Umkämpftes Hamburg-Derby: St. Pauli sorgt für erste Walter-Niederlage

Hamburg - Was für ein Derby! Der FC St. Pauli hat die 106. Auflage des Hamburger Stadt-Duells gegen den Hamburger SV mit 3:2 (1:1) gewonnen.

Finn Ole Becker (22, Mitte) jubelt über seinen Führungstreffer im Derby.
Finn Ole Becker (22, Mitte) jubelt über seinen Führungstreffer im Derby.  © Christian Charisius/dpa

Die Tore vor 10.003 Zuschauern im Millerntor erzielten für die Kiezkicker Finn Ole Becker zum 1:0 (27.Minute) und Simon Makienok zum 2:1 (56.) bzw. 3:1 (58.). Für den HSV trafen Sonny Kittel zum Ausgleich (44.) und Robert Glatzel zum 3:2-Endstand (77.)

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (42) änderte seine Startelf im Vergleich zum hart erkämpften 3:2-Pokalsieg beim 1. FC Magdeburg auf zwei Positionen. Nikola Vasilj (25) kehrte ins Tor der Kiezkicker zurück und Neuzugang Marcel Hartel (25) verdrängte auf Anhieb Rico Benatelli (29).

HSV-Coach Tim Walter (45) tauschte nach dem 2:1-Arbeitserfolg bei Eintracht Braunschweig ebenfalls doppelt. Bakery Jatta (23) und Jonas Meffert (26) ersetzten Manuel Wintzheimer (22) und Maximilian Rohr (26).

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Die Partie begann wie erwartet ohne großes Abtasten. Auf Gäste-Seite holte sich Kapitän Sebastian Schonlau (2.), bei den Kiezkickern Leart Paqarada (5.) früh eine gelbe Karte ab.

In der Anfangsphase hatte der HSV mehr Ballbesitz, die richtig dicken Chancen blieben aus. Bis zur 21. Minute. Dann legten die Kiezkicker los!

Diese Elf schickte St.-Pauli-Trainer Timo Schultz aufs Feld

Mit dieser Startelf begann der HSV

Sonny Kittel erzielt fast aus dem Nichts den HSV-Ausgleich kurz vor der Pause

Sonny Kittel (28) muss nach Querpass von Bakery Jatta (23) nur noch zum Ausgleich einschieben.
Sonny Kittel (28) muss nach Querpass von Bakery Jatta (23) nur noch zum Ausgleich einschieben.  © Christian Charisius/dpa

Erst scheiterte Guido Burgstaller am Außenpfosten (21.), anschließend blockte Tim Leibold im letzten Moment Makienok (22.), zu guter Letzt köpfte Jakov Medic völlig freistehend am Tor vorbei (23.).

In der 27. Minute war es dann so weit. Burgstaller spielte Doppelpass mit Daniel-Kofi Kyereh, seine Hereingabe stocherte Finn Ole Becker mit dem Oberschenkel über die Linie. Die mehr als verdiente Führung für die Kiezkicker! Für den Youngster war es das erst zweite Profi-Tor.

Die Schultz-Elf belohnte sich mit dem Treffer für engagierte Leistung und nutzte die Drangphase, in der der HSV wankte und fast schon um den Gegentreffer bettelte. 7:1 Torschüsse pro St. Pauli sprechen eine deutliche Sprache, obwohl der HSV mehr Ballbesitz (65 Prozent) hatte.

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Auch wenn die Rothosen nur selten Lösungen in der Offensive fanden, fiel fast wie aus dem Nichts der Ausgleich (44.).

Nach Kinsombi-Pass war Jatta durch und legte vor Vasilj quer auf Sonny Kittel, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Der etwas glückliche Ausgleich für die Jungs aus dem Volkspark.

Mit dem 1:1 ging es schließlich in die Kabinen. Aufgrund des deutlichen Chancenplus (11:2) der Kiezkicker war das Remis bis dato aus HSV-Sicht etwas schmeichelhaft.

FCSP-Stürmer Simon Makienok dreht nach der Pause auf und erzielt einen Doppelpack

Simon Makienok (30) setzt sich gegen Jonas David (21) und haut den Ball ins kurze Eck.
Simon Makienok (30) setzt sich gegen Jonas David (21) und haut den Ball ins kurze Eck.  © Christian Charisius/dpa

Rothosen-Coach Walter schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Seine Mannschaft kam deutlich besser in die zweite Halbzeit und hätte nach einer Berührung von Medic gegen Jatta mit Glück einen Elfmeter bekommen. Doch Schiedsrichter Harm Osmers entschied auf Abstoß.

Und dann stand es auf einmal 2:1 für St. Pauli. Makienok kam auf der linken Seite an den Ball, drang in den Strafraum, tänzelte Jonas David aus und knallte den Ball ins kurze Eck. Da sah Heuer Fernandes nicht gut aus.

Doch das war noch nicht alles! Makienok legte sofort nach. Medic gewann gegen Glatzel den Ball, marschierte nach vorne und passte auf den Stürmer. Der Däne blieb cool und schob zum 3:1 ein. Das Tollhaus der Liga stand Kopf!

Mit dem Doppelpack nahm der FC St. Pauli dem HSV den Schwung und die Hoffnung auf den Sieg.

Doch die Rothosen schlugen noch einmal zurück. Nach Flanke von Schonlau kam Glatzel am Elfmeterpunkt an den Ball und verkürzte mit einem Schuss ins Eck auf 3:2. Plötzlich war wieder Spannung in der Partie!

Am Ende konnte der HSV den Kiezkickern aber nicht mehr so richtig gefährlich werden. Die Schultz-Elf hielt dem Druck stand und ist damit im fünften Derby in Folge ungeschlagen! Hamburg bleibt damit Braun-Weiß!

St. Pauli gastiert am kommenden Spieltag am Samstag beim SC Paderborn (13.30 Uhr). Der HSV ist einen Tag später zu Hause gegen den SV Darmstadt gefordert (13.30 Uhr).

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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