FC St. Pauli baut beeindruckende Heimserie aus: "Was will man mehr?"

Hamburg - Siebtes Heimspiel, siebter Sieg! Durch den 3:1-Erfolg gegen den SV Sandhausen bewahrte sich der FC St. Pauli seine weiße Weste im Millerntor-Stadion. Gleichzeitig machten die Kiezkicker die 0:4-Klatsche beim SV Darmstadt 98 vergessen.

FCSP-Sechser Eric Smith (24, r.) stand nach langer Zeit mal wieder in der Startelf und zeigte eine sehr engagierte Leistung. Nach 65 Minuten verließ er entkräftet den Platz.
FCSP-Sechser Eric Smith (24, r.) stand nach langer Zeit mal wieder in der Startelf und zeigte eine sehr engagierte Leistung. Nach 65 Minuten verließ er entkräftet den Platz.  © Christian Charisius/dpa

Von Beginn an ließen die Hausherren keinerlei Zweifel aufkommen, wer den Rasen am Ende als Sieger verlassen würde. Beflügelt durch die lautstarke Kulisse dauerte es nicht einmal 120 Sekunden, bis die Braun-Weißen durch ein Traumtor von Guido Burgstaller (32) in Führung gingen.

"Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen, wir waren sehr druckvoll, sehr dominant. Wir haben uns Chancen erspielt und schöne Tore erzielt", resümierte Coach Timo Schultz (44) mit Blick auf den Burgstaller-Treffer und das 2:0 durch Daniel-Kofi Kyereh (25), das in der 14. Minute fiel.

Auch danach war es bis zur Pause ein Spiel auf ein Tor, in dem St. Pauli zu jeder Zeit den Ton angab. "Es war eine überragende erste Hälfte von uns. Wir sind rausgekommen und wollten direkt ein Zeichen setzen nach dem 0:4 in Darmstadt", gab Mittelfeldspieler Marcel Hartel (25) zu Protokoll.

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Das gelang dem Kiezklub richtig gut - nur weitere Tore fielen zunächst nicht. "Wenn wir das in der einen oder anderen Situation in der ersten Halbzeit noch häufiger gemacht hätten, die Ruhe zu bewahren, den letzten Pass ruhiger zu spielen und beim Schuss eine Ecke anzuvisieren, dann hätten wir auch das eine oder andere Tor mehr geschossen" verdeutlichte Schultz.

So ging es "nur" mit einem 2:0 in die Kabine, aus der der FCSP nicht mehr ganz so schwungvoll und zielstrebig herauskam. "Wir haben uns das Leben in der zweiten Hälfte selbst schwer gemacht. Da hatten wir nicht mehr die nötige Schärfe in den Pässen und haben auch die Zweikämpfe verloren", urteilte Kapitän Philipp Ziereis (28).

Spielmacher Daniel-Kofi Kyereh packt nach Doppelpack den Jubel-Salto aus

St.-Pauli-Spielmacher Daniel-Kofi Kyereh (25, r.) war in vielen Situationen nur mit unfairen Mitteln zu stoppen und krönte seinen bärenstarken Auftritt mit einem Doppelpack.
St.-Pauli-Spielmacher Daniel-Kofi Kyereh (25, r.) war in vielen Situationen nur mit unfairen Mitteln zu stoppen und krönte seinen bärenstarken Auftritt mit einem Doppelpack.  © Christian Charisius/dpa

Ähnlich sah das auch Schultz: "Wenn wir einen Schritt weniger gehen, den Ball langsamer laufen lassen und unsere Abläufe nicht mehr so klar durchspielen, merken wir, dass wir Ballverluste in Zonen haben, die für uns gefährlich werden können", erläuterte der 44-Jährige.

So kam es, wie es kommen musste und Sandhausen nach einer Ecke zum überraschenden 1:2-Anschlusstreffer (67.). "Dass man auch mal ein Standard-Gegentor bekommen kann, gehört dazu. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass wir groß gewackelt haben", erklärte der Übungsleiter.

Großen Anteil daran hatte Kyereh, der in der 79. Minute von Youngster Igor Matanovic (18) freigespielt wurde, die Ruhe behielt und das Spiel mit dem Treffer zum 3:1 entschied - Salto-Jubel inklusive! Mit dem Doppelpack krönte der Spielmacher seine bärenstarke Leistung.

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In den Schlussminuten hatten die Hamburger sogar noch Chancen auf weitere Tore, vergaben die guten Möglichkeiten aber. "Nichtsdestotrotz haben wir die drei Punkte geholt und stehen auf Platz eins – was will man mehr?", stellte Ex-Sandhäuser Leart Paqarada (27) zufrieden fest.

Viel Zeit zum Jubeln bleibt allerdings nicht, schon am Sonntag (13.30 Uhr) geht es mit dem schweren Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg weiter. Gegen den Tabellenfünften wird die Schultz-Elf den erneut starken Heimauftritt bestätigen wollen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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