"Menschenverachtend": Pietätloses Stadion-Banner von Rostock-Fans gezeigt

Rostock/Hamburg - Bei einem Heimspiel des FC Hansa Rostock haben Zuschauer am Sonntag ein pietätloses Banner ausgerollt.

Rostock-Fans hielten das pietätlose Banner mit der Aufschrift "Einer weniger, ACAB!" beim Spiel gegen den SV Sandhausen hoch.
Rostock-Fans hielten das pietätlose Banner mit der Aufschrift "Einer weniger, ACAB!" beim Spiel gegen den SV Sandhausen hoch.  © IMAGO /Fotostand

Während der Partie gegen den SV Sandhausen war auf der Südtribüne zu lesen: "Einer weniger, ACAB!"

Damit bezogen sich die Verantwortlichen wohl auf den Tod eines jungen Polizisten aus Hamburg.

In einer Mitteilung machte Innenminister Torsten Renz (57) anschließend deutlich: "Das, was dort gezeigt wurde, ist schlichtweg unfassbar, pietätlos und menschenverachtend." Weiter könne es nicht sein, dass bei Heimspielen des FC Hansa Rostock wiederholt Banner gezeigt würden, mit denen verstorbene Polizisten verunglimpft würden und trauernden Familien zusätzlicher Schmerz zugefügt werde.

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"In diesem Zusammenhang reichen Distanzierungen und Entschuldigungen des Vereins nicht mehr aus. Ich erwarte, dass die Vereinsverantwortlichen mit aller Konsequenz Einfluss darauf nehmen, dass solche herabwürdigenden Banner gar nicht erst ins Stadion gelangen können", so der Innenminister weiter.

Auch die Hamburger Polizei reagierte bereits auf das Spruchband und schrieb bei Twitter: "Wir müssen davon ausgehen, dass sich das Banner auf unseren Kollegen bezieht. (...) Wir sind entsetzt von so viel Niedertracht und Pietätlosigkeit."

Der FC Hansa Rostock hatte sich auf seiner Website von der Aufschrift auf dem "beschämenden Banner" distanziert. "Der F.C. Hansa Rostock möchte sich in aller Form bei den Angehörigen des Verstorbenen und der gesamten Polizei für diese moralisch in keiner Weise vertretbare Aktion entschuldigen", hieß es dort.

Noch während des Spiels habe man den Innenminister und die Polizei kontaktiert.

Verein distanziert sich von Banner

Hamburger Polizei trauert um jungen Kollegen

24-Jähriger starb nach belastender Übung

Rostocker Fans halten zu Spielbeginn ihre Schals im Ostseestadion hoch.
Rostocker Fans halten zu Spielbeginn ihre Schals im Ostseestadion hoch.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Polizei vergangenen Woche mitgeteilt hatte, war der 24-Jährige nach einer körperlich belastenden Übung im Rahmen der Basisausbildung in einem Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern verstorben. Das LKA führt die weiteren Ermittlungen zu den genauen Todesumständen, Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht.

In Sachsen-Anhalt wurde anschließend für alle Polizeiautos Trauerflor angeordnet.

"Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen der Polizei Hamburg", hatte das Innenministerium am Freitag in Magdeburg mitgeteilt.

Titelfoto: IMAGO /Fotostand

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