Kommt der FC Erzgebirge Aue im Endspurt vom Weg ab?

Aue - Eigentlich könnte der FC Erzgebirge Aue befreit und selbstbewusst aufspielen. Stattdessen erweckt es den Anschein, als trudele die Saison aus und die bisher so ansehnliche Platzierung verschlechtert sich von Spieltag zu Spieltag. Am Freitagabend bei Eintracht Braunschweig muss die Handbremse gezogen werden, sonst droht am Ende der Abwärtsfahrt nur der 15. Platz.

Clemens Fandrich (30, l.) zählte bei der Heimniederlage gegen Nürnberg zu den Auer Lichtblicken.
Clemens Fandrich (30, l.) zählte bei der Heimniederlage gegen Nürnberg zu den Auer Lichtblicken.  © imago images/Eibner

"Was wir in den letzten beiden Heimspielen liegen ließen, wollen wir dort nachholen", betont Keeper Martin Männel (33) vor Braunschweig. Momentan beträgt der Vorsprung auf die Elf vom Auer Ex-Trainer Daniel Meyer (41) sieben Zähler.

Damit dieser nicht abschmilzt, müssen die Lila-Weißen vor allem in einem Mannschaftsteil wieder zu alter Stärke zurückfinden, der gegen Nürnberg komplett untergetaucht war. "In der ersten Halbzeit haben wir nicht die Durchschlagskraft zum Tor entwickelt", urteilt Männel über die eigene Offensive.

Nürnberg brachte da mehr zustande, sodass es Männel war, der die Partie mit seinen Paraden lange offen hielt. Extralob verdienten sich in seinen Augen aber zwei Corona-Rückkehrer. Männel: "Clemens Fandrich und Ben Zolinski, die eine harte Zeit hatten, gaben Vollgas und haben alles rausgehauen, was sie im Köcher hatten."

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Zolinski kam zur 55. Spielminute für einen blassen Jan Hochscheidt, Fandrich spielte von Beginn an für den gelbgesperrten Philipp Riese.

Dass "Fanne" nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne und nachfolgend nochmal zweieinhalb Wochen ohne Training, bis das Belastungs-EKG durchgeführt werden konnte, am Dienstag gegen den Club auf der Sechs bis zur 87. Spielminute durchzog, das verdient alle Achtung!

Optimale Reiseplanung sieht anders aus

Ex-FCE-Coach Daniel Meyer (41, l.) empfängt am Freitag den aktuellen Aue-Coach Dirk Schuster (53).
Ex-FCE-Coach Daniel Meyer (41, l.) empfängt am Freitag den aktuellen Aue-Coach Dirk Schuster (53).  © picture point/Sven Sonntag

Wunder darf man nach dieser langen Zwangspause aber noch nicht erwarten.

Fandrichs 9,71 Kilometer Laufleistung gegen Nürnberg waren ein Anfang. Völlig fit werden es im Schnitt pro Spiel 10,46 Kilometer oder mehr.

Der FCE braucht den lauf- und spielstarken Fandrich. Genauso "Pippo" Riese, der gegen die Eintracht zurückkehrt.

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Zusammen mit Ognjen Gnjatic hat Coach Dirk Schuster dann schon die Wahl von zwei aus drei, was bei dem straffen Programm notwendig ist. Zumal es keine Abkürzung der Reisestrapazen gibt.

Statt den Auswärtstrip am Freitag mit dem Montags-Nachholer in Karlsruhe zu verbinden, geht es wieder die circa 330 Kilometer zurück ins Erzgebirge und erst dann auf die rund 460 Kilometer gen Wildpark. Ein Umweg von mehr als 300 (!) Kilometern wohlgemerkt. Eine optimale Reiseplanung sieht anders aus.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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