FC St. Pauli: Eine Hinrunde zum Vergessen in der TAG24-Einzelkritik

Hamburg - Die Hinrunde der Zweitliga-Saison 2022/23 ist gespielt – und für den FC St. Pauli verlief sie alles andere als zufriedenstellend. Die Kiezkicker holten nur 17 Punkte und stecken damit tief im Abstiegskampf. Das TAG24-Hinrunden-Zeugnis.

Tor

Stammkeeper Nikola Vasilj (26, l.) verlieh der Defensive nach seiner Rückkehr die Sicherheit, die Ersatztorwart Dennis Smarsch (23) zuvor vermissen ließ.
Stammkeeper Nikola Vasilj (26, l.) verlieh der Defensive nach seiner Rückkehr die Sicherheit, die Ersatztorwart Dennis Smarsch (23) zuvor vermissen ließ.  © IMAGO / Lobeca

Nikola Vasilj (26)

Sechs Spiele verpasste der Bosnier aufgrund seiner Finger-Verletzung, anschließend war er wieder die unumstrittene Nummer eins. Er hielt, was es zu halten gab und manchmal herausragend. Beim 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf patzte er das einzige Mal.

Dennis Smarsch (23)

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Bekam zu Beginn der Saison seine Chance in der Startelf, konnte sie jedoch nicht nutzen. Er patzte ein ums andere Mal und strahlte auch darüber hinaus kaum Sicherheit aus. Nach Vasiljs Rückkehr war er ganze achtmal nicht mal im Kader.

Sascha Burchert (33)

Der Routinier wartet noch auf sein Pflichtspiel-Debüt für die Braun-Weißen, stand aber immerhin öfter als Nummer zwei im Kader als Smarsch.

Abwehr

David Nemeth (21, l.) und Jakov Medic (24) bildeten das etatmäßige Innenverteidiger-Duo, fielen dann jedoch beide mit langwierigen Verletzungen aus.
David Nemeth (21, l.) und Jakov Medic (24) bildeten das etatmäßige Innenverteidiger-Duo, fielen dann jedoch beide mit langwierigen Verletzungen aus.  © Fotomontage: Daniel Bockwoldt/dpa, Swen Pförtner/dpa

Leart Paqarada (28)

Der Co-Kapitän ist und bleibt ein Leistungsträger der Hamburger. Mit seinem überragenden linken Fuß sorgte er immer wieder für Gefahr, bereitete vier Treffer vor und erzielte eine ^Bude selbst. In der Defensive hin und wieder ein wenig unachtsam.

Lars Ritzka (24)

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Der 24-Jährige war da, als er gebraucht wurde und ersetzte den verletzten Paqarada zweimal grundsolide. Er hat zwar nicht dieselbe Qualität im Spielaufbau wie sein Teamkollege, verzeichnete beim 3:0 im Stadtderby gegen den HSV aber immerhin seine erste Torvorlage.

Jakov Medic (24)

Der Kroate konnte nach seinem geplatzten Wechsel zum VfB Stuttgart nicht an seine Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen, hatte stattdessen immer mal wieder Schnitzer in seinem Spiel. Die Spieltage 13 bis 17 verpasste er aufgrund einer Schulterverletzung.

David Nemeth (21)

Der 21-Jährige kam aufgrund von Verletzungen nur zu acht Einsätzen. In diesen stellte er jedoch unter Beweis, dass er ein richtig starker Innenverteidiger werden könnte. Wann er nach seiner Schambeinentzündung zurückkehren kann, ist allerdings ungewiss.

Manolis Saliakas zeigte auf der rechten Seite viel Einsatz und Offensivdrang

Rechtsverteidiger Manolis Saliakas (26) überzeugte mit viel Einsatz und Offensivdrang. Defensiv wirkte er allerdings nicht immer sattelfest.
Rechtsverteidiger Manolis Saliakas (26) überzeugte mit viel Einsatz und Offensivdrang. Defensiv wirkte er allerdings nicht immer sattelfest.  © Swen Pförtner/dpa

Betim Fazliji (23)

Der Neuzugang vom FC St. Gallen war zunächst nicht erste Wahl, profitierte dann jedoch von den Verletzungen seiner Mitspieler. In seinen fünf Startelf-Einsätzen konnte der 23-Jährige nicht vollends überzeugen, zudem ließ er sich gegen Düsseldorf zu einem Kopfstoß hinreißen, der drei Spiele Sperre zur Folge hatte.

Adam Dzwigala (27)

Der Pole ist ein Mannschaftsspieler durch und durch: Er beklagt sich nie, wenn er auf der Bank sitzt und ist da, wenn er gebraucht wird. In der zweiten Hinrunden-Hälfte war er Stammspieler und agierte grundsolide, aber nicht fehlerfrei.

Marcel Beifus (21)

Nach starken Auftritten in der vergangenen Spielzeit musste der Youngster in der Hinrunde größtenteils mit der U23 vorliebnehmen. Gegen Holstein Kiel überzeugte er dann als bester Zweikämpfer, beim KSC wiederum nicht.

Manolis Saliakas (26)

Der Grieche war als Rechtsverteidiger gesetzt, haute sich immer voll rein und wusste auch mit viel Offensivdrang zu überzeugen. Seine an sich guten Flanken ließen allerdings häufig die nötige Genauigkeit vermissen. Zudem wirkte der 26-Jährige defensiv nicht immer sattelfest.

