(Co-)Trainer führen St. Paulis Siegeszug fort: "Überragend gemacht"

Hamburg/Nürnberg - Es ging auch ohne Timo Schultz (44)! Der FC St. Pauli hat am Sonntagnachmittag mit dem 3:2-Auswärtserfolg beim 1. FC Nürnberg den zehnten Sieg in dieser Saison gefeiert, damit die Tabellenführung behauptet und zugleich einen Vereinsrekord eingestellt - 32 Punkte nach 15 Spieltagen.

Die (Co-)Trainer Loic Favé (28, links) und Fabian Hürzeler jubeln nach dem Sieg über den 1. FC Nürnberg.
Die (Co-)Trainer Loic Favé (28, links) und Fabian Hürzeler jubeln nach dem Sieg über den 1. FC Nürnberg.  © Daniel Karmann/dpa

Verzichten mussten die Kiezkicker dabei auf ihren Cheftrainer, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

So übernahmen seine beiden Co-Trainer Loic Favé (28) und Fabian Hürzeler (28) das Kommando an der Seitenlinie.

Und beide sahen zu Beginn einen eiskalten FC St. Pauli. Durch Tore von Guido Burgstaller (32) und Leart Paqarada (27) führten die Braun-Weißen nach zehn Minuten bereits mit 2:0.

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"Der Start ins Spiel lief für uns mit den beiden Toren in so kurzer Zeit natürlich perfekt", gestand Favé. Torschütze Burgstaller sah das ähnlich: "In den ersten zehn, 15 Minuten haben wir gute Konter gespielt und sind auch verdient mit 2:0 in Führung gegangen." Sicherheit gab die Führung der Kiezelf aber nicht.

Nürnberg blieb am Drücker. "Dann hält Nikola Vasilj ein paar Mal richtig gut, ehe der Anschlusstreffer zu Recht fällt", erklärte der 28-Jährige.

Mit einer Dreierparade binnen weniger Sekunden verhinderte er nach einer Viertelstunde noch den Anschlusstreffer, ehe Johannes Geis (28) mit einem Sonntagsschuss das zwischenzeitliche 2:1 markierte.

FC St. Pauli schlägt in den richtigen Momenten eiskalt zu

St. Paulis Guido Burgstaller (32) nahm es gleich mit zwei Gegenspielern auf.
St. Paulis Guido Burgstaller (32) nahm es gleich mit zwei Gegenspielern auf.  © Daniel Karmann/dpa

Die Partie hatte bis dahin gehalten, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Doch fortan schlichen sich auf beiden Seiten Fehler ein, wie FCSP-Kapitän Philipp Ziereis (28) anerkennen musste.

Zu Beginn der zweiten Hälfte sah sich St. Pauli großem Druck der Nürnberger ausgesetzt. Wie aus dem Nichts schlug dann Adam Dzwigala (26) zu und erhöhte auf 3:1. "Ein Kompliment an die Mannschaft, die im richtigen Moment das dritte Tor gemacht hat", urteile Favé.

Weil der Club sich aber nicht aufgab und durch Manuel Schäffler (32) sogar noch den erneuten Anschlusstreffer erzielte, war der Sieg noch lange nicht eingetütet. "Am Ende war es harte Arbeit, und wir waren mit einhundert Prozent Leidenschaft dabei", beschrieb Marcel Hartel (25) die Schlussphase, die der Tabellenführer schadlos überstand.

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"Am Ende sind wir der glückliche, aber auch verdiente Sieger", erklärte Ziereis. Die Kiezkicker schlugen in den richtigen Momenten zu und nutzten ihre Chancen eiskalt.

Während die Spieler und Verantwortlichen auf dem Platz ihrer Freude freien Lauf ließen, dürfte auch Schultz in 462,38 Kilometer Entfernung einen Jubelschrei ausgestoßen haben.

St. Paulis Cheftrainer Timo Schultz verfolgt Partie im Schlafzimmer mit Ostfriesen-Tee

Der 44-Jährige verfolgte die Begegnung bei Ostfriesen-Tee im Schlafzimmer. Auch er dürfte nach dem Sieg im Topspiel beim Club stolz auf seine Mannschaft, aber auch stolz auf seine beiden Vertreter gewesen sein.

"Wir haben vollstes Vertrauen in unser Trainerteam und haben es gut aufgefangen", erklärte Kapitän Ziereis. "Letztlich war es auch ein Sieg für Schulle." Torschütze und Vorlagengeber Burgstaller meinte: "Unsere beiden jungen Co-Trainer haben es aber überragend gemacht."

Neu war das Gefühl für das Duo nicht. In der vergangenen Saison übernahmen Favé/Hürzeler bereits beim 4:3-Sieg in Heidenheim das Kommando. Dort saß Schultz von einem Nierenstein geplagt auf der Bank und hielt sich im Hintergrund.

Wie lange der Verein noch auf seinen Cheftrainer verzichten muss, ist unklar. Eines ist aber sicher. "Wir hoffen natürlich, dass Schulle bald wieder da ist", gab Ziereis zu.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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