Schalke mit ersehntem Brustlöser! Sieg gegen TSG 1899 als Initialzündung?

Gelsenkirchen - Welch eine Erlösung! Der FC Schalke 04 bezwang die TSG 1899 Hoffenheim überraschend deutlich mit 4:0 und verließ den letzten Tabellenplatz.

Eine Umarmung für Ralf Fährmann (32, türkisfarbenes Trikot): Der gebürtige Chemnitzer hatte mit seinen Paraden großen Anteil am Schalker Sieg.
Eine Umarmung für Ralf Fährmann (32, türkisfarbenes Trikot): Der gebürtige Chemnitzer hatte mit seinen Paraden großen Anteil am Schalker Sieg.  © Guido Kirchner/dpa

Dieser brustlösende Kantersieg war der erste Liga-Dreier seit dem 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach vor knapp einem Jahr am 17. Januar 2020. Das ist vor dem Anpfiff 30 Bundesliga-Begegnungen her gewesen! Eine Partie mehr und man hätte den Uralt-Negativrekord vom SV Tasmania Berlin geknackt.

Umso größer war die Erleichterung im Verein, dass diese unfassbare sportliche Leidenszeit erst einmal vorbei ist. Doch nun müssen die Knappen nachlegen, wenn sie den Klassenerhalt schaffen wollen.

Mit Eintracht Frankfurt (17. Januar, 18 Uhr) und vor allem dem 1. FC Köln (20. Januar, 18.30 Uhr) warten zwei Kontrahenten, gegen die man punkten kann bzw. muss.

Wenn das groß auftrumpfende Trio, das Hoffenheim verzweifeln ließ, dort wieder groß aufspielt, stehen die Chancen gut.

Mit Rückhalt Ralf Fährmann (32) im Tor, Dreierpacker Matthew Hoppe (19) im Sturm und Vorlagengeber Amine Harit (23) im Mittelfeld hatten die Königsblauen gleich drei entscheidende Akteure auf dem Feld - und das nötige Quäntchen Glück.

Fährmann parierte alles, was auf sein Tor kam, strahlte Sicherheit aus und war laut Trainer Christian Gross der "Felsen" in der Abwehr. Harit sprühte vor Spielfreude, bereitete alle drei Treffer von Hoppe mit klugen Pässen in die Schnittstellen der 1899-Abwehr vor und erzielte das 4:0 selbst.

Matthew Hoppes Leistungsexplosion hatte sich nicht angedeutet

Bildeten am Samstag ein kongeniales Duo: Amine Harit (23, r.) bereitete alle drei Treffer von Matthew Hoppe (19) vor und erzielte das 4:0 selbst.
Bildeten am Samstag ein kongeniales Duo: Amine Harit (23, r.) bereitete alle drei Treffer von Matthew Hoppe (19) vor und erzielte das 4:0 selbst.  © Guido Kirchner/dpa

Besonders beeindruckend war aber die Leistung von Hoppe selbst. Der 1,91 Meter große Stürmer hatte bei seinen Auftritten bislang sehr engagiert, aber auch unglücklich gewirkt.

Auch in der U23 in der Regionalliga West waren dem US-Amerikaner lediglich ein Tor und eine Vorlage in 16 Einsätzen gelungen. Es sprach also nichts für eine solche Leistungsexplosion.

In den ersten 41 Minuten gegen die Kraichgauer war das nicht anders. Da traf der schlaksige Angreifer in aussichtsreichen Positionen mehrfach die falsche Entscheidung.

Dann jedoch machte er mit seinem Lupfertor alles richtig und wirkte nach seinem ersten Bundesliga-Treffer überhaupt richtig befreit. So umkurvte er TSG-Keeper Oliver Baumann (30) mit der Selbstverständlichkeit eines routinierten Stürmers und schob zum 2:0 ein (57. Minute), ehe er mit dem Außenrist auch noch das 3:0 erzielte (63.).

Es war eine Galavorstellung des 19-Jährigen, der erstmals wirklich unter Beweis stellte, was die Verantwortlichen in ihm gesehen hatten.

Zu diesen drei herausragenden Akteuren kam eine weitgehend geschlossene Mannschaftsleistung, in der jeder für den anderen kämpfte. Es war den Akteuren um Hoffnungsträger Sead Kolasinac (27) anzumerken, dass sie den Bock endlich umstoßen wollten, was gelang. Nun müssen die Knappen aber direkt nachlegen. Gelingt das, sind Arminia Bielefeld und Köln in Schlagdistanz und S04 wieder voll im Rennen!

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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