Westsachsenderby als Klassentreffen: Zehn Profis haben schon für beide Vereine gespielt

Aue/Zwickau - Das mit Hochspannung erwartete Westsachsenderby zwischen dem FC Erzgebirge Aue und FSV Zwickau hat fast auch etwas von einem Klassentreffen. Gleich zehn Spieler haben schon für beide Klubs gespielt. Und auch im Betreuerstab gibt es "Seitenwechsler".

79 Spiele und 13 Tore für den FC Erzgebirge zwischen 2011 und 2014: Ronny König (l., hier mit Martin Männel). Seit 2016 stürmt er für Zwickau, traf in 227 Spielen 61-mal.
79 Spiele und 13 Tore für den FC Erzgebirge zwischen 2011 und 2014: Ronny König (l., hier mit Martin Männel). Seit 2016 stürmt er für Zwickau, traf in 227 Spielen 61-mal.  © IMAGO/Sportsword

In den vergangenen Jahren gingen Spieler vorrangig die Mulde flussabwärts nach Zwickau. So geschehen 2016, als sich die damaligen Veilchen Mike Könnecke (34) und Nils Miatke (32) den Schwänen anschlossen.

Mit Könnecke, Ronny König (39), Adam Susac (33), Filip Kusic (26) sowie Robert Herrmann (29) stehen gleich fünf Akteure in Zwickauer Diensten, die einst für den Gegner am Sonntag aufliefen.

Könnecke und Susac erlebten das letzte Derby vor sechs Jahren im Finale des Landespokals sogar schon von der anderen Seite. Ebenfalls eine Auer Vergangenheit besitzen Co-Trainer Robin Lenk (38) und Torwarttrainer Steffen Süßner (44).

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FC Erzgebirge Aue Aue Außenverteidiger Danhof: "Lieber hätte ich wieder nicht getroffen und wir gewinnen dafür"

Gab Aue zuletzt eher an Zwickau ab, hat sich das Blatt nun etwas gewendet. Marco Schikora (27) und Steffen Nkansah (26) wählten in diesem Sommer den umgekehrten Weg, die Mulde stromaufwärts. Dazu gesellten sich die vorherigen Schwäne Elias Huth (25, kam aus Kaiserslautern) und Alexander Sorge (29, Türkgücü München).

Anthony Barylla (25, Saarbrücken) wechselte noch zu Zweitliga-Zeiten, sodass Aue gleichfalls mit fünf Mann aufwarten kann, die schon für den Gegner aufliefen.

Robert Herrmann (l.) und Filip Kusic (r.) spielten schon in Aue zusammen - hier mit Phillip Riese beim Training im Türkei-Camp im Januar 2019.
Robert Herrmann (l.) und Filip Kusic (r.) spielten schon in Aue zusammen - hier mit Phillip Riese beim Training im Türkei-Camp im Januar 2019.  © picture point/Sven Sonntag

"Wenn der Schiri anpfeift, gibt's auf die Knochen."

Elias Huth kickte 2019/2020 auf Leihbasis beim FSV. Er erzielte in 31 Partien 14 Tore. In Aue wartet er noch auf seinen Treffer.
Elias Huth kickte 2019/2020 auf Leihbasis beim FSV. Er erzielte in 31 Partien 14 Tore. In Aue wartet er noch auf seinen Treffer.  © Picture Point/Roger Petzsche

Gerade das ist ein Aspekt, der für die sportliche Entwicklung am Standort Zwickau spricht, mit der Konsequenz, dass man in gut einem Jahrzehnt drei Spielklassen Unterschied wettmachen konnte und sich nun auf Augenhöhe begegnet. FSV-Coach Joe Enochs (51) prägt den Zwickauer Fußball seit etwas mehr als vier Jahren und hat großen Anteil am Erfolg.

"Wir konnten viele Spieler weiterentwickeln. Das fängt damit an, dass Toni Wachsmuth (35) mit dem Trainerteam die Spieler herauspickt und wir sie dann im Trainings- und Spielbetrieb weiterentwickeln. Das ist ein Aspekt, der oft zu kurz kommt [...]", meinte Enochs in der Sommerpause zu dem Umstand, dass sich Aue mittlerweile bei seinem Klub bedient.

Ähnlich sieht es Abwehrchef Davy Frick (32): "Es spricht schon für uns, dass sie sich mit Jungs von uns verstärken." Frick kennt sie alle: Sorge, Nkansah, Schikora, Huth, Barylla. "Ich freue mich auf alle fünf, denn wir hatten gemeinsam eine coole Zeit", so Frick, der zugleich warnt: "Das heißt aber nicht, dass sich daraus im Spiel ein Vorteil ergeben muss, nur weil wir uns kennen."

Steffen Nkansah (26).
Steffen Nkansah (26).  © picture point/Sven Sonntag
Robin Lenk (38).
Robin Lenk (38).  © picture point/Sven Sonntag

"Sie wissen auch um unsere Stärken und Schwächen, wie wir ticken. Ich denke bloß an Elias, der letzte Saison für Halle gegen uns traf", sagt er, will aber keine Gefangenen machen: "Wenn der Schiri anpfeift, gibt's auf die Knochen."

Titelfoto: IMAGO/Sportsword/Picture Point/Sven Sonntag/Picture Point/Roger Petzsche

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