Störche für den FC St. Pauli eine Nummer zu groß: Kiezkicker gehen in Kiel unter!

Kiel - Das war deutlich! Der FC St. Pauli zeigte am 32. Spieltag der 2. Bundesliga gegen Holstein Kiel keine schlechte Leistung, blieb gegen abgezockte Störche jedoch schlussendlich chancenlos und kassierte eine deutliche 0:4 (0:2)-Packung.

FCSP-Edeltechniker Omar Marmoush (l.), im Zweikampf mit Kiels Johannes van den Bergh (M.) und Simon Lorenz (r.). Die beiden Teams lieferten sich von Beginn an eine hochintensive Partie.
FCSP-Edeltechniker Omar Marmoush (l.), im Zweikampf mit Kiels Johannes van den Bergh (M.) und Simon Lorenz (r.). Die beiden Teams lieferten sich von Beginn an eine hochintensive Partie.  © Frank Molter/dpa

Die Kieler Tore im leeren Holstein-Stadion erzielten Ahmet Arslan zum 1:0 (22. Minute), Fin Bartels zum 2:0 (24.) sowie 3:0 (49.) und Janni Serra zum 4:0 (67.).

KSV-Coach Ole Werner nahm nach dem 2:0-Sieg gegen den SV Sandhausen zwei Wechsel vor: Fabian Reese und Jae-Sung Lee (beide Bank) wichen für Finn Porath und Alexander Mühling.

FCSP-Trainer Timo Schultz vertraute hingegen derselben Elf wie beim 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth.

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Von Beginn an entwickelte sich eine intensiv geführte Partie mit knackigen Zweikämpfen und druckvollem Pressing auf beiden Seiten. Die Braun-Weißen erarbeiteten sich früh die ersten richtig guten Chancen.

Erst verfehlte Guido Burgstaller mit einem abgefälschten Schuss aus rund 16 Metern nur knapp den Kieler Kasten (11.), wenig später scheiterte er im Anschluss an eine Ecke aus kurzer Distanz an KSV-Keeper Thomas Dähne (13.).

Aber auch die Hausherren, die sich in der Anfangsphase zunächst ein wenig die Butter vom Brot nehmen ließen, kamen in der 19. Minute zu ihrem ersten Abschluss durch Arslan. St. Pauli-Torwart Dejan Stojanovic parierte den Rechtsschuss im Nachfassen.

Die Startelf des FC St. Pauli gegen Holstein Kiel

Die Anfangsformation von Holstein Kiel gegen den FC St. Pauli

Ahmet Arslan und Fin Bartels treffen per Doppelschlag für Holstein Kiel gegen den FC St. Pauli

Kiels Ahmet Arslan (r.) drückt die Kugel zum 1:0 für die Gastgeber über die Linie. Nur zwei Minuten später ließ Fin Bartels (nicht im Bild) sogar das 2:0 folgen.
Kiels Ahmet Arslan (r.) drückt die Kugel zum 1:0 für die Gastgeber über die Linie. Nur zwei Minuten später ließ Fin Bartels (nicht im Bild) sogar das 2:0 folgen.  © Frank Molter/dpa

In der 22. Minute hatte Arslan jedoch das bessere Ende für sich: Top-Scorer Serra und Mühling hebelten durch einen Doppelpass die komplette Hamburger Hintermannschaft aus, Serra legte vor dem Tor quer und Arslan musste das Leder nur noch zum 1:0 über die Linie drücken.

Doch dabei sollte es nicht lange bleiben, denn die Gastgeber legten in der 24. Minute direkt nach: Serra schickte Routinier Bartels auf dem halbrechten Flügel, der Ex-St. Paulianer lief noch ein Stück mit der Kugel und jagte sie dann unhaltbar zum 2:0 ins lange Eck!

Trotz dieses doppelten Rückschlags schienen die Gäste keineswegs verunsichert zu sein. Es entwickelte sich eine höchst unterhaltsame Partie, in der erneut Burgstaller den nächsten gefährlichen Abschluss hatte, aber wieder an Dähne scheiterte (31.).

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So klingelte es wenig später beinahe auf der anderen Seite: Einen Distanzschuss von Porath wollte Stojanovic festhalten, das Leder rutschte ihm jedoch nach hinten durch!

In allerletzter Sekunde konnte er die Kugel noch selbst von der Linie kratzen (35.), sodass es bis zur Pause beim 2:0 für die Störche blieb.

Kiels Fin Bartels und Janni Serra entscheiden die Partie gegen den FC St. Pauli

Aus rund 20 Metern zieht Holstein Kiels Fin Bartels (r.) ab und jagt die Kugel zum 3:0 unter die Latte des St. Paulianer Tores. Mit diesem Treffer war die Niederlage für die Kiezkicker so gut wie besiegelt.
Aus rund 20 Metern zieht Holstein Kiels Fin Bartels (r.) ab und jagt die Kugel zum 3:0 unter die Latte des St. Paulianer Tores. Mit diesem Treffer war die Niederlage für die Kiezkicker so gut wie besiegelt.  © Frank Molter/dpa

Kurz nach dem Wiederanpfiff fiel jedoch der dritte Treffer: Auf Vorarbeit von Porath fackelte Bartels nicht lange, zog aus rund 20 Metern ab und knallte das Leder über Stojanovic hinweg zum 3:0 unter die Latte - ein Traumtor (49.)!

Die KSV trat an diesem Tag extrem effektiv und im Stile eines Aufsteigers auf. Der Kiezklub aus Hamburg zeigte keineswegs eine schlechte Leistung, nutzte seine wenigen Chancen aber nicht und konnte dem abgezockten Tabellendritten deshalb kaum etwas entgegensetzen.

Endgültig entschieden wurde die Begegnung schließlich in der 67. Minute: Einen Schuss von Niklas Hauptmann ließ Stojanovic in die Mitte abklatschen, dort rauschte Serra heran und staubte zum 4:0 für die Hausherren ab!

Nun musste der FCSP aufpassen, nicht komplett unter die Räder zu kommen, profitierte aber davon, dass die Kieler sichtbar zwei Gänge zurückschalteten und den Fokus bereits auf die nächsten Aufgaben legten. Dementsprechend blieb es beim deutlichen 4:0 für den Aufstiegsaspiranten.

Für die Kiezkicker geht es am 16. Mai (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Hannover 96 weiter, die Kieler empfangen 96 bereits am 10. Mai (18 Uhr) zum Nachholspiel des 26. Spieltags.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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