FC St. Pauli - Doppel-Torschütze Burgstaller mahnt: "Sind noch kein Spitzenteam"

Heidenheim/Hamburg - Erst pfui, dann hui! Dank einer starken zweiten Halbzeit hat der FC St. Pauli beim 4:2-Erfolg beim 1. FC Heidenheim den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen und zugleich mehrere Rekorde aufgestellt.

In der ersten Halbzeit sah St. Paulis Angreifer Guido Burgstaller (34, links) gegen Heidenheim und Tobias Mohr (26) keinen Stich.
In der ersten Halbzeit sah St. Paulis Angreifer Guido Burgstaller (34, links) gegen Heidenheim und Tobias Mohr (26) keinen Stich.  © Stefan Puchner/dpa

Noch nie starteten die Kiezkicker erfolgreicher in eine Saison! Nach zehn Spieltagen steht die Schultz-Elf bei 22 Punkten und festigte damit die Tabellenführung.

Noch nie erzielte das Team in vier aufeinander folgenden Spielen drei oder mehr Tore pro Partie. 14 Treffer in den zurückliegenden vier Begegnungen. Eine beeindruckende Bilanz.

Gegen Heidenheim sah es in den ersten 45 Minuten allerdings nicht danach aus, als könnte St. Pauli seinen Lauf fortsetzen. "Heidenheim hat in der ersten Halbzeit sehr gut und hoch gepresst und damit auch das Tor erzwungen", erklärte Trainer Timo Schultz (44).

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Seine Mannschaft zeigte sich in der Defensive an- und in der Offensive schwerfällig. Nur selten hatte man die Kiezkicker in dieser Saison so gesehen. Zwar spielte sich das Team in der ersten Halbzeit noch ein wenig frei, hatte aber auch Glück, dass nicht noch mehr Gegentreffer fielen.

"Die ersten 30 Minuten im Spiel haben wir uns sehr schwergetan", erkannte auch der spätere Doppel-Torschütze Guido Burgstaller (34) an. "Heidenheim hätte in der Zeit auch 2:0 führen können."

Frühes Gegentor wirft den FC St. Pauli nicht mehr aus der Bahn

In der zweiten Halbzeit sah das anders aus. Der 34-Jährige traf erst, wie hier zum zwischenzeitlichen 1:1, später noch zum 3:1.
In der zweiten Halbzeit sah das anders aus. Der 34-Jährige traf erst, wie hier zum zwischenzeitlichen 1:1, später noch zum 3:1.  © Stefan Puchner/dpa

"Wir haben die erste Hälfte in der Kabine knallhart analysiert und uns viel für die zweite Halbzeit vorgenommen", sagte Kapitän Philipp Ziereis (28), der nicht unwesentlich am frühen Gegentor beteiligt war. "Nach dem Seitenwechsel haben wir viele Dinge besser gemacht."

Im Gegensatz zur ersten Halbzeit spielte St. Pauli nun, auch durch die Hereinnahme von des ebenfalls späteren Doppel-Torschützen Maximilian Dittgen (26), seine Aktionen zu Ende. "Das war der Unterschied zur zweiten Hälfte, in der wir das geschafft haben und dann auch schöne Tore erzielen konnten", zog Schultz ein positives Fazit.

Ausschlaggebend war der schnelle Dreierpack binnen fünf Minuten. Erst traf Burgstaller (55. Minute), dann Dittgen (56.) und schließlich wieder der Österreicher, der nun schon bei neun Saisontreffern steht.

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"Das 1:1 hat uns gutgetan. Danach war das Team im Aufwind", sagte der 34-Jährige. Zum ersten Mal konnten die Braun-Weißen unter der Regie von Schultz ein Spiel drehen.

"Wir sind in den letzten Monaten einen Schritt gegangen, sodass uns ein frühes Gegentor nicht aus der Bahn wirft", beschrieb Burgstaller, der dennoch warnte, dass man die Kiezkicker "noch nicht als Spitzenteam bezeichnen" könne.

Die Tabelle lügt allerdings auch nicht. Und da steht der FC St. Pauli eben auch nach dem zehnten Spieltag ganz oben.

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