FC St. Pauli droht mit Diamantakos-Weggang ein Sturm-Problem

Hamburg - Diamantos Diamantakos (27) spielt die Saison seines Fußballer-Lebens. 

Dimitrios Diamantakos läuft nach einem Treffer mit dem Ball im Arm über den Platz. (Archivbild)
Dimitrios Diamantakos läuft nach einem Treffer mit dem Ball im Arm über den Platz. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der Stürmer des FC St. Pauli erzielte am Sonntag beim 2:1 gegen den FC Erzgebirge Aue sein zehntes Tor in der Zweitliga-Saison. 

Es ist das erste Mal in der Karriere des 27-Jährigen, dass er in einer Spielzeit zweistellig trifft. "Dimi hat über die ganze Saison wichtige Tore erzielt und gute Leistung gebracht", lobt Trainer Jos Luhukay.

Dennoch wird der Torjäger in diesem Sommer Hamburg verlassen.

Spieler und Verein konnten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. "Es ist immer schade, wenn ein Spieler den Verein verlässt, auch weil er eine gute Perspektive hatte", sagt Luhukay. 

Laut der kroatischen Zeitung "Sportske Novosti" wechselt er zum kroatischen Erstligisten HNK Hajduk Split. Das heißt: Der Top-Torjäger wird nur noch drei Spiele für den FC St. Pauli absolvieren.

Diamantakos kam im Januar 2018 vom VfL Bochum nach Hamburg. Das Verhältnis zwischen Verein und Spieler war oftmals schwierig. 

Obwohl er verlässlich traf und auch vergangene Saison mit sieben Toren der effektivste Torjäger des FC St. Pauli war, hatte er nie über eine längere Saisonphase seinen Stammplatz sicher. 

Henk Veerman und schwierige Beziehung zum Trainer

Henk Veerman hat gegen Erzgebirge Aue das Tor zum 2:0 geschossen. (Archivbild)
Henk Veerman hat gegen Erzgebirge Aue das Tor zum 2:0 geschossen. (Archivbild)  © Focke Strangmann/EPA/Pool/dpa

Bei 62 Zweitliga-Spielen des FC St. Pauli befand er sich im Kader, stand allerdings nur in 33 Spielen davon in der Startelf. Nach dem Heimsieg gegen Aue zeigte sich Diamantakos dennoch versöhnlich und sagte: "Es war nicht nur ein Geschenk für den Trainer, sondern auch für uns."

Während die Zeit von Diamantakos beim FC St. Pauli endet, steht sein Sturm-Partner Henk Veerman noch bis zum Jahre 2021 unter Vertrag. Das Problem ist nur: Die Beziehung zwischen Trainer und Spieler scheint schwierig zu sein.

Obwohl der 29-jährige Veerman gegen Aue in der ersten Halbzeit das 2:0 erzielt hatte, wurde er in der Pause auf dem Weg in die Kabine von Trainer Luhukay lauthals kritisiert. Seine Kernbotschaft: "Du stehst nur rum und tust nichts."

Der Hintergrund war der vergebene Elfmeter zum möglichen 3:0. Diesen hatte zwar Diamantakos verschossen wie schon beim 0:4 in Darmstadt eine Woche zuvor. 

Allerdings ärgerte sich Luhukay weniger über den Griechen als viel mehr über Veerman, weil dieser nicht selbst zum Elfmeterpunkt geschritten war.

Ausleihe von Viktor Gyökeres endet

Viktor Gyökeres ist mit bisher sechs Toren der drittbeste Stürmer im Kader. (Archivbild)
Viktor Gyökeres ist mit bisher sechs Toren der drittbeste Stürmer im Kader. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

"Als Stürmer muss man nicht nur Tore machen, sondern auch in einer Elfmetersituation Verantwortung übernehmen. Wenn Dimi bereits den letzten Elfmeter verschossen hat, bin ich vielleicht auch einmal dran, um den Elfmeter zu schießen."

Dass Veerman nach seinem Tor zum 2:0 - es war sein neuntes Saisontor -, nicht jubelte und stattdessen grimmig zur Trainerbank schaute, ist ein weiteres Indiz für die gereizte Stimmung zu seinem Landsmann.

St. Pauli könnte dadurch zur kommenden Saison ein Stürmer-Problem drohen. Nicht nur Diamantakos wird im Sommer gehen. 

Auch die Ausleihe des Schweden Viktor Gyökeres (22), mit sechs Toren der drittbeste Stürmer der Hamburger, endet im Sommer.

Veerman verbleibt somit als einziger treffsicherer Angreifer. Von den übrigen Spielern des FC St. Pauli hat keiner mehr als drei Tore erzielt. 

Somit könnte eine Versöhnung zwischen Luhukay und Veerman für den FC St. Pauli von entscheidender Bedeutung sein.  

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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