Nach menschenverachtendem Banner: Hansa-Boss will härter gegen eigene Fans vorgehen, erster Chaot identifiziert

Rostock - Ob das was bringt? Fußball-Zweitligist FC Hansa Rostock hat nach der Kritik an einem Fan-Banner im Heimspiel gegen den SV Sandhausen strengere Maßnahmen gegen die Ultras des Vereins angekündigt.

Robert Marien (40), Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, hat das Banner aufs Schärfste verurteilt.
Robert Marien (40), Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, hat das Banner aufs Schärfste verurteilt.  © Fotomontage: IMAGO / Fotostand, Bernd Wüstneck/ZB

"Wir werden die Kontrolle von Bannern erheblich verschärfen", sagte Vorstandschef Robert Marien der Bild. "Es muss für alle komplett unstrittig sein, dass derartige menschenverachtende Banner in jeglicher Hinsicht Grenzüberschreitungen darstellen."

Der 40-Jährige verurteilte damit das im Sandhausen-Spiel von Fans im Ostseestadion gezeigte Banner mit der Aufschrift: "Einer weniger, ACAB!!!" Das Kürzel steht für "All cops are bastards" (Alle Polizisten sind Bastarde).

Die Aussage bezieht sich auf den Tod eines Hamburger Polizisten, der laut der Polizeigewerkschaft Hamburg nach einer nächtlichen Belastungsübung bei einem Lehrgang in Mecklenburg-Vorpommern im Alter von 24 Jahren gestorben war.

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"Wir sind aktuell dabei, alles, was wir in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut haben, innerhalb weniger Wochen wieder mit dem Arsch einzureißen", kritisierte Marien scharf.

Jedem müsse klar sein, dass derartige Themen "einen enormen Imageschaden darstellen und für gefährliche Unruhe sorgen, die sich in der Folge auch irgendwann auf den sportlichen Bereich übertragen wird".

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Hansa-Boss Marien klagt über fehlende Verantwortung

Als Mitgliederverein wolle man beim FC Hansa, dass sich "unsere Mitglieder und Fans einbringen und aktiv mitgestalten", betonte Marien.

Aber: "Wer mitgestaltet, trägt zugleich auch Verantwortung. Wenn man dieser Verantwortung nicht gerecht wird, hat das zwangsläufig auch Konsequenzen."

Wie der Verein am Nachmittag mitteilte, sei im Zuge der Auswertung des Videomaterials eine Person identifiziert worden, die mit dem Vorfall "in engen Zusammenhang zusammengebracht" wurde.

Hansa Rostock wandte sich bereits an die Landespolizei, zudem übergaben sie die entsprechenden Sequenzen an die Behörden. Zudem leitete der Zweitligist ein Stadionverbotsverfahren gegen die betreffenden Person ein.

Titelfoto: Fotomontage: IMAGO / Fotostand, Bernd Wüstneck/ZB

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