Sinkende TV-Gelder, Gehälter, Beraterhonorare: So kämpft Erzgebirge Aue gegen Corona

Aue - Der FC Erzgebirge Aue spürt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Härte. Bleibt das Stadion leer, entgehen pro Spiel 150.000 Euro, die im Vereinssäckel fehlen. Außerdem drohen erneut sinkende Fernsehgelder.

Veilchen-Geschäftsführer Michael Voigt (l.) und Präsident Helge Leonhardt müssen passende Maßnahmen und Lösungen finden.
Veilchen-Geschäftsführer Michael Voigt (l.) und Präsident Helge Leonhardt müssen passende Maßnahmen und Lösungen finden.  © picture point/Sven Sonntag

"Nach wie vor fließt unten mehr heraus, als oben hineinläuft", führt FCE-Präsident Helge Leonhardt treffend vor Augen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Voigt fährt er einen rigorosen Sparkurs, der neben Kurzarbeit für die Geschäftsstelle auch einen Gehaltsverzicht bei den Profis von nicht unter fünf Prozent beinhaltet.

Die Einschnitte bei der ersten Mannschaft sind vorerst bis 31. Dezember 2020 befristet.

"Geht der verordnete Lockdown über dieses Datum hinaus, müssen wir nach passenden Maßnahmen und Lösungen suchen, wie wir das Spieljahr bis 30. Juni 2021 abdecken", erklärt Voigt.

An einem neuerlichen Gehaltsverzicht führt dann wohl kein Weg vorbei. Es wäre aber kein lila-weißer Sonderweg. "Diese Thematik betrifft nicht nur uns, sondern auch andere Zweitligisten", gibt Voigt zu bedenken.

Corona hat die 18 Klubs im Fußballunterhaus zu einer Leidensgemeinschaft gemacht und sorgt nun dafür, dass sie sich gemeinsam abstimmen wollen.

Herausforderungen sind nur gemeinsam zu stemmen

Aues Geschäftsführer Michael Voigt arbeitet an seinem Schreibtisch an möglichen Lösungen, die Corona-Krise mit dem Verein zu stemmen.
Aues Geschäftsführer Michael Voigt arbeitet an seinem Schreibtisch an möglichen Lösungen, die Corona-Krise mit dem Verein zu stemmen.  © Picture Point / Gabor Krieg

Voigt: "Am Mittwoch wurde eine virtuelle Konferenz abgehalten, um die drängenden Probleme zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen, die ein gemeinsames Vorgehen ermöglichen.

Das betrifft unter anderem vorübergehende Abschläge bei Spielergehältern und Beraterhonoraren sowie eine Strategie zu finden, wie wir sinkenden Einnahmen aus der TV-Vergütung begegnen, die 2021/22 kommen werden."

Laut Voigt drohen 20 Prozent der Fernsehgelder wegzubrechen. Für Aue, das bisher in diesem Segment zehn Millionen Euro erlöste, bedeutet dies ein Minus von zwei (!) Millionen Euro oder anders gesagt, zehn Prozent des Gesamtetats.

"Jedem muss bewusst sein, dass diese Herausforderungen nur gemeinsam zu stemmen sind. Das gilt auch für uns als Verein. Wer für Aue spielt, muss das Ganze in den Vordergrund stellen. Die Grundstrukturen, wozu ich die Jugendarbeit zähle, müssen erhalten bleiben, weshalb es nur über Einschnitte bei Gehältern und Honoraren reguliert werden kann. Dafür fordere ich auch Verständnis ein", appelliert Voigt.

Und Veilchen-Boss Leonhardt ergänzt: "Wenn zeitlich befristet unten eben mehr herausfließt, als oben hineinläuft, braucht es keine großen Begründungen, weil es eine Sache der Ehre und Selbstverständlichkeit ist, zu verzichten.

Dort trennt sich die Spreu vom Weizen, entscheidet sich, wer überlebt. Der Profibereich ist keine Insel der Privilegierten, denn wir sind ein Mehrspartenverein, in dem alle anderen Abteilungen Amateurbedingungen haben und auf jeden Groschen angewiesen sind.

Veilchen-Boss Leonhardt muss bei der Bewältigung der finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise einen kühlen Kopf bewahren.
Veilchen-Boss Leonhardt muss bei der Bewältigung der finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise einen kühlen Kopf bewahren.  © picture point/Sven Sonntag

Diese Sparten dürfen wir nicht Sterben lassen. Es wird sich zeigen, ob diese Gemeinsamkeit hergestellt werden kann."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0