6-Tore-Festival: FC St. Pauli dreht binnen 89 Sekunden die Partie und gewinnt beim 1. FC Heidenheim!

Heidenheim - Was für eine verrückte Partie! Der FC St. Pauli hat dank einer deutlichen Leistungssteigerung mit 4:2 (0:1) beim 1. FC Heidenheim gewonnen.

Heidenheims Tobias Mohr nutzte ein Missverständnis von St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (rechts) und Philipp Ziereis (am Boden) zur Heidenheimer Führung.
Heidenheims Tobias Mohr nutzte ein Missverständnis von St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (rechts) und Philipp Ziereis (am Boden) zur Heidenheimer Führung.  © Stefan Puchner/dpa

Vor 8013 Zuschauern in der ausverkauften Voith-Arena brachte Tobias Mohr (4. Minuten) den FCH in Führung. Nach der Pause benötigte der Tabellenführer sieben Minuten, um die Partie zu drehen. Erst traf Guido Burgstaller zum Ausgleich (55.), nur eine Minute später brachte Maximilian Dittgen die Kiezkicker in Führung. Mit seinem neunten Saisontor baute Burgstaller die Führung aus (62.), Dittgen legte in der 80. Minute noch das 4:1 nach. Tim Kleindienst sorgte am Ende noch für etwas Ergebniskosmetik (85.).

Vor der Länderspielpause feierte St. Pauli einen 3:0-Erfolg über Dynamo Dresden. Trainer Timo Schultz verzichtete auf Veränderungen in seiner Startelf.

Heidenheim-Coach Frank Schmidt stellte im Vergleich zur 0:3-Niederlage beim SV Werder Bremen gleich auf drei Positionen um. Denis Thomalla, Christian Kühlwetter und Kleindienst (nach Krankheit) fanden sich auf der Bank wieder, dafür begannen Dzenis Burnic, Kevin Sessa und Stefan Schimmer.

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Das Spiel begann für die Kiezkicker mit einem Schock! Bereits nach vier Minuten lag der Tabellenführer hinten, und dieses Tor hatten sie sich selber zuzuschreiben. Nach einem Abstoß verlor Leart Paqarada gegen Schimmer den Ball.

Frank Schmidt schickte folgende Startelf für den 1. FC Heidenheim auf den Platz

Mit dieser Mannschaft startete der FC St. Pauli in die Partie beim 1. FC Heidenheim

FC St. Pauli kommt in der ersten Halbzeit nicht zum Zug

Guido Burgstaller blieb vor FCH-Keeper Kevin Müller cool und erzielte den Ausgleich.
Guido Burgstaller blieb vor FCH-Keeper Kevin Müller cool und erzielte den Ausgleich.  © Stefan Puchner/dpa

In der Mitte behinderten sich Keeper Nikola Vasilj und Kapitän Philipp Ziereis gegenseitig, sodass Mohr aus 13 Metern den Ball nur noch zur Heidenheimer Führung einschieben musste - das erste Gegentor der Braun-Weißen in der Anfangsviertelstunde.

In der Folge verteidigte St. Pauli weiterhin schlampig. Die Abstände zwischen den Spielern waren viel zu groß. Immer wieder wurde es im Strafraum brenzlig. Erst hatte Schimmer Pech (7.), anschließend Kühlwetter (20.).

In der Offensive hingegen tat sich die Schultz-Elf gegen die gut gestaffelte Heidenheimer Abwehr schwer und kam in der ersten Halbzeit kaum zu Chancen. Der Tabellenführer gab lediglich ein Schüsschen von Guido Burgstaller (22.) und einen Paqarada-Freistoß (25.) ab.

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Auf der Gegenseite verpassten Kühlwetter (35.), Sessa (42.) und Mohr (43.) die Heidenheimer Führung auf 2:0 auszubauen.

Den 1:0-Rückstand zur Pause hatte sich St. Pauli nach dem katastrophalen Fehler selbst zuzuschreiben. Heidenheim machte es den Kiezkicker aber auch extrem schwer. Defensiv stand die Schmidt-Equipe sicher, offensiv war sie stets gefährlich.

FC St. Pauli dreht die Partie dank Guido Burgstaller und Maximilian Dittgen binnen 89 Sekunden

Die Kiezkicker jubeln nach einem Treffer.
Die Kiezkicker jubeln nach einem Treffer.  © Stefan Puchner/dpa

FCSP-Trainer Schultz reagierte in der Pause und brachte Dittgen, der in die Spitze ging, für den enttäuschenden Christopher Buchtmann. Daniel-Kofi Kyereh rückte damit zurück auf die Zehn.

Die Kiezkicker waren fortan besser in der Partie und schlugen binnen 89 Sekunden zurück. Erst traf Burgstaller (55.), dann Dittgen (56.).

Der Österreicher ließ erst nach einem Irvine-Pass Hüsing stehen und blieb vor Müller cool. Der Ausgleich. Nur eine Minute später schlug der Joker zu. Irvine schickte Burgstaller auf rechts, der passte sofort in die Mitte, wo Dittgen schneller als FCH-Keeper Müller am Ball war und zur Führung traf. Was für ein Start in die zweite Halbzeit und es wurde noch besser!

Burgstaller fackelte nach abgeblockter Irvine-Flanke nicht lange und ballerte den Ball nach 60 Minuten ins Tor. Unglaublich, wie sich die Kiezkicker nun präsentierten.

Heidenheim musste den Dreierpack erst einmal verdauen. Bis auf einen Kopfball des kurz zuvor eingewechselten Kleindienst (64.) blieben die Hausherren weites gehend ungefährlich. Zehn Minuten vor dem Ende machte St. Pauli schließlich den Sack zu. Kyereh und Dittgen liefen alleine auf FCH-Torwart Müller zu, nach dem Querpass musste "Ditte" nur noch einschieben. Sein erster Zweitliga-Doppelpack der Karriere!

Heidenheim steckte aber nicht auf. Robert Leipertz ließ auf rechts Jakov Medic stehen, am zweiten Pfosten musste Kleindienst nur noch einschieben. 2:4! Dabei blieb es auch. Damit schoss die Schultz-Elf in den letzten drei Begegnungen gegen Heidenheim jeweils vier Tore.

Dank der deutlichen Leistungssteigerung siegte St. Pauli am Ende verdient und verteidigte die Tabellenführung. Am Sonntag gastiert Aufsteiger Hansa Rostock am Millerntor. Heidenheim spielt bereits einen Tag zuvor beim 1. FC Nürnberg.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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