Viele Abschiede und ein Jubiläum: Schafft der FC Erzgebirge Aue die Versöhnung?

Aue - Der FC Erzgebirge Aue will am Sonntag die Gräte im feinen Fischbrötchen der Werderaner sein und ihnen in die Aufstiegssuppe spucken. Ob dies gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Aber der Wille dazu ist da.

Jubiläum: Dimitrij Nazarov (32, l., gegen Ömer Toprak(32)) bestreitet gegen Werder Bremen seine insgesamt 250. Zweitliga-Spiel.
Jubiläum: Dimitrij Nazarov (32, l., gegen Ömer Toprak(32)) bestreitet gegen Werder Bremen seine insgesamt 250. Zweitliga-Spiel.  © IMAGO/Team2

Aue empfängt den SV Werder Bremen. Mit einem Sieg wollen die Veilchen auch ihre leidgeprüften Fans zumindest etwas versöhnen.

Es ist das letzte Heimspiel der Saison 2021/22. Es ist das (vorerst) letzte Heimspiel in der 2. Bundesliga und es ist das letzte Heimspiel von Pavel Dotchev (56) als Trainer des FC Erzgebirge. Ziemlich viele Abschiede auf einmal. Und die sollen versüßt werden.

Auch von einem, der am Sonntag sein 250. Zweitligaspiel bestreitet: Dimitrij Nazarov (32). 172 davon hat er für seinen FCE gespielt: "Bremen will unbedingt aufsteigen und den Abstieg vergessen machen. Das interessiert uns aber nicht", sagt der 32-Jährige.

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Dass er ausgerechnet gegen das Top-Team von der Weser sein Jubiläum feiert, stimmt ihn zufrieden. "Das macht mich sehr stolz, dass ich so viele Spiele in der stärksten zweiten Liga Europas machen konnte."

Und: Er hat noch einen persönlichen Ansporn, ordentlich Gas zu geben. "Dima" ist zusammen mit Jan Hochscheidt (34) der erfolgreichste Zweitliga-Torjäger in Reihen der Erzgebirger. Beide haben je 38 Tore erzielt. Macht er noch eine Bude mehr als Hochscheidt, steht er für eine etwas längere Zeit allein in den Analen.

Laut Aue-Trainer Dotchey soll es ein sauberer Abschied werden

Daumen hoch! Trotz des feststehenden Abstiegs erwartet Pavel Dotchev (56) in seinem letzten Heimspiel als FCE-Coach eine Leistung, mit der man die Fans zumindest etwas versöhnen kann.
Daumen hoch! Trotz des feststehenden Abstiegs erwartet Pavel Dotchev (56) in seinem letzten Heimspiel als FCE-Coach eine Leistung, mit der man die Fans zumindest etwas versöhnen kann.  © picture point/Sven Sonntag

Trainer Dotchev hat zwar im Vorfeld der Partie erklärt, dass er rotieren möchte, aber auf Nazarov wird er sicher nicht verzichten.

"Es ist für mich eine Überlegung, die eine oder andere Veränderung vorzunehmen. Nicolas Kühn (22) ist wieder dabei, Florian Ballas (29) ist wieder da, das ist etwas Positives", so der Coach.

"Es haben sich zudem bei einem Testspiel gegen unsere A-Junioren einige Kicker empfohlen. Ich kann elf Leute auf den Platz schicken, von denen ich weiß, dass sie 100 Prozent geben", Dotchev weiter.

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Er verlangt von seiner Mannschaft, das Gesicht zu wahren. "Wir müssen uns sauber verabschieden. Wir sind Profis, wir müssen das durchziehen. Ich verlange, dass wir das durchziehen, alles andere wäre für mich nicht akzeptabel", sagt er und zieht die Zügel an, auch was die Tage nach dem letzten Spiel in Dresden angeht.

Er gibt den Felix Magath (68): "Ich entscheide, wie lange dann noch trainiert wird. Nicht, dass jemand denkt, er kann am Montag nach dem Dresden-Spiel in den Flieger steigen und in den Urlaub fahren." Mit einem Sieg könnten die Spieler ihren Trainer sicher milder stimmen.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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