Peinlich-Pleite trotz Führung! Eintracht vergeigt letzte Königsklassen-Chance auf Schalke

Gelsenkirchen - Das war's dann wohl! Beim bereits abgestiegenen FC Schalke 04 hat sich die Eintracht aus Frankfurt am 33. Bundesliga-Spieltag eine bittere 3:4 (1:1)-Niederlage geleistet und damit wohl endgültig die Chance auf die Teilnahme an der Champions League verspielt.

Eintracht Frankfurts Makoto Hasebe (l.) im Zweikampf mit Amine Harit vom FC Schalke 04.
Eintracht Frankfurts Makoto Hasebe (l.) im Zweikampf mit Amine Harit vom FC Schalke 04.  © dpa/Guido Kirchner

Vor leeren Rängen in der Veltins-Arena brachte Klaas-Jan Huntelaar die Hausherren vom Punkt mit 1:0 in Führung (15./FE). André Silva (29.) und Salif Sané (51./ET) drehten die Partie zunächst zum 2:1 für die SGE, ehe Blendi Idrizi (53.), Florian Flick (60.) und Matthew Hoppe (64.) auf 4:2 zugunsten der Schalker stellten. Silva verkürzte darauf zum 3:4-Endstand (72.).

Drei Neue ließ SGE-Trainer Adi Hütter im Vergleich zum enttäuschenden 1:1-Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 auflaufen: Nach seiner Gelbsperre rückte Evan N'dicka wieder in den Abwehrverbund. Zudem starteten Amin Younes und Timothy Chandler. Dafür nahmen Sebastian Rode, Luka Jovic und Erik Durm auf der Bank Platz.

Zwei frische Kräfte brachte hingegen S04-Coach Dimitrios Grammozis nach der 1:2- Schlappe gegen Hertha BSC: Sead Kolasinac (Gelbsperre) und Matthew Hoppe (Bank) wurden von Mehmet Can Aydin und Mark Uth ersetzt.

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Unter den Augen des zur Motivation der Mannschaft nach Deutschland zurückgekehrten "Capitanos" David Abraham nahm die Eintracht das Heft des Handelns erwartungsgemäß von Beginn an in die Hand. Nach einem abgewehrten Schuss von Chandler und einem Beinahe-Eigentor von Sané (jeweils 9.), folgte jedoch der Nackenschlag für die Gäste.

Nach einem gut getimten Steckpass brachte Tuta seinen Gegenspieler Amine Harit strafbar zu Fall (13.). Nach einem längeren Check durch den Video Assistant Referee (VAR) trat Huntelaar aus elf Metern an, vergab zunächst gegen SGE-Keeper Kevin Trapp, bekam den Ball aber direkt wieder vor die Füße und verwandelte zum 1:0 für S04 (15.).

Die Startformation des FC Schalke 04 für das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Mit dieser Elf startete Eintracht Frankfurt in das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04

Huntelaar bringt den FC Schalke 04 vom Elfmeterpunkt in Führung, Silva gleicht für Eintracht Frankfurt aus

Die Spieler des FC Schalke 04 bejubeln den Treffer von Klaas-Jan Huntelaar (Mitte) zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.
Die Spieler des FC Schalke 04 bejubeln den Treffer von Klaas-Jan Huntelaar (Mitte) zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.  © dpa/Guido Kirchner

Die Adlerträger bemühten sich um eine sofortige Antwort, bissen sich dabei aber ein Stück weit die Zähne aus. Nach einer Hereingabe von Filip Kostic tauchte Silva im Fünfmeterraum vor Ralf Fährmann auf, der Schalker Keeper hatte aber das bessere Ende für sich (21.).

Wenig später hieß es dann, gleiche Konstellation, konträres Ergebnis: Von links brachte Younes eine hohe Flanke in den Sechzehner, bei der sich Fährmann komplett verschätzte. Für Silva war es somit ein leichtes, per Kopf zum 1:1 einzunetzen (29.). Mit seinem 26. Saisontreffer stellte der Portugiese den Torrekord von SGE-Legende Bernd Hölzenbein aus der Spielzeit 1976/77 ein.

Nach der erfolgreichen Reaktion auf den doch überraschenden Rückstand, zeigten sich die Mannen vom Stadtwald weiter engagiert und wirkten überlegen. Doch trotz vielversprechender Gelegenheiten für N'dicka (36.) und Silva (41.) blieb der Frankfurter Führungstreffer vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski aus.

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Das änderte sich jedoch in den ersten Minuten des zweiten Spielabschnitts. Nach einem Eckball von Daichi Kamada stieg N'dicka am höchsten und köpfte Sané an, der die Pille unglücklich ins eigene Tor bugsierte (51.). Die Freude darüber währte jedoch nicht einmal 120 Sekunden.

Nach einem Abwehrfehler von N'dicka und einem perfekten Zuspiel von Huntelaar marschierte Idrizi allein auf Trapp zu. Schließlich verwandelte er aus rund 16 Metern souverän zum postwendenden 2:2-Ausgleich (53.).

Eintracht Frankfurt in Halbzeit eins optisch überlegen, aber mit zu vielen Fehlern gegen den FC Schalke 04

Mit seinem 26. Saisontor stellte Eintracht Frankfurts Angreifer André Silva den Torrekord von Bernd Hölzenbein aus der Saison 1976/77 ein.
Mit seinem 26. Saisontor stellte Eintracht Frankfurts Angreifer André Silva den Torrekord von Bernd Hölzenbein aus der Saison 1976/77 ein.  © dpa/Guido Kirchner

Eintracht Frankfurt geht zunächst früh in Führung und bricht dann auseinander

Blendi Idrizi (r.) vom FC Schalke 04 bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Eintracht Frankfurt.
Blendi Idrizi (r.) vom FC Schalke 04 bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Eintracht Frankfurt.  © dpa/Guido Kirchner

Und es wurde noch bitterer für die Gäste: Der eingewechselte Hoppe tankte sich zunächst durch und fand mit seinem Steckpass den blankstehenden Flick, der die erneute Schalker Führung besorgte (60.).

Nun gaben die Gastgeber so richtig Gas. Nur vier Minuten später durfte Joker Hoppe über links frei auf den Frankfurter Kasten marschieren und schob aus rund elf Metern souverän zur 4:2-Führung ein (64.).

Doch die Hessen gaben sich vorerst nicht gänzlich auf: Makoto Hasebe spielte das Leder in den Sechzehner, wo Jovic zunächst an Fährmann scheiterte. Im Nachsetzen besorgte Silva - der nun alleiniger Rekordschütze der Eintracht ist - den Anschlusstreffer (72.).

In der Folge vergaben Silva (78.) und der eingewechselte Steven Zuber (79.) vielversprechende Gelegenheiten, der Druck seitens der SGE wurde wieder größer. Die bittere und wohl vorentscheidende Niederlage im Kampf um die Champions League konnte sie aber nicht mehr abwenden.

Am letzten Bundesliga-Spieltag bekommen es die Knappen am Samstag (22. Mai, 15.30 Uhr) im Kellerduell auswärts mit dem 1. FC Köln, während die SGE zeitgleich den SC Freiburg empfängt.

Die Spieler des FC Schalke 04 bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2 gegen Eintracht Frankfurt durch Matthew Hoppe (2.v.l.).
Die Spieler des FC Schalke 04 bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2 gegen Eintracht Frankfurt durch Matthew Hoppe (2.v.l.).  © dpa/Guido Kirchner

Titelfoto: dpa/Guido Kirchner

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