Schalke 04 vor Freiburg: Machen die Knappen Druck und rollen das Feld von hinten auf?

Gelsenkirchen - Machen die Knappen doch nochmal Druck? Der FC Schalke 04 kann den Rückstand auf Platz 15 auf zehn Punkte verkürzen und den Druck auf die anderen Teams erhöhen.

S04-Neu-Coach Dimitrios Grammozis (42, M.) strahlte nach dem ersten Sieg in seiner Amtszeit bis über beide Ohren.
S04-Neu-Coach Dimitrios Grammozis (42, M.) strahlte nach dem ersten Sieg in seiner Amtszeit bis über beide Ohren.  © dpa/Bernd Thissen

Dafür müssten die Königsblauen am Samstag (15.30 Uhr) allerdings beim SC Freiburg gewinnen und Arminia Bielefeld dürfte zeitgleich keinen Dreier beim FC Augsburg holen.

Hertha BSC und der 1. FSV Mainz 05 können hingegen nicht eingreifen. Da sich die Alte Dame wegen mehrerer Corona-Fälle in 14-tägiger Quarantäne befindet, muss sie tatenlos zusehen, was die Konkurrenz macht.

S04 könnte also wirklich nochmal entscheidend in den Abstiegskampf eingreifen, wenngleich es äußerst unwahrscheinlich ist, dass am Ende der Klassenerhalt steht. Doch Schalke hat nun nichts mehr zu verlieren und somit zumindest die Möglichkeit, für Spannung zu sorgen.

Keiner gibt mehr einen Pfifferling auf sie, obwohl die Leistungskurve zuletzt deutlich nach oben zeigte. Schon beim 1:2 bei Bayer 04 Leverkusen agierten die Knappen als echte Einheit, beim 1:0 gegen Augsburg am zurückliegenden Sonntag warfen sie sich mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, in die Zweikämpfe und rangen die Fuggerstädter mit diesem Eifer nieder.

Defensiv steht die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis (42) erkennbar sicherer, wirkt zudem deutlich fitter und hat mit Klaas-Jan Huntelaar (37) einen echten Torjäger und Führungsspieler im Angriff. Unterschätzen darf man den lange Zeit blamabel auftretenden Traditionsverein im Saisonfinish daher nicht mehr.

FC Schalke 04 hat als (noch abgeschlagener) Bundesliga-Tabellenletzter keinen Druck mehr

Die Spieler des FC Schalke 04 feierten am vergangenen Wochenende ihren zweiten Saisonsieg in der Bundesliga.
Die Spieler des FC Schalke 04 feierten am vergangenen Wochenende ihren zweiten Saisonsieg in der Bundesliga.  © dpa/Bernd Thissen

Schließlich ist der große Druck weg. Denn alles andere als der Abstieg in die 2. Bundesliga wäre eine Sensation. S04 kann deshalb befreit aufspielen. Gerade die vielen Talente aus der hauseigenen Knappenschmiede fighten und malochen, wie man es in Gelsenkirchen gerne sieht.

Ob Abwehrspieler Malick Thiaw (19), die Mittelfeldleute Mehmet Aydin (19), Kerim Calhanoglu (18) oder Can Bozdogan (20): Grammozis setzt vermehrt auf die jungen und talentierten Wilden, die Schalkes Zukunft sein könnten, sich mit dem Verein identifizieren und nun vor allem Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln dürfen.

Das ist genau der richtige Weg, der auch im Hinblick auf die kommende Saison zu begrüßen ist. Und Freiburg könnten ihnen da gelegen kommen. Die Mannschaft von Kulttrainer Christian Streich (55) befindet sich in einer Ergebniskrise, hat vier der vergangenen fünf Partien verloren und tritt mit zwei Niederlagen im Gepäck gegen die Knappen an, die den dritten Liga-Saisonsieg feiern und erstmals zwei Spiele hintereinander für sich entscheiden wollen.

Sollte das gelingen und Bielefeld in Augsburg verlieren, darf man mit großer Spannung auf Dienstagabend (20.30 Uhr) blicken, wenn beide im direkten Duell aufeinandertreffen. Und sollte Schalke das gewinnen, würde man nur noch sieben Zähler (bei dann noch vier auszutragenden Spielen) hinter der Arminia und auch Hertha liegen...

Titelfoto: dpa/Bernd Thissen

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