach einer Flanke wuchtete Jan Hochscheidt das Leder erst noch an die Latte, den Abpraller nickte der gerade erst eingewechselte Trujic über die Linie. Die Gäste belohnten sich damit für ihre couragierte Leistung.

Den Kiezkickern fehlte bis zum Ende in der Offensive trotz aller Bemühungen die Durchschlagskraft, sodass klare Chancen ausblieben. Stattdessen stand der FCE weiterhin gut und kompakt, ohne defensiv richtig gefordert zu werden.

In der Nachspielzeit fiel dennoch der viel umjubelte Ausgleichstreffer. Joker Amenyido tankte sich im Strafraum durch und erzielte mit einem Schlenzer das 2:2. Damit war auch Schluss. St. Pauli konnte sich am Ende über den einen Punkt nach schwacher Leistung freuen, der FCE haderte nach dem Spielverlauf sicherlich um den verpassten Coup am Millerntor.

Für St. Pauli geht es bereits am Dienstag im Pokal gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund weiter, ehe am Freitag das Derby gegen den HSV ansteht. Aue empfängt im Zweitliga-Topspiel am Samstagabend den FC Schalke 04.

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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