Ex-Dynamo Simon Makienok schließt sich dem FC St. Pauli an!

Hamburg - Der Ersatz für den abgewanderten Henk Veerman (29) ist gefunden! Der FC St. Pauli hat sich am Sonntag wie erwartet die Dienste von Simon Makienok (29) gesichert.

Simon Makienok (r., 29) überzeugte bei Dynamo Dresden als kämpfender Stürmer, der im Saison-Endspurt alles reinwarf.
Simon Makienok (r., 29) überzeugte bei Dynamo Dresden als kämpfender Stürmer, der im Saison-Endspurt alles reinwarf.  © Picture Point / Gabor Krieg

Der sechsfache dänische Nationalstürmer kommt ablösefrei ans Millerntor, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieb. 

Der großgewachsene Angreifer sagte zu seiner Entscheidung auf der Homepage der Kiezkicker: "Ich habe St. Pauli immer als besonderen Verein wahrgenommen und es bedeutet mir viel, jetzt ein Teil dieser Geschichte sein zu können. Ich habe nicht nur davon gehört, wie sehr sich die Fans für den Verein einsetzen, sondern auch von den Werten wie Gleichheit, Toleranz und Respekt, die ich persönlich ebenfalls teile. Ich hatte sehr gute Gespräche mit dem Cheftrainer und denke, dass wir mit diesem Team in Zukunft einiges erreichen können."

Beim Hamburger Kultverein zeigte man sich über den Transfercoup ebenfalls begeistert: "Wir freuen uns, dass wir mit Simon einen erfahrenen Stürmer verpflichten konnten, der unsere junge Mannschaft mit seiner Erfahrung und seiner Qualität verstärken kann", so Sportchef Andreas Bornemann. 

St.-Pauli-Neuzugang Amenyido stellt klar: "Bin nicht als Bankspieler gekommen!"
FC St. Pauli St.-Pauli-Neuzugang Amenyido stellt klar: "Bin nicht als Bankspieler gekommen!"

Trainer Timo Schultz verdeutlichte, welche Stäken Makienok hat: "Simon ist allein schon durch seine 2,01 Meter körperlich sehr präsent – also ein klarer Zielspieler und genau das, wonach wir wieder gesucht haben. Darüber hinaus verfügt er über eine herausragende Kopfballtechnik und ermöglicht uns somit weitere Handlungsmöglichkeiten in der Offensive."

FC St. Pauli verkündet die Verpflichtung von Simon Makienok

Simon Makienok spielte sich bei Dynamo Dresden in kurzer Zeit in die Herzen der Fans

Simon Makienok (29) konnte den Abstieg von Dynamo Dresden in die 3. Liga trotz seines großen Einsatzes nicht verhindern.
Simon Makienok (29) konnte den Abstieg von Dynamo Dresden in die 3. Liga trotz seines großen Einsatzes nicht verhindern.  © Lutz Hentschel

Ende Januar 2020 war der Sturmtank erstmals nach Deutschland gewechselt und hatte sich Dynamo Dresden angeschlossen. Dort warf er alles, wirklich alles, was sein riesiger Körper hergab, in die Waagschale und erzielte in neun Einsätzen drei Tore.

Diese hatten allesamt entscheidenden Charakter. Beim SSV Jahn Regensburg traf er kurz vor Schluss zum 2:1-Sieg, auch im Abstiegsendspiel am 30. Spieltag beim SV Wehen Wiesbaden entschied er die Partie mit seinem Tor, das Dynamo den 3:2-Erfolg brachte. Dazu sicherte er den Schwarz-Gelben gegen die SpVgg Greuther Fürth mit seinem Treffer einen Punkt (1:1). 

Für Wirbel sorgte er, als er seine Corona-Erkrankung öffentlich machte. Auf dem Platz selbst fiel er mit seiner körperbetonten Spielweise auf, mit der er Räume für seine Teamkollegen schuf und für jede Abwehrreihe ein schwer zu kontrollierender Unruheherd war. Makienok ging dabei an die Schmerzgrenze und in einigen Begegnungen auch darüber hinaus. Denn das wahnsinnige Pensum, das Dynamo durch den Spielplan auferlegt wurde, forderte auch bei ihm seinen Tribut. 

FC St. Pauli testet gegen Oberligisten BW Lohne vor Fans
FC St. Pauli FC St. Pauli testet gegen Oberligisten BW Lohne vor Fans

Immer wieder wurde er getreten und schleppte sich angeschlagen durch die kräftezehrenden Wochen. Manchmal entschied sich erst wenige Minuten vor Anpfiff, ob er überhaupt in der Lage sein würde, zu spielen. Diesen großen Einsatz und Kampfeswillen honorierten die Dynamo-Fans und wünschten sich natürlich, dass der Sturmriese in Dresden bleiben würde.

Simon Makienok spielte in Dänemark, Italien, England, den Niederlanden und Deutschland Fußball

Simon Makienok (l., 29) traf für Dynamo Dresden in neun Einsätzen dreimal. Seine Treffer bescherten der SGD sieben Punkte.
Simon Makienok (l., 29) traf für Dynamo Dresden in neun Einsätzen dreimal. Seine Treffer bescherten der SGD sieben Punkte.  © Picture Point / Sven Sonntag

Dazu kam es aber nicht. Stattdessen bekommt St. Pauli nun einen erstklassigen Ersatz für Veerman. Alleine schon aufgrund seiner Erfahrung wird er der insgesamt doch sehr jungen Mannschaft auch außerhalb des Platzes viel mitgeben können. 

Denn St. Pauli ist bereits der achte Profiverein für Makienok. In seiner Heimat war er für HB Köge (62 Einsätze, 23 Treffer, ein Assist) und Bröndby IF (79 Spiele, 36 Tore, acht Vorlagen) aktiv, ehe er zu gut für die heimische Superligaen war.

Für 2,3 Millionen wechselte er im August 2014 zum damaligen italienischen Erstligisten US Palermo, wo er aber verletzungsbedingt nur zu vier Kurzeinsätzen kam. 

Also wurde er ein Jahr später nach England zum Zweitligisten Charlton Athletic verliehen (37 Einsätze, fünf Tore, drei Vorlagen). Im Sommer 2016 wurde er von Palermo dann für ein Jahr an Preston North End abgegeben (29 Partien, sechs Treffer, drei Assists), ehe er im Sommer 2017 fest in die Niederlande zum Erstligisten FC Utrecht wechselte. 

Hier fand er sein sportliches Glück jedoch nicht. Bedingt durch eine schwere Knieverletzung kam er in zweieinhalb Jahren auf gerade mal neun Einsätze (zwei Tore). Deshalb dürfte seine Fitness auch bei den Kiezkickern im Fokus stehen. Bleibt er nämlich verletzungsfrei, dann dürfte er ein echter Trumpf für St. Pauli werden.

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC St. Pauli: