Meyer traut Aue Klassenerhalt zu: "Ich glaube, dass Erfahrung am Ende den Ausschlag gibt"

Aue - Wer den FC Erzgebirge Aue schon abgeschrieben hat, geht fehl. Diese Einschätzung kommt nicht etwa aus dem Veilchen-Lager, sondern von Ex-Coach Daniel Meyer (42). Für ihn liegen die Gründe, wieso Aue am Ende über dem Strich stehen kann, auf der Hand.

Daniel Meyer (42) macht dem FC Erzgebirge Aue Mut für den Kampf um den Klassenerhalt.
Daniel Meyer (42) macht dem FC Erzgebirge Aue Mut für den Kampf um den Klassenerhalt.  © picture point/Sven Sonntag

"Es sind so viele Jungs dabei, die viele Schlachten geschlagen haben und viel Erfahrung haben. Das kann am Ende den Ausschlag geben", sagte Meyer. Der 42-Jährige, gegenwärtig "U19"-Coach von RB Leipzig, begleitete die jüngste Schalke-Partie als Sky-Experte.

2018/19 hielt er mit Aue die Klasse, was nicht ausgemacht war. Fünf Spieltage vor Schluss hatten die Veilchen eine Niederlagenserie von vier Spielen hinter sich und der Vorsprung auf den Relegationsrang betrug noch fünf Zähler.

Jeglicher Abstiegssorgen entledigten sich die Veilchen danach mit einer Rallye von zehn Punkten aus den nächsten vier Spielen.

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Eine ähnliche Serie stünde Aue auch jetzt gut zu Gesicht, so Meyer: "Eine Serie von sieben Punkten aus drei Spielen und schon bist du wieder dran." Ihn bestärkt die Gewissheit, dass Aue das mit dem gegenwärtigen Kader schon gezeigt hat.

"Ich habe die Situation schon einmal kritischer gesehen. Es war extrem wichtig, bis zum Winter wieder halbwegs Anschluss herzustellen. Zwischenzeitlich sah es aus, als sei man schon abgeschlagen", so Meyer.

Nach Ex-Coach Meyer verfüge Erzgebirge Aue über viel Erfahrung und ein klares Korsett

Gegen Schalke gabs eine 0:5-Klatsche. Hier traf Simon Terodde zum 0:1.
Gegen Schalke gabs eine 0:5-Klatsche. Hier traf Simon Terodde zum 0:1.  © imago images/Frank Kruczynski

Dass man danach wieder abreißen ließ, macht Meyer unter anderem am Verletzungspech und an Corona fest. So brachen mit Sören Gonther (35, Corona), Clemens Fandrich (31, Sperre) oder Ognjen Gnjatic (30, Sprunggelenks-OP) und Gaetan Bussmann (30, Bandscheibenvorfall) wichtige Stützen weg.

Doch Aue verfügt über unglaublich viel Erfahrung und ein klares Korsett. "Wenn man die Achse Martin Männel, (33) Sören Gonther, Malcolm Cacutalua (27), Philipp Riese (32), Clemens Fandrich, Jan Hochscheidt (34), Dimitrij Nazarov (31) sieht, sie haben alles gesehen, Relegation oder teils 3. Liga gespielt. Sie werden nicht unruhig und müssen Einfluss nehmen auf die Spieler, die hier neu und erstmals so einer Situation ausgesetzt sind. Sie müssen auch diese Zuversicht, Klarheit und Überzeugung, dass man es schaffen kann, ausstrahlen", so Meyer.

Zeit dafür, in sich zu gehen, haben die Veilchen nach dem 0:5 gegen Schalke 04 aufgrund der Länderspielpause genug. Zu viel? "Schalke war nicht das Schlüsselspiel für den Klassenerhalt. Man muss sich auf die Spiele gegen die direkten Konkurrenten konzentrieren. Vielleicht ist es besser, zwei Wochen zu haben", meint Meyer angesichts des bevorstehenden Schlüsselspiels in Sandhausen.

Clemens Fandrich (31, l.) & Co. blieben gegen S04 nur zweiter Sieger.
Clemens Fandrich (31, l.) & Co. blieben gegen S04 nur zweiter Sieger.  © picture point/Sven Sonntag

"Der Relegationsrang ist greifbar und solange das der Fall ist, glaube ich, dass Erfahrung am Ende den Ausschlag gibt. Und die Achse hat schon so viel gesehen", ist Meyer überzeugt.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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