Euphorie beim FC St. Pauli, Frust beim HSV: Das Stadtderby im Rückblick!

Hamburg - Der FC St. Pauli bleibt Stadtmeister in Hamburg! Nach den beiden 2:0-Siegen in der vergangenen Saison und dem 2:2 im Hinspiel gewannen die Kiezkicker am Montagabend das Derby-Rückspiel gegen den Hamburger SV mit 1:0 (0:0).

Die Spieler des FC St. Pauli bejubeln den Siegtreffer von Daniel-Kofi Kyereh (2.v.l.) im Derby gegen den Hamburger SV.
Die Spieler des FC St. Pauli bejubeln den Siegtreffer von Daniel-Kofi Kyereh (2.v.l.) im Derby gegen den Hamburger SV.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Das Tor des Tages fiel, als schon keiner mehr damit rechnete: In der 88. Minute schoss Daniel-Kofi Kyereh (24) die Kugel mit Vollspann in den Winkel und den Kultklub damit ins Glück!

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich kann es selber noch nicht ganz fassen und ich bin überglücklich. Das haben wir uns verdient", beschrieb der Siegtorschütze anschließend seine Gefühlswelt.

Tatsächlich war der Sieg für die Kiezkicker mit dem Lucky Punch am Ende zwar glücklich, ging aber durchaus in Ordnung. Gerade im ersten Abschnitt gab es zahlreiche Torchancen auf beiden Seiten, auch der HSV wäre mehrmals beinahe in Führung gegangen.

"So stellt man sich ein Derby vor. Beide hatten sofort das Visier hochgeklappt und das war gut anzusehen, was beide Teams auf den Platz gebracht haben in der ersten Hälfte", resümierte FCSP-Coach Timo Schultz (43).

In der zweiten Halbzeit gab es deutlich weniger Strafraumszenen, beide Defensivreihen ließen kaum noch etwas anbrennen. Doch kurz vor Schluss waren die Rothosen zu weit weg und Kyereh konnte ungestört abziehen. "Es gibt nichts Schöneres. Für den Verein und die Fans ist das ein super Sieg", stellte St. Pauli-Goalgetter Guido Burgstaller (31) fest. Die Kiezkicker surfen nach dem fünften Dreier in Folge also auch weiterhin auf der Erfolgswelle!

Die Ergebniskrise des Hamburger SV geht weiter

Die HSV-Spieler verlassen nach der Derby-Niederlage gegen den FC St. Pauli mit hängenden Köpfen den Platz.
Die HSV-Spieler verlassen nach der Derby-Niederlage gegen den FC St. Pauli mit hängenden Köpfen den Platz.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Und der HSV? Die Gemütslage bei den Rothosen war nach dem späten Knock-Out natürlich eine ganz andere als bei St. Pauli.

"Man hat es uns angemerkt, dass wir dieses Spiel mit aller Macht gewinnen wollten. Dass wir stattdessen in der Schlussphase dieses Derby noch verlieren, ist nicht in Worte zu fassen", gab Kapitän Tim Leibold (27) zu Protokoll.

Zu allem Überfluss sah der 27-Jährige in der Nachspielzeit nach einem Frustfoul an Burgstaller auch noch die Rote Karte und wird den Hanseaten erst einmal fehlen. "Die Aktion, die zu meinem Platzverweis führt, darf mir so natürlich nicht passieren", wusste der Linksverteidiger.

Frust gab es allerdings nicht nur bei ihm, sondern auch bei Keeper Sven Ulreich (32): "Es tut brutal weh, dass wir dieses Spiel am Ende tatsächlich noch verlieren. Die Enttäuschung ist riesig", sagte der 32-Jährige.

Viel vorwerfen konnten sich die Rothosen allerdings schlussendlich nicht. "Wir haben Arbeit auf dem Platz gezeigt und wurden nicht belohnt. Damit müssen wir jetzt erstmal umgehen. In den kommenden Tagen werden wir uns dennoch aufrichten und beharrlich für unsere Ziele arbeiten", erklärte Trainer Daniel Thioune (46).

Einfacher wird das Ziel Wiederaufstieg allerdings nicht: Die Derby-Niederlage war bereits das vierte sieglose Spiel in Folge für die Hamburger. Auch die Tabellenführung ist futsch, das Thioune-Team ist mittlerweile auf Platz vier abgerutscht.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

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