Übergangscoach Hensel: Wechselhafter Auftritt von Erzgebirge Aue

Aue - Erst viel Schatten, danach heiter mit einigen Lichtblicken - bis unheilvolle Wolken aufzogen. Nein, das ist nicht das Wetter am Freitagabend in Regensburg gewesen, sondern die Umschreibung des Auftritts des FC Erzgebirge bei der bitteren 2:3-Niederlage.

Der Genickschlag: Während FCE-Keeper Martin Männel (33) am Boden liegt, bejubeln die Regensburger den Siegtreffer.
Der Genickschlag: Während FCE-Keeper Martin Männel (33) am Boden liegt, bejubeln die Regensburger den Siegtreffer.  © imago images/Sascha Janne

Anders ausgedrückt: Interimstrainer Marc Hensel (35) durchlebte einen wechselhaften Start als Nachfolger des beurlaubten Aleksey Shpilevski (33).

"Wir verpassen die frühe Führung und bekommen im Gegenzug das 0:1. Das war brutal", resümiert Hensel den Beginn.

Babacar Gueye (26) ließ in der dritten Minute die große Möglichkeit zum 1:0 aus. Auf der Gegenseite verlor Dimitrij Nazarov (31) zuerst den Ball, sodass Regensburg durch das sperrangelweit offene Mittelfeld spazieren konnte.

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Sascha Härtel (22), der seinen Linksverteidiger-Part zu offensiv auslebte, ließ Niklas-Jan Beste (22) laufen und prompt gab's die Quittung. Gespielt waren sieben Minuten. Nur weitere vier Minuten später tauchte Martin Männel (33) unter einem Eckball durch und John Patrick Strauß (25) hinderte Max Besuschkow (24) nicht am 0:2.

Hensel: "Wir leisten uns entscheidende Fehler. Ich werde trotzdem auf niemanden draufhauen." Die Watschen gab es indirekt. Zur Halbzeit vollzog der 35-Jährige drei Wechsel. Das sprach Bände, war aber keine Symbolpolitik, sondern klares Kalkül.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit eine extreme Reaktion gezeigt. Ich habe Spielfreude gesehen und zugleich einen riesigen Schritt nach vorn, was das Agieren mit dem Ball anbelangt", findet Hensel.

Die Enttäuschung war bei den Auer Profis riesengroß.
Die Enttäuschung war bei den Auer Profis riesengroß.

In der zweiten Hälfte schien sich das Blatt zu wenden

Pure Emotionen! Aues Interimscoach Marc Hensel (35, r.) jubelt nach dem 2:2 mit Torschütze Gaetan Bussmann (30).
Pure Emotionen! Aues Interimscoach Marc Hensel (35, r.) jubelt nach dem 2:2 mit Torschütze Gaetan Bussmann (30).  © picture point/Sven Sonntag

Der Ballbesitz verbesserte sich in der zweiten Halbzeit von 39 auf letztlich 49 Prozent. Dazu kamen die Veilchen auf 120,1 Kilometer (!) Laufleistung. Das zeigt, wie sehr Aue drängte.

Die Joker Nicolas Kühn (21, 52.) und Gaetan Bussmann (30, 87.) glichen die verloren geglaubte Partie aus und brachten den Jahn gehörig ins Wanken. Frei von Wacklern blieb aber auch die Veilchen-Abwehr nicht - und das mit fatalen Folgen.

Der Ex-Auer Steve Breitkreuz (29) gewann ein Kopfballduell und ermöglichte damit die spielentscheidende Szene, in der Andreas Albers (31) den Lucky Punch für die Gastgeber setzte.

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"Man kann nicht wegdiskutieren, dass wir keine drei Punkte gewonnen haben. Niemand braucht sich die Augen verkleistern, denn wir brauchen dringend Punkte. Trotzdem klammere ich mich an die guten Momente, richte die Mannschaft damit auf und bereite sie auf Hamburg vor", betont Hensel.

Au Backe! Sören Gonther (34) lässt nach dem Spiel den Kopf hängen.
Au Backe! Sören Gonther (34) lässt nach dem Spiel den Kopf hängen.  © picture point/Sven Sonntag

Noch auf der Rückfahrt schnitt Hensel die Regensburg-Partie für die Video- und Fehleranalyse am Samstag. Am Sonntag steht schon das Scouting des kommenden Gegners Hamburger SV an.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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