Transfers in Zeiten von Corona: Aue kann keine Spitzengehälter mehr zahlen!

Aue - 4:3 steht es derzeit. Vier Abgänge stehen drei Neuzugängen gegenüber. Beim FC Erzgebirge Aue muss im Kader nicht nur qualitativ noch etwas passieren, sondern auch quantitativ. Das ist in Zeiten von Corona nicht einfach und genau deshalb lassen sich die Verantwortlichen auch Zeit. Sie wollen nicht auffüllen, sie wollen verstärken.

FCE-Boss Helge Leonhardt (62, l.) und Geschäftsführer Michael Voigt (48) werden nicht hektisch, wenn es um Neuzugänge geht.
FCE-Boss Helge Leonhardt (62, l.) und Geschäftsführer Michael Voigt (48) werden nicht hektisch, wenn es um Neuzugänge geht.  © Picture Point/Roger Petzsche

Doch die Pandemie hat finanzielle Löcher in die Kassen gerissen. "Das Jahr hat uns sehr wehgetan", sagt FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (48). "Wir können die Preiskategorie nicht mehr abrufen, die es vielleicht vor zwei Jahren noch gab. Was die Spitzenverdiener damals in Aue hatten, das gibt es aktuell überhaupt nicht", so der 48-Jährige.

Präsident Helge Leonhardt (62) steigt in die Diskussion mit ein: "Es ist schwierig. Das Transferfenster ist bis zum 31. August offen, es wird noch Bewegungen geben - in jedem Kader. Du musst das Gespür dafür haben. Wir dürfen nicht nur den eigenen Kirchturm betrachten, sondern müssen Europa im Blick haben", so der Boss.

Auch wenn es komisch klingen mag, der Markt wird sich erst nach der EM so richtig öffnen. Leute, die dort auf sich aufmerksam machen, Interesse größerer Vereine wecken, werden anderen Spielern die Plätze wegnehmen. Das wird zu einem Schneeball-System werden, es wird von oben nach unten gehen.

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Das weiß auch Leonhardt: "Spieler, die jetzt noch zu Erstligakadern gehören, jetzt noch nicht ahnen, dass sie Ende Juli, Anfang August bei ihrem Verein nicht mehr gefragt sein werden, müssen sich dann umschauen. Und dann werden gute Leute dabei sein, die dann froh sein werden, wenn sie einen soliden Zweitligisten finden." Auf solche Leute wartet Aue.

Aue-Boss Leonhardt: "Wir sondieren täglich, um dann ins Regal greifen zu können"

Voigt weist auch noch einmal darauf hin, dass der FCE immer wieder zum Ende der Transferperiode sehr gute Treffer gelandet habe. "Ich denke da nur an Pascal Testroet und Florian Krüger, die 2018 sehr spät kamen.

Jetzt werden wir vorerst mit dem Kader arbeiten, der hier ist. Es geht bei null los, jeder kann sich dem neuen Trainer anbieten. In zwei Wochen werden wir uns dann hinsetzen und schauen, auf welcher Position wir noch was machen müssen."

Aber bis dahin sitzen Voigt und Leonhardt nicht untätig herum. "Wir sondieren täglich, um dann ins Regal greifen zu können", so Leonhardt.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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