Kein neuer Stürmer für Erzgebirge Aue bis zum Auftakt? "Wollen keinen Schnellschuss"

Aue - Dem FC Erzgebirge läuft bei der Stürmersuche langsam aber sicher die Zeit davon. Wenn nicht noch Wunder geschehen, erhält Veilchen-Coach Aleksey Shpilevski (33) vor dem Auftakt beim 1. FC Nürnberg keinen adäquaten Ersatz für Florian Krüger (22) und Pascal Testroet (30). Zumal ein Startelfeinsatz eines neuen Goalgetters immer abwegiger wird, je näher die Partie rückt.

Neuzugänge müssen nicht nur sportlich eine gute Figur machen, sondern auch in Aues Budget passen. Helge Leonhardts Zwillingsbruder Uwe (62, r.) konnte Italiens EM-Helden Giorgio Chiellini (36) daher im Sardinien-Urlaub nur zum Erinnerungsfoto bewegen.
Neuzugänge müssen nicht nur sportlich eine gute Figur machen, sondern auch in Aues Budget passen. Helge Leonhardts Zwillingsbruder Uwe (62, r.) konnte Italiens EM-Helden Giorgio Chiellini (36) daher im Sardinien-Urlaub nur zum Erinnerungsfoto bewegen.  © privat

"Die erste Elf wäre es sicherlich nicht, aber zumindest im Kader würde er stehen", erklärt Shpilevski. Der Gebrauch des Konjunktivs lässt schon erahnen, dass es bis Sonntag wohl ohnehin nichts wird.

"Wir wollen keinen Schnellschuss machen, sondern alles muss gut überlegt und gescoutet sein. Nur wenn alle im Trainerteam überzeugt sind und jeder sagt, das ist der eine Spieler, werden wir dem Präsidenten nahelegen, diesen zu verpflichten", erläutert Shpilevski.

Aktuell befänden sich zwei, drei Spieler in der engeren Auswahl. Konrad Wrzesinski (27) scheint nicht zu ihnen zu gehören, denn der Probespieler weilte zuletzt nicht mehr im Training. Entscheidend ist nicht allein das Sportliche, sondern auch das Wirtschaftliche.

Aue-Geschäftsführer Voigt rüffelt FCE-Profis: "Bin menschlich enttäuscht!"
FC Erzgebirge Aue Aue-Geschäftsführer Voigt rüffelt FCE-Profis: "Bin menschlich enttäuscht!"

Da hakt es, wenn Gehaltsvorstellungen nicht mit dem übereinstimmen, was Aue zu zahlen bereit ist. Ganz zu schweigen von möglichen Ablösesummen.

Noch keine Torschusspanik beim FCE

FCE-Boss Helge Leonhardt (62,l.) und Trainer Aleksey Shpilevski (33) wollen sich bei der Stürmersuche nicht unter Zeitdruck setzen.
FCE-Boss Helge Leonhardt (62,l.) und Trainer Aleksey Shpilevski (33) wollen sich bei der Stürmersuche nicht unter Zeitdruck setzen.  © Picture Point/Roger Petzsche

"Wir hatten zwei Kandidaten. Beide wären aber wie Testroet gewesen, auch vom Körperlichen her, davon ein Spieler von Dinamo Zagreb. Da fehlte die Geschwindigkeit. Das bringt uns aber nichts, denn dann hätten wir lieber Paco behalten können", verdeutlicht Klubchef Helge Leonhardt (62), bevor er auf Aues Dilemma eingeht.

"Dazu sind die Preise trotz Corona auch wieder gestiegen und das macht es zusätzlich schwierig. Aber vielleicht schafft es jemand von den Neuen, die wir geholt haben, die Abgänge zu ersetzten. Deshalb sind sie ja auch da. Sowas nennt man Vertrauen."

Selbst wenn in den nächsten 72 Stunden noch etwas passiert, geht der FCE ohne drei seiner vier treffsichersten Schützen der letzten zwei Jahre in die 2. Liga. Die Abgänge von Krüger (66 Einsätze/18 Tore) und Testroet (62/19) sowie die Knie-OP bei Jan Hochscheidt (58/9) lassen Dimitrij Nazarov (62/18) als einzigen Torgaranten zurück.

"Veilchen"-Mittelfeldspieler fällt wegen Verletzung aus
FC Erzgebirge Aue "Veilchen"-Mittelfeldspieler fällt wegen Verletzung aus

Torschlusspanik setzt deswegen (noch) nicht ein. "Wenn wir die Nerven verlieren, geraten wir unter Zugzwang und machen dann vielleicht noch einen Fehlschuss, den wir uns nicht leisten können", bleibt Leonhardt besonnen.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: