Veilchen patzen immer wieder entscheidend in beiden Strafräumen

Aue - "Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen." Das sind Textzeilen des deutschen Rappers Kontra K. Sie lassen sich wunderbar auf den FC Erzgebirge Aue übertragen. Wenn du zehn Spieltage verzweifelt einem Sieg hinterherrennst, dann ist es nicht das fehlende Glück, es ist fehlendes Können, egal wie sehr man auch will.

Teamchef Marc Hensel (35) konnte es - mal wieder - nicht fassen. Sein Team agierte zu leichtsinnig.
Teamchef Marc Hensel (35) konnte es - mal wieder - nicht fassen. Sein Team agierte zu leichtsinnig.  © picture point/Sven Sonntag

Beispiele liefert die Saison am Stück. Das 1:2 in Karlsruhe macht da keine Ausnahme. Im Rahmen der Möglichkeiten gut gespielt, ja. Gekämpft, den nötigen Willen gezeigt, auch das. Aber in den entscheidenden Momenten in beiden Strafräumen gepatzt. Das hat auf Dauer nichts mehr mit Glück oder Pech zu tun.

Aue hat im Sommer seine Tore verkauft. Das ist so, das wird so bleiben. Chancen hatte der FCE im Wildpark trotzdem genügend durch Nicolas Kühn (21), Babacar Gueye (26), Ben Zolinski (29) und Sascha Härtel (22). Wenn du die nicht machst, rennst du beim ersten Patzer in der Defensive halt wieder einem Rückstand hinterher.

"Wir hatten in einer aus meiner Sicht sehr ordentlichen ersten Hälfte die Möglichkeit, Tore zu erzielen. Das ist uns nicht gelungen, weil vielleicht auch die letzte Konsequenz und Überzeugung, das Tor unbedingt machen zu wollen, nicht so ausgeprägt war", spricht Trainer Carsten Müller (50) das ganz große Problem der Veilchen an.

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FC Erzgebirge Aue Aue-Teamchef Hensel nach Niederlage gegen Werder Bremen: "Rutschen zu oft weg"

Und dann kommst du aus der Pause und es scheppert nach 46 Sekunden, weil zum einen Ben Zolinski leichtfertig den Ball vorm eigenen Strafraum verlor und zum anderen danach im Abwehrzentrum nichts mehr passte. Das ärgert wiederum Teamchef Marc Hensel (35) extrem, weil sich Aue mit dem Hintern wieder einmal alles einriss.

"Wir sind bei den Gegentoren einfach nicht wach", hadert er. "Wenn wir es nicht begreifen, jeden Zweikampf als den wichtigsten des Spiel anzusehen und diesen auch so führen, dann werden wir immer wieder Gegentore bekommen. Und wenn wir zudem unsere Chancen so vertaddeln, wird es schwer."

Es war der erste Abwehrfehler im Spiel der Veilchen - und den nutzte Karlsruhes Fabian Schleusner (29, Nr. 24). Er erzielte 46 Sekunden nach Wiederanpfiff das 1:0 für den KSC.
Es war der erste Abwehrfehler im Spiel der Veilchen - und den nutzte Karlsruhes Fabian Schleusner (29, Nr. 24). Er erzielte 46 Sekunden nach Wiederanpfiff das 1:0 für den KSC.  © picture point/Sven Sonntag

Nun kommt es am Freitag zum Kellerhit gegen Ingolstadt. Vielleicht helfen die nächsten Zeilen von Kontra K.: "Neuer Versuch, neues Glück. Es ist zu spät für noch nichts." Erfolg ist kein Glück. Die Veilchen sollten sich den Song mal anhören und ihn aufsaugen.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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