1. FC Magdeburg um Punkt(e) betrogen? "Ungerecht und nichts anderes!"

Paderborn/Magdeburg - Fehler abgestellt, stark gespielt und doch verloren! So dürfte die ernüchternde Bilanz des 1. FC Magdeburg nach der 0:1-Niederlage beim SC Paderborn 07 ausfallen. Vor allem der Video Assistent Referee (VAR) bekam danach von Trainer Christian Titz (51) sein Fett weg.

Magdeburgs Jamie Lawrence (19) sah noch in der ersten Halbzeit Gelb-Rot. Es war sein zweiter Platzverweis in der noch jungen Zweitliga-Saison.
Magdeburgs Jamie Lawrence (19) sah noch in der ersten Halbzeit Gelb-Rot. Es war sein zweiter Platzverweis in der noch jungen Zweitliga-Saison.  © Michael Matthey/dpa

"Meine Mannschaft spielt hier eine echt gute erste Halbzeit, wir kontrollieren das Spiel und spielen uns drei klare Möglichkeiten heraus", begann Titz seine Analyse auf der Pressekonferenz.

Er sprach seinem Team ein Kompliment aus, beim offensivstärksten Verein der 2. Bundesliga "in vielen Phasen des Spiels gut verteidigt" zu haben. Anhand der Art und Weise des Auftritts sah er das 0:1 nicht als Niederlage.

Dennoch gab es ein paar Szenen, die den Coach sauer aufstoßen ließen.

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"Das Spiel nimmt leider einen kuriosen Gang. Ich hab mich nach dem Aufstieg gefreut, dass es einen VAR gibt und wir den Fußball fair und gerechter machen", so Titz, der drei Situationen sah, bei denen es jeweils einen Elfmeter hätte geben müssen.

Einmal war es ein vom Schiedsrichtergespann offenbar unbemerktes absichtliches Handspiel des Ex-Magdeburgers Raphael Obermair (26), das seiner Ansicht nach neben einem Elfmeter auch einen Platzverweis verdient gehabt hätte.

Obendrein ging Luca Schuler (23) bei zwei Strafraumaktionen zu Boden. Für Titz ebenfalls jeweils Elfmeter. Dies seien individuelle Fehler des Gegners, "die einfach nicht gepfiffen werden. Das ist in dem Fall ungerecht und nichts anderes - es ist spielentscheidend!"

FCM-Trainer Christian Titz sauer: "Es gibt einen VAR und der hat einzugreifen."

Christian Titz (51, r.) musste seine Jungs trotz einer guten Leistung nach der Niederlage aufbauen.
Christian Titz (51, r.) musste seine Jungs trotz einer guten Leistung nach der Niederlage aufbauen.  © Michael Matthey/dpa

Hätte der FCM auch nur einen Strafstoß bekommen und diesen auch verwandelt, "dann ist das hier ein anderes Spiel. Dann sind wir die Mannschaft, die in Überzahl spielt."

Der VAR - in dem Fall Michael Bacher (31) und sein Assistent Marco Achmüller (42) - wurden jedenfalls am Samstag keine Freunde von Christian Titz. Im MDR schob er hinterher: "Es gibt einen VAR und der hat einzugreifen."

Nach der Gelb-Roten Karte gegen Jamie Lawrence (19) - schon die zweite in der jungen Saison - konnte Magdeburg nach vorn kaum noch etwas ausrichten, besonders im zweiten Durchgang war der SCP die klar bessere Mannschaft, "da brauchen wir nicht drüber diskutieren", sagte der 51-Jährige, dem es schwerfiel, nicht verärgert zu sein.

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Immerhin gab es noch Balsam für die Seele von Paderborns Trainer Lukas Kwasniok (41), für den die Elbestädter "zu den drei spielstärksten Mannschaften der Liga" gehören. "Hut ab für die Art und Weise, wie sie Fußball spielen. Es macht Spaß, zuzuschauen."

Davon konnte sich Titz' Team am Samstag aber nichts kaufen...

Nächste Woche Sonntag (13.30 Uhr/Sky) steigt in der heimischen MDCC-Arena das Kellerduell gegen Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth. Zu Hause konnte Magdeburg bislang keinen einzigen Punkt holen.

Titelfoto: Bildmontage: Michael Matthey/dpa

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