Plant Leonhardt bei Erzgebirge Aue den nächsten Trainer-Coup?

Aue - Der FC Erzgebirge Aue plant den Trainer-Coup! Nicht die vielen Trainer, die sich beworben haben, sollen den Kumpelverein nach dem Rauswurf von Aleksey Shpilevski (33) aus der Misere führen, sondern ein Auer Urgestein: Marc Hensel (35)! Weil der 35-Jährige noch nicht über die notwendige Fußballlehrer-Lizenz verfügt, wurde der Verein bei der DFL vorstellig.

Steht auf der Taktiktafel der Matchplan für Regensburg? Marco Kämpfe (49, l.), Daniel Haas (38) und Marc Hensel (35, r.) auf dem Weg zur Trainingseinheit.
Steht auf der Taktiktafel der Matchplan für Regensburg? Marco Kämpfe (49, l.), Daniel Haas (38) und Marc Hensel (35, r.) auf dem Weg zur Trainingseinheit.  © Picture Point / Roger Petzsche

"Marc lebt den Verein, ist ein Workaholic und positiv Verrückter. Er kennt aber auch jeden Spieler wie kein Zweiter. Er geht auf sie ein, kennt ihre Stärken und Macken. In der schwierigen Lage ist er die Idealbesetzung, um die Reihen zu schließen und die Truppe so zu trainieren und anzuleiten, dass sie sich auf das Wesentliche konzentriert. Nur darauf kommt es jetzt an. Wir brauchen keine Nebenkriegsschauplätze!", findet Leonhardt (62).

Die Intention ist nachvollziehbar, die Ausführung dagegen erscheint fraglich. Hensel besitzt zwar seit Sommer 2020 die A-Lizenz, aber nicht den zwingend benötigten Fußballlehrer. Deswegen durfte er bisher nur als Interimslösung fungieren.

Zumindest war das der Fall nach der Trennung von Daniel Meyer (42) im August 2019 sowie im Mai 2021 bei Dirk Schuster (53). Die Beurlaubung von Shpilevski lässt laut Statuten ebenfalls nichts anderes zu.

Daniel Meyer (42, l.) und Carsten Müller waren gemeinsam aktiv.
Daniel Meyer (42, l.) und Carsten Müller waren gemeinsam aktiv.  © Picture Point / Sven Sonntag

Vom Gymnasial- zum Fussballlehrer

Marc Hensel (35, m.) leitete nach der Beurlaubung von Aleksey Shpilevski (33) in dieser Woche das Training.
Marc Hensel (35, m.) leitete nach der Beurlaubung von Aleksey Shpilevski (33) in dieser Woche das Training.  © Picture Point / Roger Petzsche

Um zur Dauerlösung zu werden, müsste der Gymnasial- den Fußballlehrer machen. Leonhardt pragmatisch: "Wir konzentrieren uns erst einmal voll auf die beiden anstehenden Spiele gegen Regensburg und den HSV unter der Leitung von Marc. In diesem Zeitraum werden wir final entscheiden, was zu tun ist. Perspektivisch bereitet sich Marc aber auf den nächsten Lehrgang vor. Deshalb prüfen wir mehrere Optionen in Abstimmung mit der DFL."

Eine wäre zum Beispiel, dass Hensel bis zum Beginn des nächsten Fußballlehrer-Lehrgangs als Teamchef fungiert und, um den DFL-Statuten zu entsprechen, einen "Cheftrainer", der die notwendige Lizenz besitzt, an die Seite gestellt bekommt.

Denkbar wäre z.B. ein Trainer aus dem Verein, der den Fußballlehrer hat, wie Nachwuchschef Carsten Müller (49).

Kein abwegiges Szenario! Ähnlich verfuhr schon Konkurrent Sandhausen, bei dem Gerhard Kleppinger (63) und Stefan Kulovits (38) von Februar diesen Jahres bis zu ihrer am Dienstag erfolgten Beurlaubung als Tandem fungierten.

FCE-Boss Helge Leonhardt (62, r.) setzt bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer auf eine interne Lösung - und die soll Marc Hensel (35) heißen.
FCE-Boss Helge Leonhardt (62, r.) setzt bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer auf eine interne Lösung - und die soll Marc Hensel (35) heißen.  © imago images/Sportfoto Rudel

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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