FC Schalke 04 am Boden: "Arbeitsverweigerung", "unglaubliche Schande"!

Gelsenkirchen - So kann es nicht weitergehen! Der FC Schalke 04 steckt nach der verdienten 1:3-Niederlage gegen den SV Werder Bremen tief in der Krise und muss nun ernsthaft überlegen, ob er so weitermachen will.

Ozan Kabak (l.) zeigte gegen Werder Bremen eine ganz schwache Leistung. Er verschuldete den Elfmeter, sein Fehler führte zum 0:1, er sah Gelb-Rot und spuckte in der ersten Hälfte auch noch in Richtung seines Gegenspielers.
Ozan Kabak (l.) zeigte gegen Werder Bremen eine ganz schwache Leistung. Er verschuldete den Elfmeter, sein Fehler führte zum 0:1, er sah Gelb-Rot und spuckte in der ersten Hälfte auch noch in Richtung seines Gegenspielers.  © Guido Kirchner/dpa

Trainer David Wagner zeigte sich nach der Partie am Sky-Mikrofon aufgeräumt und ehrlich: "Man muss sich fragen, ist man Teil der Lösung oder Teil des Problems? Und ich bin überzeugt, dass ich Teil der Lösung sein kann."

Das sehen viele Knappen-Fans allerdings nicht erst seit dieser Pleite ganz anders. Auf den Schalker Facebook-Post mit dem Endergebnis wurde aus allen erdenklichen Lagen gegen Mannschaft, Trainer und darüber hinaus Verantwortliche geschossen. 

Diese Leistung sei einer "Arbeitsverweigerung" gleichgekommen und eine "unglaubliche Schande" gewesen. Dass Wagner noch an der Seitenlinie stehen dürfe, sei deshalb "ein Armutszeugnis".

Einige Anhänger werfen dem Trainer des Teams auch vor, "emotionslos" zu sein, was nicht zum Verein passen würde. Aus den Kommentaren ist neben dem üblichen Frust nach Niederlagen vor allem eines herauszulesen: Verzweiflung.

Die Fans machen sich große Sorgen um ihren Traditionsklub und sehen im Moment keinen Silberstreif am Horizont, weil ihr Herzensverein am Abgrund steht. Wagner sah das naturgemäß ein wenig differenzierter. 

Er meinte: "Insbesondere die erste Halbzeit war enttäuschend." Im zweiten Abschnitt hätte sein Team aber "eine Reaktion" gezeigt, weshalb er "auf den Charakter der Mannschaft" nichts kommen lasse.

Im Training würden die Akteure ohnehin deutlich besser agieren als im Spiel. Auch hier ging er selbstkritisch mit sich und seiner Truppe ins Gericht.

Schalkes Trainer David Wagner nahm Ozan Kabak nach Spuckattacke in Schutz

Zum Verzweifeln! Mark Uth erzielte zwar den Schalker Ehrentreffer und damit das erste Saisontor, konnte die klare Niederlage aber doch nicht verhindern.
Zum Verzweifeln! Mark Uth erzielte zwar den Schalker Ehrentreffer und damit das erste Saisontor, konnte die klare Niederlage aber doch nicht verhindern.  © Guido Kirchner/dpa

"Sie konnten es nicht umsetzen. Und dafür bin ich der Hauptverantwortliche, dass sie es umsetzen", so Wagner. Der Übungsleiter der Königsblauen ging zudem auch auf ein weiteres Streitthema ein, für das Ozan Kabak in der Partie selbst gesorgt hatte.

Der Abwehrspieler hatte in der ersten Halbzeit in Richtung seines am Boden liegenden Gegners Ludwig Augustinsson gespuckt. Wagner meinte: "Es sieht auf jeden Fall unschön aus. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass es keine Absicht ist. Es sieht danach aus. Aber ich kenne Ozan, er ist überhaupt nicht der Charakter dafür."

Deshalb wolle er erst mit seinem Akteur sprechen. Denn eine solche Aktion passe nicht mit dem Menschen, den er kenne, zusammen.

Augustinsson selbst meinte, "dass sowas nichts mit Fairplay zu tun hat und nichts im Fußball zu suchen hat". Werder-Coach Florian Kohfeldt gab darüber hinaus dazu an: "Das ist natürlich ein absolutes Unding, was nicht auf den Fußballplatz gehört."

Kabak hatte ohnehin einen rabenschwarzen Tag erwischt. Vor dem 0:1 hatte er Augustinsson mit einem Fehler eine Chance eröffnet, vor dem 0:3 den Elfmeter verursacht und in der 84. Minute nach einem dummen taktischen Foul die Gelb-Rote Karte gesehen. Für seinen Coach Wagner wird es auch deshalb langsam, aber sicher richtig eng. Denn er sei "lange genug im Geschäft dabei" und wisse: "Die Argumente in Form von Resultaten, die fehlen."

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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