Spektakel: FC St. Pauli wird für Comeback beim VfL Bochum belohnt

Bochum - Was für ein Spiel! Nach einem 0:2 Rückstand kam der FC St. Pauli beim VfL Bochum durch zwei späte Tore von Daniel-Kofi Kyereh noch zu einem 2:2 (0:1). 

Der St. Pauli und der VfL Bochum lieferten sich eine besonders in den Schlussminuten packende Partie.
Der St. Pauli und der VfL Bochum lieferten sich eine besonders in den Schlussminuten packende Partie.  © Marcel Kusch/dpa

Für die Bochumer trafen vor 3500 Zuschauern im Ruhrstadion Robert Zulj per Freistoß in der 26. Minute und Simon Zoller in der 76. Minute. Kyereh sorgte mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten dann für den Endstand (84./86.).

"Wir werden es heute besser machen. Wir wollen gewinnen", hatte St. Pauli-Coach Timo Schultz vor der Partie gesagt. 

Im Vergleich zur Pokal-Blamage hatte er seine Mannschaft auf vier Positionen verändert.

Daniel Buballa, Rico Benatelli, Jannes Wieckhoff und Rodrigo Zalazar ersetzten Philipp Ziereis, Afeez Aremu, Marvin Senger (alle Bank) und den verletzten Borys Tashchy.

St. Pauli, mit insgesamt nur neun Punkten in der Fremde als schwächstes Auswärtsteam der letzten Saison angereist, musste ohne etatmäßigen Stürmer - neben Tashchy fiel auch Neuzugang Simon Makienok verletzt aus - antreten. 

Kyereh übernahm daher die vorderste Position im 4-2-3-1-System der Braun-Weißen.

Startelf des FC St. Pauli gegen den VfL Bochum

Anfangsformation des VfL Bochum gegen den FC St. Pauli

Robert Zulj erzielte per Freistoß das 1:0 für den VfL Bochum gegen den FC St. Pauli

Der Freistoß von Robert Zulj segelt an allen vorbei und schlägt am langen Pfosten des St. Pauli-Tores ein.
Der Freistoß von Robert Zulj segelt an allen vorbei und schlägt am langen Pfosten des St. Pauli-Tores ein.  © Marcel Kusch/dpa

Zu Beginn entwickelte sich eine muntere Partie mit viel Tempo auf beiden Seiten, aber noch ohne zwingende Strafraumszenen.

Das änderte sich in der 19. Minute, als Sebastian Ohlsson nach einer VfL-Ecke in allerhöchster Not vor dem einschussbereiten Bochumer Maxim Leitsch klären musste.

In der 26. Minute war es dann aber schließlich soweit:

Robert Zulj schlug einen Freistoß von der linken Seite scharf auf das Tor der Paulianer, der Ball flog an Freund und Feind vorbei und ließ Torwart Robin Himmelmann keine Chance - 1:0 für Bochum.

Zu dem Zeitpunkt eine durchaus verdiente Führung für die Hausherren. Insgesamt hatte der VfL mehr gefährliche Szenen vor dem gegnerischen Tor und zeigte die insgesamt reifere Leistung.

Nach dem Rückstand versuchten die Kiezkicker weiter aktiv nach vorne zu spielen, ließen aber oftmals den letzten Pass vermissen.

So ging es mit der knappen 1:0 Führung für die Heimmannschaft in die Pause. 

FC St. Pauli zu ungefährlich, Simon Zoller sorgte für das 2:0 für den VfL Bochum

Nach seinem Fehlpass fiel das 0:2 - St. Paulis Kapitän Christopher Avevor (vorne).
Nach seinem Fehlpass fiel das 0:2 - St. Paulis Kapitän Christopher Avevor (vorne).  © Marcel Kusch/dpa

Im zweiten Spielabschnitt das gleiche Bild: Die Braun-Weißen zeigten phasenweise gute Ansätze, konnten diese aber nicht in gefährliche Situation ummünzen. 

Neben fehlender Genauigkeit ließen die Gäste auch die allerletzte Entschlossenheit vermissen.

In der 65. Minute brachte Trainer Schultz dann Finn Ole Becker für den blassen Marvin Knoll, um dem Offensivspiel der Hamburger nochmal einen neuen Impuls zu geben.

Nur fünf Minuten später trat Becker dann auch direkt in Erscheinung. Mit einem sehenswerten Chip-Pass setzte er Kyereh in Szene, der das Leder jedoch neben den Bochumer Kasten setzte - die beste Chance der Gäste (70.). 

Die Bochumer machten es kurze Zeit später besser und sorgten mit dem 2:0 für die vermeintliche Vorentscheidung. 

Nach einem Fehlpass von St. Pauli-Kapitän Christopher Avevor setzte sich Silvère Ganvoula auf der linken Seite durch und bediente in der Mitte Simon Zoller, der nur noch einschieben musste (76.).

Kyereh machte erst das 1:2 und dann das 2:2 für St. Pauli

St. Paulis Kyereh (m.) lässt Bochums Torwart Manuel Riemann keine Chance und trifft zum 2:2-Ausgleich.
St. Paulis Kyereh (m.) lässt Bochums Torwart Manuel Riemann keine Chance und trifft zum 2:2-Ausgleich.  © Marcel Kusch/dpa

Als alle dachten, das Spiel wäre entschieden, fiel Kyereh plötzlich die Kugel im Bochumer Strafraum vor die Füße und der hämmerte sie zum 1:2-Anschlusstreffer unter die Latte (84.).

Nur zwei Minuten später war es wieder der 24-Jährige, der nach einem schönen Spielzug vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Auch diesmal ließ er VfL-Schlussmann Manuel Riemann keine Chance - 2:2 (86.).

In den letzten Minuten spielten die Teams nun mit offenem Visier und vergaben auf beiden Seiten Chancen auf den Sieg. 

Fast hätte Kyereh mit seinem dritten Tor noch den Auswärtssieg für die Hamburger gesichert, verpasste jedoch knapp den Ball (90.+2).

So blieb es beim 2:2, das sich die Hamburger mit einem starken Comeback in den letzten zehn Minuten hart erarbeitet hatten. 

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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