Spuck-Attacke gegen Schiri? Aufregung um Rot für Aue-Spieler Fandrich!

Aue - Zittern bis zum Schluss! Der FC Erzgebirge Aue hatte am Freitagabend ordentlich bibbern müssen, ehe im Kellerduell mit Aufsteiger FC Ingolstadt 04 endlich der langersehnte erste Saisonsieg in Sack und Tüten war. Ein vielumjubeltes 1:0 stand am Ende an der Anzeigetafel.

Referee Nicolas Winter zeigt Clemens Fandrich (30) die Rote Karte, weil der bei einem Disput den Schiri-Assistenten Roman Potemkin angespuckt haben soll.
Referee Nicolas Winter zeigt Clemens Fandrich (30) die Rote Karte, weil der bei einem Disput den Schiri-Assistenten Roman Potemkin angespuckt haben soll.  © Picture Point/Gabor Krieg

Fünf Minuten hatte Schiedsrichter Nicolas Winter nachspielen lassen. Die bestritten die Lila-Weißen allerdings nur noch zu zehnt, weil Clemens Fandrich (30) in der 89. Minute mit Rot vom Platz geflogen war.

Bei einem Disput mit Linienrichter Roman Potemkin soll Fandrich diesen angespuckt haben. Die Szene ließ sich von der Pressetribüne aus schwer aufklären. Bei "Sky" war zumindest zu sehen, wie sich der Unparteiische danach mehrmals ins Auge griff, es auswischte. Gespuckt oder nicht gespuckt?

"'Fanne' ist nach dem Spiel zum Schiri gegangen, um die Szene aufzulösen. Er hat eine feuchte Aussprache - und echauffiert sich. Ein Spucken ist es nicht gewesen!", betont FCE-Teamchef Marc Hensel (35) und ergänzt: "Stets wird kritisiert, der Profi-Fußball sei zu glatt gebügelt. Dann so eine Entscheidung. Das kann ich nicht nachvollziehen."

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Hensels Stimme ist extrem heiser. Nein, er ist nicht erkältet, weil er in kurzer Hose und kurzärmligen T-Shirt an der Seitenlinie coachte. Sondern weil er das tat, was auch die Veilchen-Fans auf den Rängen taten - ihr Team nach vorn peitschen.

Hensel: "Unfassbar, wie sich die Jungs mitziehen ließen und mutig agierten. Der Mut war nur gegeben, weil sie erneut über 90 Minuten angetrieben und jeder Fehler verziehen wurde. Diese Symbiose ist so wichtig und muss bleiben, andernfalls haben wir in dieser Liga keine Chance."

Ben Zolinski (29, l.) vergab in der 3. Minute frei vor FCI-Keeper Fabijan Buntic (24).
Ben Zolinski (29, l.) vergab in der 3. Minute frei vor FCI-Keeper Fabijan Buntic (24).  © Picture Point/Gabor Krieg
Das Siegtor! Omar Sijaric (19, l.) jubelt nach seinem Treffer, Ingolstadts Keeper Fabijan Buntic (24, r.) kann's nicht fassen.
Das Siegtor! Omar Sijaric (19, l.) jubelt nach seinem Treffer, Ingolstadts Keeper Fabijan Buntic (24, r.) kann's nicht fassen.  © imago images/Eibner

Aue-Teamchef Hensel: "Ich bin stolz darauf, wie die jungen Spieler mitziehen und mit den älteren interagieren"

Kniefall, gekreuzte Hämmer - die FCE-Kicker bedankten sich nach dem ersten Saisonsieg auf die für Aue typische Weise bei den Fans.
Kniefall, gekreuzte Hämmer - die FCE-Kicker bedankten sich nach dem ersten Saisonsieg auf die für Aue typische Weise bei den Fans.  © Picture Point/Gabor Krieg

Denn das ist die andere Seite der Medaille. Ingolstadt brachte zwar nur wenig auf die Planche, aber begehen die Schanzer am eigenen Strafraum nicht den entscheidenden Fehler, vertändelt der 20-jährige Fabian Cavadias (20) gegen den ein Jahre jüngeren Omar Sijaric (19) nicht den Ball, geht das Spiel wohl oder übel 0:0 aus.

Denn die beste Gelegenheit bis dahin hatte Aue in der dritten Minute liegen gelassen, als Ben Zolinski (29) frei vor Fabijan Buntic (24) versagte.

"Ich bin stolz darauf, wie die jungen Spieler mitziehen und mit den älteren interagieren", lobte Hensel seine Jungs.

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Interagieren ist auch das Stichwort im Trainerteam. Zum 1. November übernimmt Pavel Dotchev (56, war bis 7. Oktober Trainer in Duisburg) für Nachwuchschef Carsten Müller (51), der nach dem Auswärtsspiel in Hannover ins zweite Glied zurückkehrt.

Helge Leonhardt (62) informierte am Freitagabend darüber während der Pressekonferenz. "Wir haben uns intensiv mit der Lage beschäftigt und entschieden, dass Pavel Dotchev ab November Sportdirektor ist und interimsweise als Cheftrainer eingesetzt wird. Teamchef bleibt Marc Hensel", erklärte der FCE-Präsident.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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