Kommt jetzt Verstärkung aus der Ukraine für Aue und Dynamo Dresden?

Aue/Dresden - Die FIFA hat auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert und vorübergehend die Transferregeln für ausländische Spieler, die in der Ukraine oder Russland unter Vertrag stehen, geändert. Bis 7. April ist ein spezielles Transferfenster geöffnet, in dem ausländische Spieler ukrainischer und russischer Klubs zeitweise ihre Vereine verlassen können. Der FC Erzgebirge Aue und die SG Dynamo Dresden reagieren unterschiedlich darauf.

Pfeilschneller Stürmer: Der Brasilianer David Neres (25) steht in Donezk unter Vertrag, kickte vorher für Ajax Amsterdam.
Pfeilschneller Stürmer: Der Brasilianer David Neres (25) steht in Donezk unter Vertrag, kickte vorher für Ajax Amsterdam.  © Imago Images/ANP

Mit der Sondergenehmigung könnten laut Transfermarkt.de alleine aus der ukrainischen Premier Liga insgesamt 88 Spieler - z. B. David Neres (25, Brasilien/Shakthar Donezk) - und 127 aus der ersten russischen Liga - u. a. der frühere Champions-League-Sieger und Vizeweltmeister Dejan Lovren (32, Kroatien/Zenit St. Petersburg) oder Jhon Cordoba (28, Kolumbien/FK Krasnodar), der in der Bundesliga für Mainz, Köln und Hertha BSC spielte - bis 30. Juni zu einem anderen Klub ins Ausland wechseln, während ihr Vertrag weiterhin Gültigkeit besitzt.

Dabei machte die FIFA auch zwei Ausnahmen geltend: Die Unterzeichnung bei einem anderen Klub soll nur bis einschließlich 7. April erlaubt werden, und pro ausländischem Klub wird die Zahl solcher Kontrakte im Team auf zwei beschränkt.

Legt die SG Dynamo im Abstiegskampf nun noch mal nach? "Zuallererst ist es das Wichtigste, dass der Krieg beendet wird und die Menschen in der Ukraine wieder in Frieden leben können. Wir beobachten den Markt grundsätzlich, zum jetzigen Zeitpunkt ist diesbezüglich noch nichts geplant", erklärt Ralf Becker (51), Geschäftsführer Sport der SG Dynamo Dresden. Der Zusatz "noch" lässt eine Hintertür offen.

Der Kroate Dejan Lovren (32, l.) und der Kolumbianer Jhon Cordoba (28) spielen derzeit in Russland.
Der Kroate Dejan Lovren (32, l.) und der Kolumbianer Jhon Cordoba (28) spielen derzeit in Russland.  © imago images/NurPhoto

Aue-Boss Leonhardt: "Wir werden den Markt nun sondieren"

FCE-Boss Helge Leonhardt (63) schließt nicht aus, dass die Veilchen die Gelegenheit für Verstärkungen nutzen.
FCE-Boss Helge Leonhardt (63) schließt nicht aus, dass die Veilchen die Gelegenheit für Verstärkungen nutzen.  © picture point/Sven Sonntag

Die FIFA-Regelung richtet sich zwar an Fußballprofis aus der Ukraine und Russland gleichermaßen, ist aber vor allem für ukrainische Spieler eine Möglichkeit, weiterhin ihrem Beruf nachzugehen, nachdem der Fußballbetrieb durch den russischen Angriff komplett zum Erliegen gekommen war. In Russland rollt der Ball dagegen unvermindert weiter.

Dementsprechend richtet sich der Fokus beim FC Erzgebirge nur auf die Ukraine. "Zunächst möchte ich betonen, dass das Allerwichtigste ein rasches Ende jeglicher Kampfhandlungen und ein dauerhafter Frieden ist", betont FCE-Präsident Helge Leonhardt (63).

Und weiter: "Ich begrüße die Entscheidung der FIFA, den Profis in der Ukraine, die von jetzt auf gleich in ihrem Beruf eingeschränkt wurden und um ihr Leben bangen müssen, entgegenzukommen und ihnen einen temporären Wechsel ins Ausland zu ermöglichen. Wir werden den Markt nun sondieren."

Aue will sich im Angriff verstärken, doch es könnte am Geld scheitern

Russland sei erst mal außen vor - auch Kontakte zum ehemaligen Partnerklub Spartak Moskau werde es nicht geben, so Leonhardt. "Unser Fokus liegt auf der ukrainischen Liga. Pavel Dotchev (56) hält diesbezüglich die Augen offen und prüft bereits eingegangene Offerten von Spielerberatern", verrät Leonhardt.

Wo der Kumpelverein nachlegen würde, liegt auf der Hand. "Im Angriff müssen wir genau hinsehen. Da schließe ich nichts aus." Haken könnte es am lieben Geld. Vorteilhaft ist sicherlich, dass maximal vier Monatsgehälter zu berappen wären. Das klingt bezahlbar.

"Nächste Woche ist die Budgetierung durch. Dann wissen wir, welche zusätzliche Investition noch getätigt werden könnte", so Leonhardt.

Titelfoto: Imago Images/ANP

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