Kohle-Hammer in der Bundesliga: Erster Klub will Gehaltsobergrenze einführen!

Gelsenkirchen - Der Bundesliga-Saision 2019/20 ist Geschichte. Es war eine Spielzeit, die allen voran wegen der Corona-Zwangspause einen dicken Platz in den Geschichtsbüchern finden wird. Die Auswirkungen dieser speziellen Situation werden die Klubs jedoch weit über die inzwischen vergangene Saison hinaus begleiten. Der (Chaos-)Klub FC Schalke 04 will nun erste einschneidende Konsequenzen ziehen und als erster Klub überhaupt eine Gehaltsobergrenze einführen!

Die Schalker haben in der abgelaufenen Rückrunde lediglich neun Punkte geholt. Mit einem Torverhältnis von 9:37 belegen sie damit Rang 17. Nur Absteiger Paderborn war in der zweiten Saisonhälfte noch schlechter.
Die Schalker haben in der abgelaufenen Rückrunde lediglich neun Punkte geholt. Mit einem Torverhältnis von 9:37 belegen sie damit Rang 17. Nur Absteiger Paderborn war in der zweiten Saisonhälfte noch schlechter.  © Uli Deck/dpa

Das berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung

Die Knappen, die in der Vergangenheit vermehrt dadurch auffielen, sich finanziell zu überschätzen, zahlen momentan im wahrsten Sinne des Wortes den Preis für die Fehler der letzten Jahre.

Eine überdurchschnittlich hohe Kaderfluktuation, diverse "Königstransfers" die sich zu oft sogar als Fehlinvestitionen (zumindest aber als Zugänge der Marke "Hätte man mehr erwartet" entpuppten) und auch die zahlreichen Abgänge eigener Toptalente - häufig sogar zum Nulltarif - rissen Löcher ins Königsblaue Portemonnaie.

Hinzu kommen über Jahre hinweg Unstimmigkeiten in der Führung. Sowohl untereinander als auch bei der Frage einer eigenen sportlichen Philosophie und Führung. 

Geradlinig war da nicht viel, außer der freie Fall in dem man sich in der Rückrunde der frisch abgelaufenen Saison befunden hat.

Nun also die finanzielle Reißleine! So sollen die Kicker auf Schalke demnächst nicht mehr als 2,5 Millionen Euro im Jahr kassieren, heißt es. Gleichermaßen ein Paukenschlag wie ein Novum.

Und es zeigt, in welcher Schieflage sich der Traditions-Verein derzeit befindet.

Peters "Härtefallantrag" ließ bereits tief blicken

Schwere Zeiten. Schalke-Boss Tönnies (l), der momentan auch wegen des Corona-Skadals in Gütersloh stark unter Druck steht, neben Aufsichtsrat Jens Buchta (r). In der Loge Peter Peters.
Schwere Zeiten. Schalke-Boss Tönnies (l), der momentan auch wegen des Corona-Skadals in Gütersloh stark unter Druck steht, neben Aufsichtsrat Jens Buchta (r). In der Loge Peter Peters.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Schalke war ein Klub, wenn nicht sogar der Klub, der wohl am meisten auf die zügige Weiterführung der Corona-Saison gepocht hatte. 

Rasch sickerte durch, dass die bereits bekannten finanziellen Löcher wohl noch viel erheblicher sind, als bislang angenommen.

Ein weiteres Indiz dazu, war eine fast schon bodenlose Forderung des Finanzvorstandes Peter Peters (58). 

Der sogenannte "Härtefallantrag" sorgte in den wenigsten Fällen bloß noch für Kopfschütteln, sondern gar für Entrüstung beim Schlaker Anhang. 

In der Endkonsequenz war es dann auch der Kopf des jahrelangen Vorstandsmitglieds Peters, der rollte. 

Als ein "kapitales Eigentor" und einen "unglaublicher Fehler" titulierte Sportvorstand Jochen Schneider diesen Mega-Bock anschließend. Auch wenn dies letztlich "intern aufgearbeitet" wurde, der Schaden, insbesondere im Herzen der Fans, wohl (fürs erste) irreparabel.

Nun also die Gehaltsobergrenze. Ein drastische Maßnahme, die die Verzweiflung bei S04 erahnen lässt.

Schalke unter den Top-Five der Personalausgaben

Bild mit Symbolcharakter. Schalkes Weston McKennie will eigentlich gar nicht mehr hinsehen.
Bild mit Symbolcharakter. Schalkes Weston McKennie will eigentlich gar nicht mehr hinsehen.  © Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Peters, der ab dem 1. Juli nicht mehr zum Vorstand gehören wird, sprach jüngst von einer "potentiell existenzbedrohenden Situation". Die Verbindlichkeiten sollen wohl bei etwa 200 Millionen Euro liegen.

Hinzu kommt: Nach der desaströsen und gleichzeitig schlechtesten Rückrunde der Klubgeschichte wird im kommenden Jahr auch kein Geld aus internationalen Wettbewerben fließen. 

Sich finanziell lohnende Spielerverkäufe sind in Zeiten von Corona und nach den Leistungen in den letzten Monaten ebenfalls schwer zu realisieren.

Zu den Top-Verdienern der Schalker zählen unter anderem Benjamin Stambouli (29) und Amine Harit (23). Deren Gehalt soll bei etwa vier Millionen Euro liegen, anderthalb Millionen über der neuen Obergrenze. 

Jede Neuverpflichtung muss sich also mit maximal 2,5 Millionen Euro begnügen. Wer mehr will, wird sich das königsblaue Trikot nicht überstreifen können.

Der Tabellenzwölfte der abgelaufenen Saison ist zumindest bei den Personalausgaben auf den internationlen Rängen vorzufinden. 

Hinter Krösus Bayern München und Erzfeind Borussia Dortmund sowie den Werksklubs aus Leverkusen und Wolfsburg belegen die Knappen in diesem Ranking Platz fünf.

Titelfoto: Ina Fassbender/AFP/Pool/dpa ; Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema FC Schalke 04:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0