Füllkrug und Werder Bremen stürzen Schalke 04 und Wagner tiefer in die Krise!

Gelsenkirchen - 1:11 Tore nach zwei Spielen, Tabellenletzter! Der FC Schalke 04 hat auch den brisanten Krisengipfel gegen den SV Werder Bremen sang- und klanglos mit 1:3 (0:2) verloren und steckt tief im sportlichen Dilemma fest. Coach David Wagner dürfte nach diesem neuerlichen Tiefschlag wohl nicht mehr zu halten sein.

Niclas Füllkrug (2.v.r.) erzielte mit diesem Schuss das 1:0 für Werder Bremen.
Niclas Füllkrug (2.v.r.) erzielte mit diesem Schuss das 1:0 für Werder Bremen.  © Guido Kirchner/dpa

Drei Tore in der leeren Veltins Arena erzielte der überragende Niclas Füllkrug (22. Minute/37./60.), der die Partie frühzeitig entschied. Mark Uth traf kurz vor Schluss zum 1:3 für Schalke (90.+2). Kurz zuvor hatte Ozan Kabak die Gelb-Rote Karte (84.) gesehen.

Der Sieg der Bremer war nur folgerichtig. Denn die Gäste waren von Beginn an in einer umkämpften und zerfahrenen Partie ohne spielerischen Fluss die überlegene Mannschaft. Die Verunsicherung war beiden Teams in dieser Phase wenig überraschend anzumerken.

Die erste größere Möglichkeit legte Schalkes schwacher Abwehrchef Kabak mit einer verunglückten Klärungsaktion auf. Dadurch kam Ludwig Augustinsson zum Abschluss, doch sein abgefälschter Schuss aus spitzem Winkel klatschte nur ans Außennetz. 

Die folgende Ecke schlug der schwedische Nationalspieler dann präzise an den Elfmeterpunkt, wo Josh Sargent hochstieg und Füllkrug bediente, der vier Meter vor dem Kasten frei stand, das Leder in seiner Drehschussbewegung leicht traf und damit an S04-Torwart Ralf Fährmann vorbei ins Netz lenkte - 1:0 für Werder (22.)!

Auch in der Folge blieb die Elf von Coach Florian Kohfeldt am Drücker und hatte durch den Torschützen noch eine weitere Möglichkeit, doch der Stürmer traf nur das Außennetz (29.).

Anfangself des FC Schalke 04 gegen den SV Werder Bremen

Startformation des SV Werder Bremen beim FC Schalke 04

Niclas Füllkrug legt für den SV Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 nach

S04-Coach David Wagner (r.) wird nach diesem neuerlichen sportlichen Tiefschlag wohl nicht mehr zu halten sein.
S04-Coach David Wagner (r.) wird nach diesem neuerlichen sportlichen Tiefschlag wohl nicht mehr zu halten sein.  © Guido Kirchner/dpa

Bei Schalke waren hingegen hängende Schultern zu erkennen, die Spieler ergaben keine stimmige Einheit auf dem Platz und waren zu leise. Dazu fehlte auch noch erkennbar die Abstimmung in der Defensive. Dass sich die selbstzweifelnde Truppe nichts zutraute, kam zu allen anderen Unzulänglichkeiten auch noch hinzu.

Ganz deutlich wurde all das beim nächsten Standard: Augustinsson brachte die Kugel aus dem rechten Halbfeld mit links in die Mitte, wo Füllkrug frei einlaufen durfte, sich hochschraubte, in der Luft stand und unbedrängt aus sieben Metern in die rechte untere Ecke einköpfte - 2:0 für Werder (37.)!

Bei diesem Zwischenstand blieb es zur Pause. Schalke kam aus dieser noch einmal mit frischem Mut und machte für ein paar Minuten Druck. Der eingewechselte Vedad Ibisevic köpfte eine erstklassige Flanke von Goncalo Paciencia hauchzart am linken Pfosten vorbei (53.), wenig später vergab auch Nasim Boujellab einen weiteren Riesen.

Ein Abpraller sprang dem Eigengewächs vor die Füße, doch der Youngster vergab frei aus 12 Metern halblinker Position vor Werder-Keeper Jiri Pavlenka stehend und schoss einen halben Meter am langen Eck vorbei (54.).

Niclas Füllkrug schnürt den Dreierpack und entscheidet die Partie für den SV Werder Bremen

Niclas Füllkrug (M.) schoss den SV Werder Bremen mit drei Treffern zum verdienten und eminent wichtigen Auswärtssieg.
Niclas Füllkrug (M.) schoss den SV Werder Bremen mit drei Treffern zum verdienten und eminent wichtigen Auswärtssieg.  © Guido Kirchner/dpa

Als dann auch noch Ibisevic am tschechischen Nationalkeeper scheiterte (55.), war es das mit der kurzen Knappen-Herrlichkeit gewesen. Denn auf der Gegenseite brachte Kabak deutlich erkennbar Füllkrug im Strafraum zu Fall, weshalb es zurecht Elfmeter gab.

Diesen verwandelte "Lücke" selbst, verlud S04-Keeper Ralf Fährmann mit seinem platzierten Schuss in die rechte untere Ecke zum 3:0 (60.).

Nun war das Schalker Hoch wieder vorbei, von diesem neuerlichen Rückschlag konnten sich die Königsblauen nicht erholen und taumelten ohnmächtig der Niederlage entgegen, was aber auch an Bremen lag.

Werder spielte mit dem Vorsprung im Rücken routiniert und machte keine entscheidenden Fehler. Stattdessen musste Fährmann gegen Sargents Kopfball nach einem weiteren Augustinsson-Freistoß das 0:4 verhindern (78.).

Zu allem Überfluss sah der gefrustete Kabak dann nach einem dummen taktischen Foul gegen den eingewechselten Davie Selke die Gelb-Rote Karte (84.). Kurz vor Schluss bediente Paciencia dann mit der letzten Aktion des Spiels seinen Sturmpartner Uth, der aus 16 Metern platziert in die lange Ecke zum 1:3-Ehrentreffer einschoss (90.+2). 

Schalke tritt am kommenden Samstag (18.30 Uhr) bei RB Leipzig an, während Werder am selben Tag, aber drei Stunden eher, Arminia Bielefeld empfängt.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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