Luca Zander (26)

Dem Außenverteidiger blieb als Ersatz für Saliakas nur die Bank, er stand bei 15 Einsätzen nicht einmal in der Startelf. Zudem konnte er bei seinen vielen Kurzeinsätzen nicht viele Argumente für sich sammeln.

Mittelfeld

Eric Smith (25, l.) und Jackson Irvine (29) gehörten in der Hinrunde zu den absoluten Leistungsträgern bei den Boys in Brown.
Eric Smith (25, l.) und Jackson Irvine (29) gehörten in der Hinrunde zu den absoluten Leistungsträgern bei den Boys in Brown.  © Fotomontage: Friso Gentsch/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa, Daniel Bockwoldt/dpa

Eric Smith (25)

Der Schwede blieb endlich mal verletzungsfrei und spielte eine bärenstarke Hinserie. Erst überzeugte er als Taktgeber auf der Sechs, dann als zentrale Figur in der Dreier-/Fünferkette. Hoffentlich bleibt der Leistungsträger fit.

Jackson Irvine (29)

Co-Kapitän, Leistungsträger, Identifikationsfigur: Der Australier trat auf, als wäre er schon seit Jahren beim Kiezklub unter Vertrag. Zudem begeisterte er zunächst als Kopfball-Monster (drei Treffer), die Torgefahr ging ihm im Lauf der Hinrunde aber ein wenig verloren.

Afeez Aremu (23)

Der Sechser war zunächst hinten dran, gehörte spätestens nach Smiths Versetzung in die Abwehr aber zum Stammpersonal. Dabei stellte der 23-Jährige erneut seine Zweikampfstärke unter Beweis und wusste auch mit dem Ball etwas anzufangen. Mitunter war er aber noch zu ungestüm.

Connor Metcalfe (23)

Der junge Australier kam auf 13 Einsätze, spielte allerdings nur einmal von Beginn an. Der 23-Jährige hat sich offenbar noch nicht an den Fußball in Deutschland gewöhnt und nur ein Tor sowie eine Vorlage beigesteuert. Die Quittung folgte mit der Nicht-Nominierung für die WM.

Lukas Daschner konnte Daniel-Kofi Kyereh nicht eins zu eins ersetzen

Kiezkicker Lukas Daschner (24, M.) spielte keine schlechte Hinrunde, erreichte aber nur ganz selten das Niveau seines Vorgängers Daniel-Kofi Kyereh (26, jetzt SC Freiburg).
Kiezkicker Lukas Daschner (24, M.) spielte keine schlechte Hinrunde, erreichte aber nur ganz selten das Niveau seines Vorgängers Daniel-Kofi Kyereh (26, jetzt SC Freiburg).  © IMAGO/KBS-Picture

Marcel Hartel (26)

Der Edeltechniker gehörte erneut zu den besten Kiezkickern. Was Einsatzfreude und Laufbereitschaft angeht, machte dem 26-Jährigen niemand etwas vor. Abgesehen davon traf der gebürtige Kölner auch immerhin dreimal.

Carlo Boukhalfa (23)

Null Tore, null Vorlagen – die Bilanz des Mittelfeldspielers spricht eine deutliche Sprache: Der 23-Jährige muss sich erheblich steigern, um über seine Rolle als Ergänzungsspieler hinauszukommen.

Lukas Daschner (24)

Der offensive Mittelfeldspieler startete klasse in die Saison, rief seine Leistung im Anschluss allerdings nicht immer ab. Drei Tore und drei Assists sind in Ordnung, aber nicht auf dem Niveau seines Vorgängers Daniel-Kofi Kyereh (26, jetzt SC Freiburg).

Sturm

Johannes Eggestein (24, l.) war mit fünf Treffern St. Paulis bester Torschütze, während Etienne Amenyido (24) wie die übrigen Stürmer enttäuschte.
Johannes Eggestein (24, l.) war mit fünf Treffern St. Paulis bester Torschütze, während Etienne Amenyido (24) wie die übrigen Stürmer enttäuschte.  © Fotomontage: Daniel Bockwoldt/dpa, Marcus Brandt/dpa

Johannes Eggestein (24)

Ähnlich wie Daschner, startete der Angreifer mit drei Buden an den ersten vier Spieltagen stark in die Saison. Anschließend baute der 24-Jährige aber extrem ab und fand sich öfter auf der Bank wieder. Zum Hinrunden-Abschluss gelang ihm dann wieder ein Doppelpack gegen den KSC.

David Otto (23)

Der Neuzugang von der TSG 1899 Hoffenheim machte mit dem Treffer zum 3:0 gegen den HSV den Derbysieg perfekt, mehr gelang ihm in der Hinrunde allerdings nicht. Der 23-Jährige muss sich erheblich steigern und torgefährlicher werden.

Igor Matanovic (19)

Dasselbe gilt für den Youngster: Der 19-Jährige kam zwar auf 15 Einsätze sowie drei Vorlagen, ein eigenes Tor gelang ihm aber nicht – eine erschreckende Quote für den Nachwuchsangreifer.

Etienne Amenyido (24)

Der dritte Stürmer im Bunde, der seiner Hauptaufgabe, Tore zu machen, nicht wirklich nachkam: Ein Treffer gelang dem 24-Jährigen, der sich ansonsten als Chancentod erwies und mit viel Verbesserungspotenzial in die Rückrunde geht.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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