Bundesliga-Kolumne: Schalke und Werder vor direktem Duell schon wieder in handfester Krise!

Deutschland - Zwei Bundesliga-Vereine haben den Saisonstart völlig in den Sand gesetzt! Der FC Schalke 04 ließ sich vom FC Bayern München beim 0:8 am Freitag vorführen und der SV Werder Bremen kassierte am Samstag vor heimischer Kulisse eine deutliche 1:4-Packung gegen Hertha BSC. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) spielen die beiden Krisenklubs gegeneinander.

Zeit abgelaufen? Zeigt der FC Schalke 04 am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen keine Reaktion, wird es für Coach David Wagner ganz eng.
Zeit abgelaufen? Zeigt der FC Schalke 04 am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen keine Reaktion, wird es für Coach David Wagner ganz eng.  © Matthias Balk/dpa

Gerade im Fall von Schalke kommt das allerdings nicht überraschend. Ja, vielleicht war die Höhe der denkwürdigen Klatsche verwunderlich, aber dass es eine klare Niederlage geben würde, dürfte für viele schon vorher klar gewesen sein. 

Vielmehr bereitete neutralen Fußballfans und natürlich den bemitleidenswerten S04-Anhängern der erschreckend schlechte Auftritt der Knappen große Sorgen. Nun befinden sich die Königsblauen mehr denn je in einer handfesten Sinnkrise und müssen aufpassen, nicht der neue HSV der Bundesliga zu werden und sich Woche für Woche zum Gespött der Leute zu machen.

Denn der Auftritt war schlichtweg peinlich und hatte mit Erstliga-Fußball nichts zu tun. Man machte es dem Deutschen Rekordmeister extrem einfach, die Tore zu erzielen, ließ sich defensiv immer wieder leicht übertölpeln, stand oft zu hoch und wurde selbst beim Stand von 0:5 auswärts noch ausgekontert. Die individuellen Fehler, die fehlende Abstimmung, die erkennbare Verkrampfung und Angst vor dem übermächtigen Gegner taten ihr übriges. So kann Schalke in der Bundesliga auf Dauer nicht bestehen!

Besonders schlimm: es war keine verschworene Einheit auf dem Feld zu sehen und niemand, der das Ruder in die Hand nahm und das Team anführte. Jeder hatte mehr als genug mit sich selbst zu tun. Auch Trainer David Wagner wirkte völlig ratlos und steht nun mehr denn je unter Druck. Er muss aus den durchaus guten Individualisten endlich eine Mannschaft formen, die füreinander rennt und kämpft. Zeigen seine Akteure am kommenden Wochenende keine klare Reaktion, wird es langsam aber sicher richtig eng für den Coach!

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Bundesliga-Kolumne diesmal mit dem peinlichen Auftritt des FC Schalke 04 beim FC Bayern München und Werder Bremens schwachem Auftritt gegen Hertha BSC.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Bundesliga-Kolumne diesmal mit dem peinlichen Auftritt des FC Schalke 04 beim FC Bayern München und Werder Bremens schwachem Auftritt gegen Hertha BSC.  © Matthias Balk/dpa

SV Werder Bremen fiel gegen Hertha BSC in alte Muster zurück

Geht denn das schon wieder los? Werder-Coach Florian Kohfeldt ging nach der 1:4-Pleite gegen Hertha BSC mit hängendem Kopf vom Platz.
Geht denn das schon wieder los? Werder-Coach Florian Kohfeldt ging nach der 1:4-Pleite gegen Hertha BSC mit hängendem Kopf vom Platz.  © Carmen Jaspersen/dpa

Das dürfte langsam aber auch für Werders Übungsleiter Florian Kohfeldt gelten. Nachdem man den Klassenerhalt über den Umweg Relegation doch noch geschafft und alle sieben Vorbereitungsspiele gewonnen hatte, dazu im DFB-Pokal relativ souverän mit 2:0 beim FC Carl Zeiss Jena weitergekommen war, schien Bremen mit neuem Mut und Selbstvertrauen in die Saison zu gehen.

Doch das 1:4 gegen die Mannschaft von Bruno Labbadia, die im Pokal nach einer spektakulären 4:5-Pleite bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig ausgeschieden war und selbst mit dem Rücken zur Wand stand, sorgte für einen richtig herben Dämpfer!

Denn wie in der völlig missratenen Vorsaison ließen sich die Spieler von einem Rückschlag sofort verunsichern, verkrampften und machten so noch mehr Fehler. Hertha nutzte nicht mal alles aus und hätte sogar noch höher gewinnen können. Dazu wirkte es phasenweise so, als würde Werder (wieder) auseinanderfallen. All die Muster, die in der Vorbereitung nicht mehr auftauchten, waren gegen die Alte Dame wieder zu sehen. Es fehlte den Spielern schlichtweg auch die Überzeugung und der Glaube, die Begegnung noch drehen zu können! 

Werder und auch Schalke brauchen daher beide dringend ein Erfolgserlebnis, um den Schalter auch im Kopf umlegen zu können. Deshalb verspricht das direkte Duell am kommenden Samstag bereits viel Spannung. Denn sollte sich dort ein Team durchsetzen, dann wird es für den Verlierer ein ganz, ganz schwerer Saisonstart. Im schlimmsten Fall droht schon nach dem 2. Spieltag die erste Trainerentlassung.

Titelfoto: Matthias Balk/Carmen Jaspersen/dpa

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