85 Minuten in Unterzahl! FC St. Pauli verliert nach starkem Kampf beim SC Paderborn

Paderborn - Was für ein Spiel! Der FC St. Pauli hat beim SC Paderborn 07 die erste Saison-Niederlage kassiert. Nach 90 Minuten hieß es vor 6000 Zuschauern in der Benteler-Arena 3:1 für die Ost-Westfalen.

St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (25) hält den Elfmeter von Paderborns Dennis Srbeny (27).
St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (25) hält den Elfmeter von Paderborns Dennis Srbeny (27).  © David Inderlied/dpa

Dabei spielten die Kiezkicker ab der sechsten Minute in Unterzahl. Kapitän Philipp Ziereis (28) sah nach einer Notbremse die Rote Karte.

Guido Burgstaller (32, 28. Minute) brachte die Gäste in Führung, Adam Dzwigala (25, 45.) sorgte per Eigentor für den Ausgleich vor der Halbzeit. Kai Pröger brachte die Paderborner mit seinem Treffer zum 2:1 in der 65. Minute auf die Siegerstraße. In der Nachspielzeit legte Sven Michel (31) noch zum 3:1 nach.

Im Vergleich zum Derby-Sieg über den HSV musste St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (43) seine Formation auf einer Position umstellen. Für Luca Zander (26, Sprunggelenks-Verletzung) kam ein Einsatz zu früh, es begann Dzwigala.

FC St. Pauli: Jackson Irvine schießt sein Premieren-Tor mit Ansage
FC St. Pauli FC St. Pauli: Jackson Irvine schießt sein Premieren-Tor mit Ansage

SCP-Coach Lukas Kwasniok (40) veränderte seine Startelf im Vergleich zum 4:1-Auswärtssieg bei Werder Bremen auf zwei Positionen. Robin Yalcin (27) und Marcel Mehlem (26) gaben ihr Start-Debüt für die Ost-Westfalen und ersetzten Maximilian Thalhammer (24, Bank) und Felix Platte (25, Hüftprobleme).

Die Hausherren übten von Anpfiff an einen Riesen-Druck auf die Kiezkicker aus. In der sechsten Minute folgte der große Schock für die Hamburger. Nach einem langen Ball kam SCP-Angreifer Michel an den Ball und wurde im Strafraum von Ziereis umgerissen.

Die Folge: Rot für Ziereis und Elfmeter für den SC Paderborn!

So startete der SC Paderborn 07 in die Partie gegen den FC St. Pauli

Der FC St. Pauli begann mit dieser Formation die Begegnung gegen den SC Paderborn 07

FC St. Pauli bringt sich vor der Halbzeit selbst um den Lohn

Adam Dzwigala (25, Mitte) steigt hoch und köpft den Ball ins eigene Tor.
Adam Dzwigala (25, Mitte) steigt hoch und köpft den Ball ins eigene Tor.  © David Inderlied/dpa

Den fälligen Strafstoß setzte Dennis Srbeny (27) ins rechte Eck, doch genau dahin war auch Keeper Nikola Vasilj (25) unterwegs, der den Ball parierte. Es blieb beim 0:0.

Kiez-Trainer Schultz opferte anschließend Derby-Held Simon Makienok (30) und brachte stattdessen mit James Lawrence (28) einen Innenverteidiger.

Paderborn stellte dagegen auf Dreierkette um und sorgte im Mittelfeld-Zentrum für ein Übergewicht. St. Pauli rannte nur dem Ball hinterher und konnte sich kaum befreien.

St. Paulis Tor-Garantie Burgstaller stellt Rekord auf und zieht mit Terodde gleich
FC St. Pauli St. Paulis Tor-Garantie Burgstaller stellt Rekord auf und zieht mit Terodde gleich

Das änderte sich etwas nach mehr als 25 Minuten. Die Gäste zeigten sich nun erstmals offensiv gefährlich und gingen nach 28 Minuten durch Guido Burgstaller überraschend in Führung.

Bei einem Konter schickte Finn Ole Becker (21) Daniel-Kofi Kyereh (25), der direkt weiter auf den Österreicher leitete. Burgstaller zögerte nicht lange, sondern schloss ebenfalls direkt aus 20 Metern ab und traf zum 1:0 ins Tor. Was für eine Moral der Kiezkicker!

St. Pauli zog sich mit der Führung im Rücken etwas weiter zurück. Paderborn hatte zeitweise über 70 Prozent Ballbesitz, doch so richtig gefährlich wurden sie nicht. Dennoch fiel der Ausgleich noch vor der Pause und da hatten die Gäste gehörig ihre Finger mit im Spiel.

Kai Pröger sorgt eine Minute nach seiner Einwechslung für die Entscheidung

Kai Pröger (29) jubelt per Salto über seinen Siegtreffer.
Kai Pröger (29) jubelt per Salto über seinen Siegtreffer.  © David Inderlied/dpa

Eine Flanke von Yalcin auf Michel köpfte Dzwigala in Stürmer-Manier unhaltbar für seinen Keeper ins Eck. Was für ein Pech! Kurze Zeit später ging es zum Verschnaufen in die Halbzeit.

Bis dahin bot die Partie Unterhaltung pur. Die Frage war nur: Wie lange kann St. Pauli dem Druck und das Tempo halten?

Der Druck der Paderborner war nach der Pause sofort wieder da, doch plötzlich hatte Kyereh die große Chance. Jasper van der Werff (22) rutschte als letzter Mann weg, sodass der FCSP-Angreifer ab der Mittellinie freie Bahn hatte. Doch im Eins-gegen-Eins gegen Jannik Huth (27) versagten dem Angreifer die Nerven.

Auf der Gegenseite hatten Mehlem (49. und 59. Minute), Ron Schallenberg (22, 52.) und Srbeny (56.) beste Einschussmöglichkeiten. St. Pauli sorgte gelegentlich für Entlastung und hatte durch Becker (62.) ihrerseits die Chance zur Führung.

In der 65. Minute war es allerdings so weit. Paderborn schlug zu. Der kurz zuvor eingewechselte Pröger hämmerte den Ball nach Michel-Vorlage an Vasilj vorbei in die Maschen. War das bereits die Vorentscheidung?

St. Pauli warf fortan alles in die Waagschale, doch am Ende fehlte ihnen so ein wenig die Kraft. Doch außer einem Distanz-Schuss von Eric Smith (75.) konnten sie die Paderborner nicht wirklich gefährden.

Stattdessen sorgte Michel in der Nachspielzeit nach einem Konter und Querpass von Pröger für den Endstand.

So stand nach mehr als 90 Minuten aufopferungsvollem Kampf die erste Saison-Niederlage für die Braun-Weißen zu Buche. Nach dem frühen Platzverweis fehlten am Ende die Kräfte, um die abgeklärten Hausherren noch in Bedrängnis zu bringen.

Am kommenden Spieltag sind beide Teams am Sonntag gefordert. St. Pauli empfängt den Spitzenreiter Jahn Regensburg, Paderborn reist zum starken Aufsteiger Dynamo Dresden.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

Mehr zum Thema FC St. Pauli: